Dinnershows

Alexander Herrmanns "Palazzo" kehrt im Winter zurück

20.6.2021, 18:04 Uhr
Wegen der Corona-Pandemie blieben alle „Palazzo“-Spielstätten in der Saison 2020/21 geschlossen. Auch der von Sternekoch Alexander Herrmann in Nürnberg.

Wegen der Corona-Pandemie blieben alle „Palazzo“-Spielstätten in der Saison 2020/21 geschlossen. Auch der von Sternekoch Alexander Herrmann in Nürnberg. © Stefan Hippel, NN

"Aktuell planen wir eine ganz normale Saison", sagt der Sprecher von Alexander Herrmanns "Palazzo" in Nürnberg, Matthias Adolph. Die Show und auch das Menü stünden bereits, da die letzte Spielsaison eben ins Wasser gefallen war. "Aber natürlich sind wir auch ein Stück weit abwartend, etwa was die Reisebeschränkungen betrifft", so Adolph weiter. Die Künstler der Show kommen aus allen Ecken der Welt.

Die Vorzeichen stehen gut

Auch wenn er nun die Vorzeichen als "sehr positiv" bewertet, ein Wagnis bleibt es wegen Corona dennoch, wieder zu starten. "Palazzo" zählt zu den am aufwändigsten produzierten Dinnershows weltweit. Gute Künstler werden Jahre vorher verpflichtet, der Aufbau des Spiegelpalastes von Alexander Herrmann nimmt Wochen in Anspruch. Und auch für das Menü bedarf es einer Vorlaufzeit, um die Ware termingerecht abrufen zu können. Immerhin werden in normalen Zeiten 36000 bis 37000 Menüs pro Saison von November bis März serviert. Die Planungs- und Produktionskosten sind enorm. Eine weitere Welle wäre eine unternehmerisches Debakel.

Dies war auch die Begründung gewesen, warum man die letzte Saison erst gar nicht erst hatte starten lassen: Aufgrund der im Mai 2020 herrschenden Bedingungen sei diese Form von Entertainment und Gastronomie im Winter wirtschaftlich nicht umsetzbar, wie es damals hieß.


Ein sehr kurzes Gastspiel


Dieser Einschätzung war die neue und ähnlich konzipierte Dinnershow "Teatrino" nicht gefolgt und damit auf die Nase gefallen: Nach nur wenigen Vorstellungen musste man wieder schließen. Die Verluste waren "erheblich", wie das Management damals unumwunden zugab. Dennoch hatte man angekündigt, 2021 wieder an den Start gehen zu wollen.

Die Pandemie zeigt aber auch beim "Palazzo" Wirkung . Wenn auch in anderer Hinsicht. Erst unlängst hatte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) beklagt, dass für die Gastronomie fehlendes Personal eine besondere Herausforderung sei. Auch Matthias Adolph spricht von "großen Bedenken", für den kommenden Saisonbetrieb adäquates Personal zu finden. "Die Leute mussten ja Geld verdienen und haben sich in anderen Bereichen Arbeit gesucht", wie er sagt. Er berichtet von einem Choreographen, der in die Altenpflege gegangen sei.

Die Zuversicht auf eine erfolgreiche Spielsaison bleibt aber - wenn es die Pandemie zulässt. Die "Palazzo"-Spielstätten in Stuttgart, Berlin, Hamburg und Wien sind Publikumsmagneten. Allein Herrmanns "Palazzo" lockte in den vergangenen zehn Jahren mehr als 350 000 Gäste in den Spiegelpalast. Die Hamburger werden hingegen auch auf die kommende Spielzeit verzichten müssen: Da der ursprüngliche Spielort nicht mehr zur Verfügung steht, müsste man nun einen neuen Platz erschließen. Bei den derzeit herrschenden Unwägbarkeiten ein Wagnis, dass dann vorerst doch noch zu groß ist.

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