Superergebnis bei "Freude für alle"

3,2 Millionen Euro: Weihnachtsaktion schließt mit Spendenrekord

Ressort: Lokales Online..Datum: 18.10.16..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Kreatives Frühstück, Porträt Wolfgang Heilig-Achneck, Mitarbeiterportrait
Wolfgang Heilig-Achneck

Lokalredaktion

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29.1.2022, 16:05 Uhr
ARCHIV - 17.03.2021, Brandenburg, Sieversdorf: ILLUSTRATION - Eurobanknoten liegen auf einem Tisch (gestellte Aufnahme). Sachsen-Anhalts Parteien haben im Wahljahr 2021 deutlich mehr Spenden erhalten als in den Vorjahren.  (zu dpa «Höhere Spenden für Parteien in Sachsen-Anhalt im Wahljahr») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Patrick Pleul, dpa ARCHIV - 17.03.2021, Brandenburg, Sieversdorf: ILLUSTRATION - Eurobanknoten liegen auf einem Tisch (gestellte Aufnahme). Sachsen-Anhalts Parteien haben im Wahljahr 2021 deutlich mehr Spenden erhalten als in den Vorjahren. (zu dpa «Höhere Spenden für Parteien in Sachsen-Anhalt im Wahljahr») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Es gibt auch noch gute Nachrichten. Und diese ist sogar ausgezeichnet: Mit tausenden von Einzelspenden beteiligten sich Leserinnen und Leser wie auch User der Internetangebote an der weihnachtlichen Hilfsaktion "Freude für alle" des Verlags Nürnberger Presse (VNP). Ihre Zuwendungen addierten sich von Mitte November bis Mitte Januar zu einem neuen Spitzenergebnis: Insgesamt sind auf den vier Spendenkonten 3,322 Millionen Euro eingegangen.

Schon zu Weihnachten war erneut das Vorjahresniveau erreicht worden. Eine Art offizieller Schlussstrich wird aber stets erst Ende Januar gezogen, also nach nun elf Wochen, weil auch über den Jahreswechsel noch Zuwendungen in erheblichem Umfang eingehen. So kamen unterm Strich nun noch einmal rund 30.000 Euro mehr zusammen als zur gleichen Zeit vor einem Jahr. Damals war erstmals ein Gesamterlös von mehr als drei Millionen Euro erreicht worden.

Im ersten Corona-Winter hatte offenbar vor allem eine verbreitete Stimmung mit der Bereitschaft zum Erfolg verholfen, in der Pandemie zusammenzustehen und zum Beispiel Menschen unter die Arme zu greifen, die Einbußen durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit erlitten. Dass die Spendenbereitschaft inzwischen nicht nachgelassen hat, ist mehr als erfreulich - und sicher auch neuen Spenderinnen und Spendern zu verdanken.

Keine Datensammlung

Denn erstmals wurden im VNP-Medienverbund auch die Leserinnen und Leser der Nürnberger Zeitung angesprochen. Wie stark sie sich engagierten, lässt sich aber nicht ermitteln. Denn einen "Datenabgleich" mit Kunden-, Leser- oder Abonnentenverzeichnissen gibt es bei "Freude für alle" nicht. Es werden auch keinerlei Spenderdaten gespeichert, sodass Detail-Auswertungen nicht möglich sind.

Was aber ist erreicht worden? Mehr als 5800 Einzelpersonen, Paare und Familien aus dem gesamten VNP-Gebiet konnten unterstützt werden, die meisten in Nürnberg (mehr als 3000) und den anderen Städten im Großraum, aber auch in allen Landkreisen im Großraum. Im vergangenen Jahr waren es sogar noch rund 600 Haushalte mehr gewesen. Weniger Anträge kamen diesmal vor allem aus den ländlichen Regionen - verschiedene Sozialdienste berichteten davon, dass der Kontakt zu Klienten wegen der empfohlenen Kontaktreduzierungen und manchen Ängsten schwächer geworden oder abgebrochen sei.

Stets für individuelle Hilfen

An die Einzelhaushalte konnten - grundsätzlich stets auf Antrag von Sozialdiensten - insgesamt rund 2,3 Millionen Euro überwiesen werden. Weitere rund 550.000 Euro wurden an Initiativen und Einrichtungen weitergeleitet, wobei die Mittel stets jeweils für Hilfen in individuellen Notlagen bestimmt sind, nicht für den Betrieb von Büros oder Gehälter.

So etwa erhalten alle Frauenhäuser im Großraum Beträge, um Klientinnen zum Beispiel unter die Arme zu greifen, wenn diese nach meist mühseliger Suche eine Wohnung finden und einen Umzug stemmen oder gar ganz bei Null anfangen müssen. Und allein 50.000 Euro, zweckgebunden gespendet, wurden an die Straßenambulanz der Nürnberger Caritas überwiesen. Unbürokratische und rasche Hilfen unterstützt "Freude für alle" ebenso etwa bei der Psychosozialen Krebsberatung, bei einer Einrichtung wie dem "Frauenzimmer" oder beim Verein "Treffpunkt" für Angehörige von Inhaftierten.

Beschäftigung, die Hoffnung stiftet

Das tolle Gesamtergebnis erlaubt - in Verbindung mit den zweckgebunden eingegangenen Spenden - sogar noch mehr. So tragen die Zuwendungen von "Freude für alle" dazu bei, die Arbeitsprojekte bei der Drogenberatung Lilith abzusichern und damit den Frauen eine Beschäftigung zu ermöglichen, die sie wieder Fuß fassen und Hoffnung schöpfen lässt. Auch der Erlös des bekannten "Sternschnuppen"-Adventskalenders des Lions-Clubs Nürnberg ist zum Teil dafür bestimmt. Gut 17.000 Euro erhält "Freude für alle" aus der Lions-Initiative - in diesem Jahr coronabedingt ohne förmliche Übergabe.

In ähnlicher Weise kann "Freude für alle" die Weiterbeschäftigung von mehreren Klientinnen in den Allerhand-Läden der Stadtmission fördern. Die lange Zwangsschließung im vergangenen Jahr hatte diesem Angebot, bestimmt für sozial schwache Haushalte, besonders schwer zugesetzt. Die ohnehin schmalen, für den Betrieb aber unerlässlichen Einnahmen waren stark geschmolzen - staatliche Hilfen griffen an dieser Stelle nicht.

Viel Dankespost

Viele Empfänger bedanken sich auch - ganz klassisch - mit Briefen oder Karten und bestätigen, welche Erleichterung und Entlastung sie erfahren haben. Und manche, deren Schicksal in der Folge täglicher Porträts und Fallberichte vorgestellt wurden und für die zweckgebundene Spenden möglich waren, würden sich am liebsten persönlich bei allen bedanken, die eine Unterstützung ermöglicht haben - was freilich schon aus praktischen Gründen nicht möglich ist.

Nach dem Abschluss der Weihnachts- und Nachweihnachtszeit wird die Aktion "Freude für alle" keineswegs komplett stillgelegt: Die noch verfügbaren Mittel dienen im Jahresverlauf, also bis zum Beginn der nächsten Aktion im November 2022, als eine Art Feuerwehrfonds. In begründeten Fällen können Sozialdienste Hilfen für Klienten beantragen, die in Bedrängnis geraten und akute Notlagen nur mit Spenden abzufedern sind.

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