9. März 1967: Leichtsinn am Steuer?

9.3.2017, 07:00 Uhr
Dieser vorbildliche Kraftfahrer beweist, daß er alles bei sich führt, was zu seiner Sicherheit nützlich ist: Abschleppseil und Sanitätskasten, Keilriemen und Feuerlöscher, Warnlampe und Warndreieck sowie eine Fackel. Wer weiß, wie er die Dinge brauchen kann.

Dieser vorbildliche Kraftfahrer beweist, daß er alles bei sich führt, was zu seiner Sicherheit nützlich ist: Abschleppseil und Sanitätskasten, Keilriemen und Feuerlöscher, Warnlampe und Warndreieck sowie eine Fackel. Wer weiß, wie er die Dinge brauchen kann. © Kammler

Ein Großteil der Autofahrer ignoriert auch das breitgefächerte Angebot der Industrie, die nach dem Grundsatz "safety first" zahlreiche Geräte entwickelt hat, die zum unentbehrlichen Requisit eines Kraftfahrers gehören sollten.

Die Unfallhilfewoche, die noch bis zum kommenden Samstag dauert, rückt die Frage der Sicherheit schlagartig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Polizei und alle zuständigen Organisationen empfehlen, einen Erste-Hilfe-Lehrgang zu besuchen und einen Verbandskasten, Abschleppseil, Warnleuchten und -dreiecke und eine Wolldecke mitzuführen. Außerdem plädieren sie für Sicherheitsgurte in den Fahrzeugen.

Die meisten PKW-Fahrer wissen nicht, daß sie sich in einer grotesken Situation befinden. Sie brauchen keine Sicherungsgeräte mitzuführen, aber wenn sie irgendwo "liegenbleiben", sind sie verpflichtet, ihre Fahrzeuge in "ansprechender Entfernung kenntlich zu machen". Anders ist es für Lastwagen über 2,5 Tonnen.

Ihre Fahrer müssen jederzeit Sicherungsleuchten oder Fackeln "mit ausreichender Brenndauer und in betriebsbereitem Zustand" bei sich haben. Was haben nun die PKW-Fahrer für ihre eigene Sicherheit getan? Eine kleine Umfrage brachte ein Ergebnis, das in mancher Hinsicht nicht überrascht – auch wenn es nicht repräsentativ sein kann:

"Außer einem alten Verbandskasten, der zudem einmal erneuert werden müßte, habe ich nichts dabei. Ich weiß, daß ist eine Schlamperei. Aber: ich fahre so sicher, daß mir nichts passiert." Senta Braun, Angestellte

"Das ist doch selbstverständlich: Abschleppseil, Apotheke, Warnlampen. Nur einen Kurs in Erster Hilfe muß ich noch mitmachen." Hans-Joachim Schmidt, Handelsvertreter

"Alles was ich brauche. Sogar ein Sandkübel mit einer Schaufel. Einen Verletzten könnte ich auch helfen." Erika Behr, Hausfrau

"Ich muß ehrlich gestehen: an solche Dinge habe ich überhaupt noch nicht gedacht. Sind die denn so wichtig?" Oskar Schwamb, Arbeiter

"Ich habe mir schon lange vorgenommen, die Gegenstände zu kaufen. Aber wissen Sie, die kosten auch viel Geld. Und damit hapert es bei mir." Erich Schmitt; Student

"Bei mir fehlt nichts. Ich habe alles, was man braucht – nur keinen Groschen für die Parkuhr." Manfred Schneller, Vertreter

"Wenn Sie mich fragen: warum liefern die Autofabriken die Sicherheitsausrüstung nicht gleich mit?" Magda Zimperlein, Hausfrau

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