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Mittwoch, 22.05.2019

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Ab heute: Tempo 30 in der Fischbacher Hauptstraße

Zuspruch erhält die Entscheidung der Verwaltung auch von SPD-Stadtrat Brehm - 16.05.2019 06:00 Uhr

Das Geschwindigkeits-Chaos in der Fischbacher Hauptstraße hat ein Ende. © Julian Stratenschulte/dpa


"Wir arbeiten schon ewig darauf hin, dass eine einheitliche Regelung kommt", sagt der Vorsitzende Dieter Stang. "Wir glauben, dass eine einheitliche Geschwindigkeitsregelung die Übersichtlichkeit – vor allem für Fußgänger – verbessert und den Verkehr allgemein beruhigt." Vielfach hatte der Bürgerverein den Wunsch an die Verwaltung herangetragen. "Wir wussten natürlich, dass es dauert, bis so etwas bei einer Kreisstraße politisch umsetzbar ist", so Stang.

Aber nun wird die Beharrlichkeit des Bürgervereins endlich belohnt: Die Stadt erweitert die Geschwindigkeitsbeschränkung auf durchgehend Tempo 30, der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) montiert heute die entsprechenden Schilder. Vorher gab es drei Tempo-30-Abschnitte im Abstand von nur wenigen Hundert Metern: Eine zeitlich befristete Geschwindigkeitsbeschränkung an der Schule von Montag bis Freitag, 7 bis 17 Uhr, und am Kindergarten von Montag bis Freitag, 7 bis 18 Uhr, sowie eine zeitlich unbefristete Geschwindigkeitsbeschränkung in der Kurve an der Einmündung Pellergasse/Tolstoistraße.

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Diese werden nun zusammengefasst. Künftig gilt also im Abschnitt zwischen der Bushaltestelle "Am Hartgraben" im Westen und der Straße Holzstatt im Osten durchgehend und ganztags eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde. Durch die neue Regelung sollen vor allem der Radverkehr und das Überqueren der Straße sicherer werden. Auch weil bauliche Veränderungen, wie etwa ein durchgehender Radstreifen, in der Fischbacher Hauptstraße nicht möglich sind. Der Grund: kein Platz.

 

"Die erweiterte Geschwindigkeitsbegrenzung ist deshalb ein wichtiger Baustein zur Verkehrssicherheit. Durch ihre präventive Wirkung schützt sie besonders Kinder und Senioren beim Queren der Straße und Radfahrende, die auf der Straße fahren", so Bürgermeister und Sör-Chef Christian Vogel. In der Anfangszeit werden Geschwindigkeitsdisplays aufgestellt, um Autofahrer auf eine eventuell überhöhte Geschwindigkeit aufmerksam zu machen.

 

Rechtslage ist noch unklar

Baureferent Daniel Ulrich kündigte die Erweiterung der Geschwindigkeitsbeschränkung bereits in der Bürgerversammlung in Fischbach im März dieses Jahres an. Nun freue er sich, damit einen langgehegten Wunsch des Bürgervereins erfüllen zu können. "Wir haben uns in Fischbach entschieden, einen neuen Weg zu beschreiten – die Aneinanderreihung mehrerer Tempo-30- und Tempo-50-Bereiche widerspricht dem verkehrsrechtlichen Grundsatz der Klarheit von Regelungen, eben auch denen von Beschilderungen", sagt Ulrich.

Ob die Stadt damit wirklich im Recht ist, sei allerdings bisher "noch nicht höchstrichterlich" geklärt. "Aber die Situation vor Ort erzwingt meiner Meinung nach eine stringente Regelung. Der Autofahrer kann das sonst nicht mehr erfassen", so Ulrich. Am Ende habe die Änderung der Straßenverkehrsordnung, die nun auch auf Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten erlaubt, den Anstoß gegeben, hier aktiv zu werden.

Ulrich erinnert nur – auch die Fischbacher selbst – daran, dass der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung ab sofort in unregelmäßigen Abständen in der Fischbacher Hauptstraße Geschwindigkeitskontrollen durchführen wird.

Zuspruch erhält die Entscheidung der Verwaltung auch von SPD-Stadtrat Thorsten Brehm: "Das schafft Klarheit bei den Autofahrern und erhöht die Verkehrssicherheit." Schon lange hätten der Bürgerverein und die SPD Fischbach auf eine Neuregelung gedrängt, die aber lange Zeit aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar gewesen sei. "Aber nun hat das Wirrwarr ein Ende", so Brehm. Jetzt liegt es nur noch an den Autofahrern, sich auch daran zu halten. 

Stefanie Taube

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