Ärger rund ums Schwimmbecken

2G-Plus in Nürnbergs Hallenbädern: Dauerkartenbesitzer haben das Nachsehen

Das
Alexander Brock

Lokales

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26.11.2021, 08:42 Uhr
In Nürnberger Hallenbädern gilt seit Mittwoch die 2G-Plus-Regel (Im Bild das Hallenbad in Nürnberg-Katzwang). Doch wer sich testen lassen will, hat es derzeit nicht leicht. Für Dauerkartenbesitzer kann das auch eine kostspielige Angelegenheit werden.

In Nürnberger Hallenbädern gilt seit Mittwoch die 2G-Plus-Regel (Im Bild das Hallenbad in Nürnberg-Katzwang). Doch wer sich testen lassen will, hat es derzeit nicht leicht. Für Dauerkartenbesitzer kann das auch eine kostspielige Angelegenheit werden. © NürbergBad/Andre Karambatsos, NN

Drei bis vier Mal pro Woche zieht das Ehepaar Bernd und Roswita L. im Nürnberger Nordostbad seine Bahnen. Dafür haben die beiden sich vor ein paar Wochen je eine Dauerkarte geleistet, die ein halbes Jahr gilt. Kostenpunkt für Paare: 200 Euro für das eine, 150 Euro für das andere Ticket. Doch das Kraul- und Brustschwimmen ist den beiden nun vergangen, denn seit Mittwoch gilt in städtischen Hallenbädern und Saunen die 2G-Plus-Regelung. Das heißt, wer einen Nachweis darüber hat, dass er geimpft oder genesen ist, erfüllt die wichtigsten Zutrittsvoraussetzung. Das trifft auch auf die L.s zu. Nur das "Plus" bremst den 77-Jährigen und die 75-Jährige aus. Es bedeutet: Zusätzlich ist ein Antigen-Schnelltest erforderlich, ein Selbsttest wird nicht akzeptiert.

Eine "enttäuschende Antwort"

"Wir haben die Auskunft erhalten, dass man einmal pro Woche einen Bürgertest gratis bekommt", berichtet Bernd L. Klar ist: Am 12. November hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Verordnung erlassen, die einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Kopf und Woche vorsieht, den sogenannten Bürgertest. Benötige man aber weitere Tests in einer Woche, muss man diese aus eigener Tasche zahlen. So versteht es jedenfalls das Ehepaar L. Die Preise für Antigen-Schnelltests variieren laut Verbraucherzentrale zwischen 15 und 40 Euro. "Das ist uns aber zu teuer, wenn wir drei bis vier Mal pro Woche zum Schwimmen gehen wollen", sagt Bernd L.

Die beiden wandten sich deshalb an den städtischen Eigenbetrieb NürnbergBad mit der Bitte, die Dauerkarten "einzufrieren". Schriftlich bekamen die beiden eine "enttäuschende" Antwort. Darin wird Bedauern ausgesprochen und Verständnis für den Ärger, dass die Dauerkarte nicht so eingesetzt werden kann, wie gedacht. "Doch der Zugang zu unseren Bädern mittels Ihrer Halbjahreskarte ist weiterhin möglich, so dass wir hier keinen Grund zum Aussetzen der Gültigkeit sehen. Wir können nachvollziehen, dass sich der Eintritt nun aufgrund der benötigten Tests unerwünscht erhöht und dies nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Dies bedauern wir für all unsere Badegäste, aber diesen persönlichen Umstand können wir nicht ausgleichen."

Test-Container vor dem Südstadtbad

Matthias Bach, Geschäftsleiter von NürnbergBad, zählt auf, wann Halbjahreskarten verlängert, ausgesetzt oder storniert werden: "Zum Beispiel, wenn jemand schwer erkrankt oder einen Unfall hat und in der Klinik liegt. Auch wenn Lehrer kurzfristig in eine andere Gemeinde in Bayern versetzt werden." Dass man sich nur einmal pro Woche gratis testen lassen kann, könne er so nicht bestätigen. Vor dem Südstadtbad an der Allersberger Straße steht ein Container, in dem sich Badegäste testen lassen können - gratis. "Ich habe den Betreiber gefragt, der sagte mir, dass man sich bei ihm öfter kostenlos testen lassen könne", berichtet Bach. Leider gebe es so einen Container aber noch nicht vor dem Nordost-Bad.

Im Bildungszentrum der Stadt Nürnberg allerdings lassen sich gebuchte Semesterkurse problemlos stornieren. Seit Mittwoch gilt hier die 2G-Regel (2G plus bei Kursen im Bereich Bewegung), FFP-2-Masken müssen nun auch während des Unterrichts am Sitzplatz getragen werden. Wer aufgrund der neuen Rahmenbedingungen stornieren möchte, zahlt nur "anteilige Kursentgelte für abgelaufene Veranstaltungstermine", heißt es im BZ. Hinzu kommen 10 Euro Storno-Gebühren.

Mit Blick auf NürnbergBad sagt Geschäftsleiter Matthias Bach: "Das ist eine verzwickte Sache." Mittlerweile gibt es bundesweit auch Lieferengpässe bei Schnelltests und vor Testzentren sowie anderen Teststationen bilden sich immer längere Schlangen. Bach lässt aber durchblicken, dass in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.