6. November 1968: Gold fürs Herbertla

2.11.2018, 11:37 Uhr

© Hager

Einsam steht er mit diesem Erfolg an der Spitze der deutschen Komiker. Zu dem Gold gesellte sich noch Bronze für das erste Kassettentonband, das er auch versilbern und vergolden will.

Der Ehrentag wurde fürs „Herbertla“ recht anstrengend: in 290 Meter Höhe lagerte dichter Nebel um die Fenster des drehbaren Restaurants, so daß die Gäste nicht von der schönen Aussicht abgelenkt wurden. Die konzentrierten sich ganz und gar auf den Spaß, den Herbert Hisel ihnen bereiten sollte. Und er enttäuschte sie nicht.

Die Münchener Ratschkathl war, weil der Turm dem Himmel so nah ist, von Petrus als Engerl mit zwei kleinen Flügelchen im Sturzflug hinuntergeschickt worden, um die „Goldene“ zu überreichen. Als Kollegin durfte sie ohne Bedenken Komplimente machen: „Du hast des, des leider vielen fehlt, und darum wünschen wir so sehr, b‘halt deinen Humor, damit du vielen Menschen den grauen Alltag verschönern kannst. Lernen kann man des net, es is a Gottesgab.“ Nach Kathi Prechtel kamen noch viele Gratulanten mit Blumen und Geschenken, bevor „s Herbertla“ zu Wort kam.

„Langsam sieht's so aus, als ob die Million im November zur Routine wird. So ist es aber net. Die erste war leicht, viel schwerer wird‘s, an der Spitze zu bleiben, denn über was soll mer denn noch lachen“, wollte der Star wissen. Vier Platten über die Bundeswehr waren ein Erfolg, doch jetzt nimmt sie sich ernst, da derf mer a nimmer über sie lachen, Lübke tritt ab und Onassis is verheirat.“

Trotz alledem brauchen sich aber seine Anhänger, keine Sorgen zu machen, so schnell vergeht ihnen und dem „Herbertla“ das Lachen nicht. Er hat schon wieder große Pläne: noch vor Weihnachten erscheint seine neue Platte mit dem Superagenten James Hisel 008 und dem Meinungsforscher. Die Revue „Im weiß-blauen Rössl“.hat er gerade erfolgreich hinter sich gebracht und schon steht er mit der Österreich-Deutschland-Tournee „Das große Lachen mit Herbert Hisel“ allabendlich wieder auf der Bühne und besucht am kommenden Dienstag sein Heimatpublikum in der Nürnberger Meistersingerhalle.

Zwei Fernsehproduktionen warten auf ihn, eine davon in Farbe beim Westdeutschen Rundfunk. Im April nächsten Jahres will er seinen fränkischen Humor wieder für drei Wochen bei einer Tournee nach Amerika exportieren.

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