AC/DC in Nürnberg: Der Rock-Wahnsinn in Bildern

10.5.2015, 21:24 Uhr
Seit Jahrzehnten auf der Bühne - und kein Stück müde. AC/DC brachten beim Start ihrer Deutschland-Tour in Nürnberg das Zeppelinfeld zum Beben, gemeinsam mit 75.000 Fans.

© dpa/Karmann Seit Jahrzehnten auf der Bühne - und kein Stück müde. AC/DC brachten beim Start ihrer Deutschland-Tour in Nürnberg das Zeppelinfeld zum Beben, gemeinsam mit 75.000 Fans.

75.000 Menschen pilgerten ans Zeppelinfeld, teilweise reisten die Fans mehrere Tausend Kilometer an. Und der Wettergott meinte es gut mit den Rockern: Sonnenschein, kein Regen. Punkt 20.45 Uhr legten AC/DC los - mit Höllengeläut, harten Riffs und Raketen, die in den Abendhimmel schossen.

Erste Erkenntnis: Trotz der Massen eine gute Sicht auf zwei riesige Bildschirme, auch der Sound ist erstaunlich sauber. Im Publikum überwiegend Männer, bei nicht wenigen spannt das schwarze T-Shirt etwas. Zweite Erkenntnis: Rock`n´Roll kann auch harte Arbeit sein. Am leichtesten schien die zunächst Sänger Brian Johnson und Basser Cliff Williams von der Hand zu gehen. Die lächelten auch ab und zu. Drummer Chris Slade und dem neuen Rhythmusgitarrist Stevie Young war die Anspannung anfangs hingegen noch deutlich anzusehen.

Doch Star des Abends war natürlich Leadgitarrist Angus Young. Gerade 60 geworden, tobte er über die Bühne, schaute mitunter wie ein Aischgründer Karpfen, der nach Luft schnappt und war schon nach dem Auftaktsong "Rock or Bust" (Rocken oder Kaputtgehen) schweißgebadet. Aber: Natürlich hielt er zwei Stunden lang durch, bewundernswert konditionsstark wie seine Kollegen. Fast eine Viertelstunde bestritt er sogar im Alleingang, da traktierte er auf einer Hydraulikbühne über den Köpfen des Publikums seine schwarze Gibson und gab seinen Mitstreitern die Möglichkeit, sich mal auszuruhen.

In Sachen Outfit natürlich Pflicht: seine Schuljungen-Uniform. In knallrotem Jackett mit kurzer Hose und passender Krawatte, weißen Strümpfen und einem dicken Pflaster auf dem Knie erinnert Young daran, dass er als Jugendlicher die Schule schmiss, um sich fortan der Musik zu widmen.

Zum Auftakt ihrer Deutschland-Tour wird klar: AC/DC funktionieren auch, wenn sie nicht locker und souverän aufspielen können, sondern sich ihre Stücke hart erarbeiten müssen. Sie können es eben immer noch. Die drei neuen Songs vom Rock or Bust-Album nahm das Publikum eher wohlwollend als euphorisch zur Kenntnis. Das hat schon Tradition, dass man durch die neuen Songs halt durch muss. Dafür gröhlen die 75.000 dann auch - meistens textsicher - umso lauter mit, wenn die Refrains von "You Shook Me All Night Long" oder "Highway To Hell" erklingen.

Hollenglocke dröhnt übers Zeppelinfeld

Diese Songs kommen noch genauso gut wie vor 30 Jahren - vor allem, wenn sie mit einer derart imposanten Lightshow aufgepeppt werden, wie diesmal. Ebenso ein Highlight: Punkt 21.30 Uhr ein Aufschrei im Publikum - die mächtige Höllenglocke dröhnt übers historische Zeppelinfeld, kollektive Gänsehaut bei "Hells Bells".

Mit den umjubelten Klassikern "T.N.T.",  "Whole Lotta Rosie" und "Let There Be Rock" geht es auf die Zielgeraden - Schlusspunkt ist, wie immer, die Hymne "For Those About To Rock (We Salute You)" und ein furioses Feuerwerk.

Alles in allem also: ein geiles Konzert. Auch wenn die früheren - zum Beispiel 2001 im Frankenstadion - vielleicht noch eine Spur besser waren... 

Das spielten AC/DC in Nürnberg - die Setlist im Überblick:

01. Rock Or Bust
02. Shoot To Thrill
03. Hell Ain't A Bad Place To Be
04. Back In Black
05. Play Ball
06. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
07. Thunderstruck
08. High Voltage
09. Rock 'N' Roll Train
10. Hells Bells
11. Baptism By Fire
12. You Shook Me All Night Long
13. Sin City
14. Shot Down In Flames
15. Have A Drink On Me
16. T.N.T.
17. Whole Lotta Rosie
18. Let There Be Rock

Zugaben:

19. Highway To Hell
20. For Those About To Rock (We Salute You)

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