Mittwoch, 29.01.2020

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Airport Nürnberg: Stadträte diskutieren über Ultrafeinstaubmessung

Belastung durch Ultrafeinstaub an Flughäfen sehr hoch - 10.12.2019 05:54 Uhr

Soll am Nürnberger Airport auch der Ultrafeinstaub gemessen werden? Diese Frage beschäftigt die Stadträte. © Daniel Karmann, dpa


Die Grünen hatten angeregt, nicht nur die Konzentration des klassischen Feinstaubs am Flughafen zu messen, sondern auch den Ultrafeinstaub. Die Begründung: Ultrafeinstaub sei bis zu 100-mal kleiner als ein normaler Feinstaub-Partikel. Aufgrund ihrer geringen Größe können die Miniteilchen durch das Lungengewebe ins Blut übertreten und die Gesundheit nachhaltig schädigen, so die Grünen. "Die Belastung durch Ultrafeinstaub ist dabei an Flughäfen sehr hoch, da bei der Kerosinverbrennung besonders viel Ultrafeinstaub entsteht." Die Erkenntnisse seien noch sehr überschaubar, sagte Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne) im Umweltausschuss des Stadtrats.


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Doch es gibt zumindest Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Minipartikeln und der Gesundheit. Auch laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin weisen einige Studien darauf hin, dass von Ultrafeinstaub in der Umgebungsluft eine schädliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit ausgeht.

Stadträte: Die Stadt soll am Thema dranbleiben

Im Bereich des Frankfurter Flughafens wird seit 2015 durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie die Luft auf ultrafeine Partikel untersucht. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt beauftragte in Augsburg ein Forschungsprojekt zum Thema. In Nürnberg engagiere sich das Landesamt nicht, bedauert Pluschke.

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Der Umweltreferent kann sich deshalb durchaus vorstellen, am Flughafen selbst eine entsprechende Messstelle zu schaffen, quasi zur "Beweissicherung", auch wenn es noch keine Grenz- und Richtwerte gibt. Eine
Messung am Airport mache aber nur Sinn, wenn ein zweites Gerät zum Beispiel in der Innenstadt installiert würde, um Vergleichswerte zu erhalten.

Flughafen will unterstützen: 50.000 Euro Investition pro Gerät

Die Kosten für ein Messgerät liegen bei rund 50.000 Euro. Pluschkes letztem Kenntnisstand zufolge hat der Flughafen signalisiert, die Messungen von Ultrafeinstaub zu unterstützen und die benötigten Investitionsmittel für die Anschaffung eines Ultrafeinstaub-Messgerätes für die Messstation Flughafen auch zeitnah bereitzustellen.

Genau das hat ein Vertreter des Flughafens im Umweltausschuss des Stadtrats dann aber unter dem Eindruck des gerade bekanntgewordenen Aus für die Ryanair-Basis relativiert. Das sei kein kompletter Rückzug, aber er bitte um Aufschub, bis klar sei, was dem Flughafen bevorstehe, sagte Dieter Herold, Leiter der Umweltabteilung des Airports. Die Stadträte von SPD und CSU reagierten angesichts fehlender Grenzwerte verhalten auf den Vorstoß der Grünen, in die Messung einzusteigen. "Es ist noch etwas früh", so Otto Heimbucher, umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Auch SPD-Stadtrat Gerhard Groh plädierte dafür, "den Ball noch flach zu halten".

Ein Nein ist das trotzdem nicht. Die Stadträte waren sich einig, dass die Verwaltung am Thema dranbleiben soll.

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