A6/Nürnberg: Polizei äußert sich nach tödlicher Massenkarambolage

28.2.2020, 12:20 Uhr

Update am 28.Februar, 12 Uhr: Die Verkehrspolizei Feucht hat eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Schneefall" eingerichtet. Noch ist unklar, welcher Umstand die verheerende Unfallkette in Gang gesetzt hat. Insgesamt sechs Beamte werten nun das vorhandene Material aus und befragten Zeugen. Die Kommission wird von zwei externen Gutachtern unterstützt.

Update am 27. Februar, 12 Uhr: Jetzt ist es Aufgabe der Ermittler, den Hergang des schlimmen Unfalls zu klären. "Wir erwarten die ersten Gutachten zur Ursache erst in zwei bis drei Wochen", erklärt Michael Konrad, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, auf nordbayern.de-Nachfrage.

Im Laufe des Donnerstags wird sich eine Art Ermittlungskommission (kurz: EKO) bilden, an der verschiedene Mitarbeiter disziplinübergreifend zusammenarbeiten. Darunter auch Leute, die bei der Karambolage am Mittwoch nicht vor Ort waren und sich in den aktuellen Sachstand erst einlesen müssen. "Wir können jetzt nur abwarten und die Kollegen ihre Arbeit machen lassen", sagt Konrad. 

Massenkarambolage auf A6: "Wetter ist ganz schnell schlechter geworden"

Das Wetter dürfte bei der Kollision jedoch eine übergeordnete Rolle gespielt haben. "Die Sicht ist ganz schnell schlechter geworden", schilderte ein Beteiligter noch an der Unfallstelle. Der Mann spricht von Sekunden, in denen das Wetter bei Altdorf umgeschlagen war. "Ich habe im dichten Schnee nur noch die Bremslichter gesehen." Es sei unmöglich gewesen, auf die bremsenden Autos schnell genug zu reagieren. Andere Zeugen sprechen von einer Schneewand und spiegelglatter Fahrbahn.

Zusätzlich erschwerte ein Gaffer die Arbeiten der Rettungskräfte. Der Lastwagenfahrer filmte das Szenario besonders dreist mit seinem Smartphone. Die Polizei griff ein und erteilte dem Übeltäter ein Bußgeld von rund 230 Euro.

A6/Nürnberg: Zeugen und Unfallbeteiligte  kommen aus ganz Deutschland

Durch die Vielzahl an Fahrzeugen, die an der Karambolage beteiligt waren, kann der Unfall nicht innerhalb weniger Tage rekonstruiert werden. Die Ermittler müssen erst alle Zeugen und Unfallbeteiligte befragen. Dafür muss die Polizei die Menschen, die aus ganz Deutschland kommen, erst kontaktieren und im Anschluss zu einer Vernehmung vorladen. "Das wird ein langwieriger Prozess", beschreibt Konrad das aufwendige, aber notwendige Vorgehen.

Erstmeldung vom 26. Februar, 12:19 Uhr: Die Lage gleicht einem Trümmerfeld: Auf der A6 bei Altdorf ist es am Mittwochmorgen zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. 17 Fahrzeuge seien demnach in eine Unfallverkettung verwickelt gewesen. Der Leiter des Rettungsdienstes bestätigte auf Nachfrage, dass 25 Personen dabei verletzt wurden, eine Person davon schwer, in einem Fall kam jede Hilfe zu spät.

An der Unfallstelle wurde ein Rettungszelt errichtet, hier werden die Verletzten versorgt. Die schwerverletzte Person wurde mit einem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Ein Großaufgebot ist derzeit vor Ort: Feuerwehr (50 Helfer), Rettungsdienst (40 Einsatzkräfte) und die Berufsfeuerwehr Nürnberg leisten derzeit Höchstarbeit. Von einem Hubschrauber aus macht sich zudem ein Gutachter ein erstes Bild aus der Luft von der Unfallstelle. RTW und KTW sind zudem mit 14 Fahrzeugen vor Ort.

Die A6 ist derzeit in beide Richtungen gesperrt, die Polizei bittet alle Verkehrsteilnehmer, das Gebiet großräumig zu umfahren. Nach aktuellen Informationen bleibt die Fahrtrichtung Nürnberg noch den kompletten Tag über gesperrt. Derzeitigen Erkenntnissen zufolge herrschte zum Zeitpunkt des Unfalls dichter Schneefall, weshalb die Straßen- und Sichtverhältnisse entsprechend schlecht waren.

Unfall auf A6 bei Nürnberg: Fahrer lenkte Lkw wohl absichtlich in Graben

Die Staatsanwaltschaft hat mehrere Sachverständige mit der Klärung der Unfallursache beauftragt. Ein Lkw fuhr in den Graben. Laut Augenzeugenberichten vor Ort, hat der Mann den Laster wohl absichtlich dorthin gelenkt, weil er sonst ungebremst in andere Verkehrsteilnehmer gefahren wäre. Die Berufsfeuerwehr Nürnberg zog das Fahrzeug aus dem Graben, damit der Gutachter seine Arbeit aufnehmen kann.

Zahlreiche Feuerwehren aus dem Umkreis waren bei dem Unfall zur Stelle, darunter die Freiwilligen Feuerwehren aus Altdorf, Lieritzhofen und Berg bei Neumarkt. Auch die Feuerwehren aus Hersbruck, Alfeld und Lauterhofen unterstützten tatkräftig. Das Bayerische Rote Kreuz war mit Einheiten aus Altdorf, Hersbruck und Neumarkt vor Ort. Weitere Einsatzkräfte stellten die Kreisbrandinspektion, der Rettungsdienst Nürnberger Land, das Technische Hilfswerk und natürlich die Polizei. 

Dieser Artikel wurde zuletzt am 26.02.2020 um 12.32 Uhr aktualisiert. 

 


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