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9. November 1969: Phantasie der Erfinder treibt tolle Blüten

Revue der Neuheiten eröffnet auf dem Messegelände ihre Pforten - 09.11.2019 08:32 Uhr

Ein Kopfband trägt hinten eine Plastikplatte mit zahlreichen „stumpfen Spitzen“. Die pieken den Schläfer, sobald er sich auf den Rücken legt und schnarcht. © Ranke


Die IENA, die 23. Internationale Erfinder- und Neuheiten-Ausstellung, bot sogar schon einen recht repräsentativen Ausschnitt aus ihrem Programm in einer traditionellen Erfinder-Revue. Sie war international wie noch nie, und der Präsident des Deutschen Erfinder-Rings, Konsul a. D. Dr. Karl Müller, konnte bereits am Vortag der Eröffnung Erfinder aus Jugoslawien, Frankreich, den skandinavischen Ländern, Österreich, der Schweiz und sogar aus Australien begrüßen. Unterstützt von Erfinder-Senior Theo Ungerer und von Patentanwalt Dipl.-Ing. Herbert Hammermann, gab er eine kleine Blütenlese aus dem Erfinderschaffen der letzten zwei Jahre.

Am meisten regten die Phantasie wieder die zunehmende Motorisierung und die wachsenden Verkehrsgefahren an. Ein Mann aus Murrhardt möchte die Fußgänger mit einer vollautomatischen transistorgesteuerten Warnblinkleuchte ausstatten. Die trägt man am Revers und sobald der Lichtstrahl eines Scheinwerfers darauf fällt, schaltet eine lichtempfindliche Zelle die gelbe Leuchte ein – Überfahren fast ausgeschlossen. Eine Warnblinklampe mit eingebauter Kabelrolle kann man bei Unfällen bis zu 50 Meter weit vom Auto aufstellen, damit die anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig gewarnt sind. Wenn die Türen nach einem Unfall klemmen, ermöglicht ein Sicherheitsflansch, mit dem man die Windschutzscheibe löst, das Aussteigen – wenn man nicht anderweitig daran gehindert ist.

Diese Fußgänger-Leuchte blinkt auf, wenn das Scheinwerferlicht darauf fällt.


Recht einleuchtend arbeitet die drahtlose Notruf- und Alarmanlage einer Firma aus Burgdorf. Ein Geber löst innerhalb von Gebäuden auf 30, im Freien auf etwa 100 Meter einen Alarm aus, wenn man überfallen oder wenn ein gesicherter Gegenstand berührt wird. Die Orion-Decke, eine 13 My (13tausendstel Millimeter) dicke, mit Aluminium bedampfte Polyesterfolie, die weniger als ein Pfund wiegt, schützt vor dem Erfrieren, nützlich also vor allem für Bergsteiger und Wanderer, aber auch für Säuglinge. Ein zweiter Schwerpunkt: wie immer der Haushalt. Da gibt's den Suppenlöffel, mit dem man wahlweise Brühe oder Einlege schöpfen kann, die Weingläser, die durch Gummisauger am Tablett festgehalten und so am Umfallen gehindert werden, die Fensterreinigungsbürste, mit der man nur innen über die Scheibe zu fahren braucht, eine zweite Bürste wird dann außen magnetisch mitgeführt.

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Ein Schweizer, der sich offensichtlich schon mehrmals beim Brieföffnen ärgern mußte, weil gerade keine Schere zur Hand war, klebt einen Faden in den Briefumschlag ein, an dem kann man ihn aufreißen wie eine Zigarettenpackung. Auch an mehr oder weniger drolligen Einfällen ist kein Mangel. „Ehen sind schon regelrecht zerschnarcht worden“, stellt Franz Kober aus Mittenwald fest und wünscht „Schlafen Sie wohl durch Kobex“. Ein Kopfband trägt hinten eine Plastikplatte mit zahlreichen „stumpfen Spitzen“. Die pieken den Schläfer, sobald er sich auf den Rücken legt und schnarcht. Darauf wendet er sich sofort wieder auf die Seite, angeblich ohne aufzuwachen.

Aus Schweden kommt das Wasserklosett mit Voll- oder Teilspülung, weil man doch nicht jedesmal gleich die ganz großen Wassermassen braucht. Ein kleines Pseudo-Perpetuum-Mobile läuft immerwährend durch Schwerkraft und einen kleinen Magneten. Dann gibt's da noch die Pflanze, die sich ihren teleskopisch zusammengesetzten Haltepfahl selber mit in die Höhe zieht. Weil man ja einmal Schluß machen muß, schließen wir am besten mit dem „Pillenwecker“, der rechtzeitig zum Einnehmen der Antibabypille mahnt.

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NN

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