9. August 1968: Ärger mit dem Regen

9.8.2018, 07:00 Uhr

© Kammler

Die Meteorologen dagegen fanden das feuchte Wetter keineswegs ungewöhnlich. "Ein normaler Landregen", konstatierten sie gelassen.

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Bis zur Mittagszeit - später ging das muntere Plätschern in Sprühregen über und hörte gegen Abend ganz auf - waren in Nürnberg zwischen 25 und 30 Millimeter Niederschläge gemessen worden. „Diese Regenmenge macht nicht einmal ein Drittel des normalen Niederschlags im August aus“, lautet der Kommentar der Fachleute vom Wetteramt.

Dennoch brachte das vom Himmel fallende Wasser allerlei Unannehmlichkeiten. Bei der Berufsfeuerwehr wurden 60 Hilferufe registriert. In 30 Fällen mußten die Männer ausrücken, weil sich die Keller - insbesondere in den Stadtteilen Eibach und Reichelsdorf sowie im Bereich der Gibitzenhof-, Landgraben- und Tafelfeldstraße - in kleine Seen verwandelt hatten. Sie wurden leergepumpt.

An der Haarnadelkurve in der Gleiwitzer Straße bildete sich ein kleiner „Weiher“. Zehnmal mußte ein Kesselwagen gefüllt werden, ehe das Straßenstück von den Männern des Stadtreinigungs- und Fuhramtes trockengelegt war. Auch die Polizei stellte sich auf den großen Regen ein. Die Verkehrsstreifengruppe sperrte 45 Minuten lang die Unterführung der Nopitschstraße und leitete den Verkehr um, weil die Senke unter Wasser stand. Beamte wachten an der Münchener Straße, die wegen einer breiten Pfütze in der Höhe von Neuselsbrunn stadteinwärts nur einspurig befahren werden konnte. Zusätzlich schwärmten Sonderstreifen aus, um den zähflüssigen Verkehr - viele Kraftfahrer hatten Abblendlicht eingeschaltet - zu ordnen und zu lenken.

Als kleinen Trost für alle, die sich gestern ärgern mußten, kündigen die Meteorologen eine vorübergehende Wetterbesserung an. Aber wann der Hochsommer wirklich kommt, können sie auch nicht vorhersagen.

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