Trotz Corona-Sorgen

Arbeitsmarkt Nürnberg: Agenturchef gibt sich optimistisch

Ressort: Lokales Online..Datum: 18.10.16..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Kreatives Frühstück, Porträt Wolfgang Heilig-Achneck, Mitarbeiterportrait
Wolfgang Heilig-Achneck

Lokalredaktion

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4.1.2022, 19:11 Uhr
Die Arbeitsagentur Nürnberg sieht zum Jahreswechsel keine beunruhigenden Trends - böse Überraschungen sind natürlich nicht ausgeschlossen.

Die Arbeitsagentur Nürnberg sieht zum Jahreswechsel keine beunruhigenden Trends - böse Überraschungen sind natürlich nicht ausgeschlossen. © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Wirklich? Das gelte natürlich nur, schiebt der Vorsitzende der Arbeitsagentur Nürnberg als Einschränkung nach, wenn nicht Omikron oder womöglich wieder andere Corona-Mutationen erneut alles in Frage stellen. Dabei kann nicht nur das Infektionsgeschehen hierzulande durchaus dramatische Folgen haben.

Sollte beispielsweise Omikron in China Fuß fassen, drohen auch in Europa immense Auswirkungen. Wenn Berichte stimmen, dass der im Reich der Mitte entwickelte Impfstoff praktisch keinerlei Schutz gegen diese Variante bietet, sind gigantische Ausfälle denkbar – und die bisher bekannten Lieferengpässe wären nicht mehr als ein läppisches Vorspiel.

Mit seiner dennoch optimistischen Einschätzung will Brandes freilich nicht darüber hinweggehen, dass die Kurzarbeit zum Beispiel vorerst „weiterhin einiges auffangen“ muss und dass manche Branchen weiter mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Nehmen sich doch allein die Zahlen imposant aus: Wurden allein im Agenturbezirk Nürnberg 2020 gut 300 Millionen Euro für Kurzarbeit ausgegeben, waren es im vergangenen Jahr immerhin noch 245 Millionen Euro. Die Zahl der Neumeldungen im Dezember gilt als „unauffällig“, eine Trendwende hält Ralf Holtzwart, der Vorsitzende der Regionaldirektion Bayern, aber für leicht möglich.

Quote unter fünf Prozent

Insgesamt aber „überwiegen die positiven Indikatoren“, meint der Nürnberger Agenturchef und stützt sich dabei nicht nur auf die Erwerbslosenquote für den Agenturbezirk (mit dem Nürnberger Land und Schwabach): Während sie jetzt bei 4,5 Prozent liegt, hatte 2020 stets eine Fünf vor dem Komma gestanden.

Als Indikator noch wichtiger ist freilich die Einstellungsbereitschaft, also die Kräftenachfrage: Fast 1800 neue Stellenmeldungen gingen im Dezember bei der Nürnberger Agentur – 350 mehr als im Dezember vor dem Pandemieausbruch. Und auch der Bestand liegt mit nun 8540 zu vergebenden Stellen über dem Niveau von Ende 2019. Zuwächse sind dabei nicht nur bei der Zeitarbeit, sondern etwa auch im Verarbeitenden Gewerbe und weiterhin im Gesundheitswesen zu verzeichnen.

Auf der anderen Seite sind mehr als 35.000 Frauen und Männer auf Arbeitssuche, knapp 19.000 sind als arbeitslos registriert. Mehr als jeder Dritte gehört inzwischen zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen. Noch vor zwei Jahren lag der Anteil bei gut 22 Prozent. „Männer und Frauen gehören gleichermaßen zu den Verlierern; Ältere und Ungelernte sind weit überdurchschnittlich vertreten“, erläutert Brandes. „Leider wiederholt sich hier ein Muster, das aus früheren Krisen bekannt ist. Wir wollen die Wiedereingliederung nach Kräften fördern, aber das wird schwer.“

Für schwer abschätzbar hält Brandes unterdessen die mögliche Abwanderung von Arbeitskräften aus dem Gesundheitswesen, wenn dort bald eine Impfpflicht greift.

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