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6. Oktober 1971: Für Nürnberg blieben einige Wünsche offen

6.10.2021, 07:15 Uhr
Dr. Richard Sauber

Dr. Richard Sauber © NN

Wir unterhielten uns mit Dr. Richard Sauber, der sich als federführender Rechtsreferent bei den vorangegangenen Verhandlungen den Ruf eines "Nürnberger Außenministers" erworben hat, ob mit dem Regierungsbeschluß die Erwartungen der Stadt erfüllt worden sind.

Stein zum Landkreis Fürth, Schwaig ab der Autobahn zum Landkreis Lauf und Wolkersdorf bis auf den Ortsteil Holzheim nach Schwabach: was sagen Sie zu dieser Lösung?

Dr. Richard Sauber: Das Kabinett ist damit hinter den Regierungsvorschlägen und hinter unseren Wünschen zurückgeblieben. Aber zunächst einmal wurden unsere Hoffnungen insoweit erfüllt, als im Ballungsraum der räumliche Zusammenhang zwischen den Städten hergestellt wird, dem wir die größte Bedeutung zumessen.

"Abgesehen davon, daß die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach entsteht: wie beurteilen Sie die Kabinettsentscheidung aus Nürnberger Sicht?

Dr. Sauber: Dazu wäre zu sagen, daß uns das Gebiet mit Katzwang, Worzeldorf und Kornburg zufällt, das wegen seiner Nachbarschaft zum Kanalhafen für unsere künftige Stadtentwicklung besonders wichtig ist. Die Eingliederung von Boxdorf, Neunhof und Großgründlich gewährleistet, daß das Knoblauchsland erhalten und die Einflugschneise des Flughafens freigehalten wird.

Sind Sie damit einverstanden, daß aus Wolkersdorf nur der Ortsteil Holzheim Nürnberger Stadtgebiet wird?

Dr. Sauber: Ich halte die Entscheidung nicht für richtig. Aber Wolkersdorf liegt weiter vorn Hafen weg und ist von anderer Struktur als das Gebiet Worzeldorf und Katzwang. Wahrscheinlich respektierte das Kabinett in diesem Fall den Willen der Mehrheit, die nach Schwabach wollte.

Was sagen Sie zu den Gemeinden Stein und Schwaig?

Dr. Sauber: Mit ihrer Eingliederung in die Landkreise können wir kaum einverstanden sein. Denn die engen Verflechtungen. die zwischen den beiden Gemeinden und der Großstadt bestehen, sind nicht genügend berücksichtigt worden.

Wird der Stadtrat nochmals bei der Staatsregierung vorstellig werden?

Dr. Sauber: Der Stadtrat wird sich nochmals mit der Gebietsreform befassen und seine Wünsche anmelden. Inwieweit die Staatsregierung darauf eingeht, kann man noch nicht sagen.

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