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7. August 1969: Zügig nach Ansbach

Die Bundesstraße 14, die Rednitzstraße und die Straße nach Fürth werden bis zum Winter ausgebaut - 07.08.2019 07:00 Uhr

Die Schlosskreuzung auf der das Stadtgebiet, die Gemeindemarkung Stein und der Landkreis aufeinandertreffen. Im Berufsverkehr stauen sich die Kraftfahrzeuge kilometerlang.

06.08.2019 © Ursula Helmholz


Erst 1971 wird die vielbefahrene Strecke Hohe Marter, Ansbacher Straße, Schloßkreuzung Stein und Bundesstraße 14 – am frühen Morgen tut sie es dann in umgekehrter Richtung – den Verkehr ohne Hindernisse in die richtigen Bahnen lenken. Die vorab genannten Straßen werden zwar schon heuer beziehungsweise im Winter 1969/70 voll ausgebaut, aber die Rednitzbrücke bei der Firma Faber-Castell in Stein bleibt noch eineinhalb Jahre ein "Nadelöhr". Der Steiner Bauchef Fritz Dalheimer nennt als Beginn der Umbauarbeiten den Herbst 1970. Dann müssen Ersatzwege links und rechts des Viadukts den Verkehr aufrecht erhalten. Das sogenannte Bailey-Verfahren, benannt nach dem britischen Erfinder, soll dafür sorgen.

Doch den Steiner Verkehrsplanern schwebt noch ein ganz anderer "Dreh" vor: ein Fußgängertunnel direkt zur Rednitzbrücke wird nach ihrem Willen dafür sorgen, daß die Fußgänger und die Beschäftigten der Bleistiftfirma künftig nicht mehr unter Lebensgefahr die Ortsdurchfahrt überqueren müssen. Soviel steht heute schon fest, soweit ist die Planung gediehen: Graf Faber muß ein Stück seines Schloßgartens abtreten, rechter Hand davon – richtet man den Blick zur Steiner Ortsmitte – wird am Neukirchpark "gezwackt", eine Grünfläche übrigens, die alle Naturhölzer dieser Welt anbieten kann; der Steiner Adelige hat sie aus allen Terra-Landen kommen lassen. Fällt ein Teil dieser florischen Raritäten, dann fährt man künftig im eleganten Bogen zum Steiner Wehr, dann brauchen die Fußgänger nicht mehr wie Hasen zu springen, um dem Lastwagenverkehr auszuweichen – die schweren Lkws finden nur noch über den Gehsteig ihren Weg –, und dann müssen die Autofahrer auch nicht mehr einen Prozeß fürchten, weil ihnen vielleicht irgendein Passant vor der Kühlerhaube herumläuft.

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Das aber sind die Vorteile, an denen zur Zeit zum Nutzen und Frommen der Autofahrer "gebastelt" wird: eine Schloßkreuzung mit zwei Geradeausspuren sowie mit je einer Abbiegefahrbahn zur Rednitzstraße und in Richtung Fürth sowie eine Bundesstraße 14 durch Stein, auf der es künftig keine Stauungen mehr geben soll. Fritz Dalheimer: "Die Leute müssen viel früher aufstehen, wenn sie rechtzeitig an ihren Arbeitsplatz kommen wollen, und brauchen abends viel länger für die Heimfahrt." 10.50 Meter breite Fahrbahnen mit großzügig geplanten Gehsteigen sollten das künftig verhindern.

Bleibt als Resümee: die Steiner Schloßmauern sind gefallen, bald werden die Spitzhacken und Bagger auch nach den gegenüberliegenden Gebäuden und Grünflächen greifen. Noch nicht geklärt ist freilich: wird das Steiner Schloß, zweifelsohne ein Wahrzeichen, künftig wieder hinter übermannsgroßen Mauern versteckt, oder werden Nägel mit Köpfen gemacht? Stein fehlt, von Mimberg aus gesehen, schon lange die rechte Eingangspforte. Ein schön gestalteter Schloßgarten mit Springbrunnen könnte es sein...

R. P.

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