Althofs Senioren Service

Althof to go: Promi-Bodyguard als Senioren-Betreuer

NN-Redaktion Gesellschaft
Anette Röckl

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11.3.2021, 13:38 Uhr
Die 76-jährige Karin Hilz bucht Peter Althof regelmäßig -  für Fahrten zum Arzt oder zu Spaziergängen wie hier in der Nähe des Hammerwerks in Laufamholz. Wuscheliger Zusatz: Goldendoodle Hund Lui, in den die Rentnerin vernarrt ist.

© Michael Matejka Die 76-jährige Karin Hilz bucht Peter Althof regelmäßig - für Fahrten zum Arzt oder zu Spaziergängen wie hier in der Nähe des Hammerwerks in Laufamholz. Wuscheliger Zusatz: Goldendoodle Hund Lui, in den die Rentnerin vernarrt ist.

Laufamholz, Mittwochnachmittag, die Sonne blinzelt durch die Wolken. "Security" steht in großen Lettern auf dem Wagen, aus dem Peter Althof einen Rollator hebt. Im Auto sitzt Karin Hilz (76) und freut sich auf den Spaziergang mit ihrem "Beeder" im Pegnitzgrund beim Hammerwerk. Ein Filmteam von Sat1 ist diesmal bei ihrem Spaziergang mit dabei, denn der ASS, "Althofs Senioren Service", hat schon Schlagzeilen gemacht. Vor allem ist aber auch Hund Lui dabei - auf den freut sich die 76-Jährige mindestens so wie über den Privat-Bodyguard. "Mein Dackel ist gestorben, das ist jetzt mein Ersatz-Hund, der ist so goldig", sagt die Nürnbergerin.

Ein Filmteam von Sat1 begleitete den Spaziergang. Das Medieninteresse an dem Promi-Bodyguard, der für Älter buchbar ist, ist hoch.

Ein Filmteam von Sat1 begleitete den Spaziergang. Das Medieninteresse an dem Promi-Bodyguard, der für Älter buchbar ist, ist hoch. © Michael Matejka, NNZ

Während sie mit Althof langsam den Weg entlang spaziert, freut sie sich, wie Althofs Goldendoodel, ein Mix aus Golden Retriever und Königspudel, über die Wiese tollt. "Geht`s? Oder willst dich amal hinsetzen?", erkundigt sich Althof zwischendurch und legt, ganz Personenschützer, einen Arm um seinen Schützling, wenn sich ein Fahrrad nähert.

In Erster Hilfe geübt

In Erster Hilfe ist er durch seinen Job als Personenschützer gut ausgebildet. Ein Notfallset mit Nitrospray und anderem hat er immer dabei. Und auch immer einen Witz parat. "Du bist ein Barock-Teenager", sagt er zu der 76-Jährigen - die lacht schallend darüber.

Hilz fühlt sich gut beschützt. Vor eineinhalb Jahren hatte sie einen Oberschenkelhalsbruch, gefolgt von einem Rippenbruch. "Wenn ich allein spazieren gehen würde, hätt` ich Angst vielleicht nicht mehr heimzukommen", sagt sie. Für die Begleitung zu bezahlen, 35 bis 45 Euro in der Stunden nimmt Althof, das sei es ihr wert. "Dafür kauf' ich mir keine Klamotten. Das macht für mich mehr Sinn", sagt die Seniorin. Ihre Kinder können sie nicht spazieren führen, denn sie leben weit weg. Der Sohn in Montreal in Kanada, die Tochter bei Palm Beach in den USA. Einige jüngere Bekannte nähmen sie zwar schon auch ab und zu mit, aber die Ausflüge mit dem Bodyguard sind ein schöner Zusatz für sie.


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Seit 30 Jahren kennt sie Althof, der ihr Nachbar ist. "Er hat mir und meinem Mann, bevor er gestorben ist, immer schon geholfen", erzählt sie. "Da hab ich gesagt: ,Peter ich will dir auch mal was dafür geben.'" So kam es zu der Geschäftsidee: Mehr Lebensqualität für Ältere gegen Bezahlung. Natürlich kann sich nicht jeder einen solchen Dienst leisten, räumt der Nürnberger ein. Karin Hilz kann und freut sich darüber. Auch, weil Althof sie zum Lachen bringt. "Er ist nie grantig und immer lustig. An Tagen, an denen man nicht so gut drauf ist, zieht einen das rauf", sagt sie.

Um die sieben Kunden hat Althof momentan. Mit ihnen geht er spazieren, fährt sie zum Einkaufen oder zum Arzt, bringt Take-away-Essen oder macht sonstige Besorgungen. "Althof to go, sozusagen", sagt der 65-Jährige und lacht. Bekannt ist er in Franken als Promi-Security-Mann in der Bussi-Bussi-Gesellschaft und aus dem Kult-Film "Macho Man, von dem gerade Teil drei gedreht wird. Älteren zu helfen, mache ihm Spaß. Aber natürlich will er damit auch Geld verdienen, damit zumindest "a Bissele was reinkommt in die Kiste."

Denn auch seine Sicherheitsfirma treffen die Auswirkungen der Pandemie hart. Wenn es keine Veranstaltungen gibt, braucht es auch keine Türsteher am Eingang oder andere Securitydienste. Und auch in seinem Box-Studio haben die Menschen reihenweise gekündigt, um zu sparen. "Ich wollte irgendwas machen und nicht den Kopf in den Sand stecken", sagt er.

Und der Franke hat noch größere Pläne. Er könnte sich das Modell "Personenschützer bieten Älteren ihre Dienste an" auch in anderen Städten vorstellen. Einige befreundete Bodyguards hätten schon Interesse gezeigt, sagt er. Während Hund Lui durch Unterholz tollt, schmiedet er mit Hilz auf einem Parkbänkchen aber erstmal Pläne für den nächsten Ausflug: Eine Shoppingtour nach Ingolstadt. Lui muss da allerdings leider zuhause bleiben.

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