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Mittwoch, 30.09.2020

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Ärger um Rüpel-Autofahrer in Nürnberger Stadtteil

Baustelle in der Spitzwegstraße sorgt für lange Staus - 09.08.2020 14:05 Uhr

Ja, hier ist wirklich kein Durchkommen: Viele Verkehrsteilnehmer fahren momentan bis zur Baustelle in Worzeldorf und weichen dann über Wohngebiete aus.

© Foto: Karl Beck/Sör


Stau, Lärm, genervte Anwohner: Sör saniert seit vergangener Woche die Spitzwegstraße in Worzeldorf zwischen Worzeldorfer Kirchsteig und Finkenschlag – wodurch eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im Nürnberger Süden für die nächsten fünf Wochen für den Durchgangsverkehr blockiert ist. Ärgerlich für alle: Viele Autofahrer haben die Umleitungsempfehlungen bereits in den ersten Tagen ignoriert. Die Folge: lange Staus in Worzeldorf.

Bürgermeister Christian Vogel ist sauer: "Dass der Durchgangsverkehr die Umleitungsempfehlungen so massiv ignoriert, ist schon sehr ärgerlich. Dadurch verstopft die Straße in Worzeldorf, Falschfahrer erkennen ihren Irrtum und navigieren durch verkehrsberuhigte Wohngebiete."

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Der aktuell laufende, erste Bauabschnitt ist besonders kritisch, denn der vielfrequentierte Knoten Spitzwegstraße/Worzeldorfer Hauptstraße ist für rund drei Wochen komplett gesperrt. "Für die Bauarbeiten wurden deshalb mehrere weiträumige Umleitungen eingerichtet. Eine kleinteilige Umleitung haben wir ganz bewusst nicht vorgesehen, weil wir den Verkehr nicht durch die Wohngebiete leiten wollten", so Vogel. Die langen Staus werden aber hauptsächlich von Verkehrsteilnehmer verursacht, die statt der weiträumigeren Umleitung über Katzwang, Reichelsdorf und Herpersdorf weiterhin Worzeldorf als Durchgangsstrecke nutzen wollen.

Zusätzliches Personal mit mehr Geräten

Das Problem daran: An der Kreuzung An der Radrunde/Worzeldorfer Hauptstraße musste eine Ampelanlage eingerichtet werden, die eigentlich nur dazu dient zu verhindern, dass ein Bus einem entgegenkommenden Lkw begegnet. Damit Anlieger aus der Straße Am Wiesengrund und rund um die Habermannstraße ihre Wohngegend verlassen können, wurde zudem eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. Die Falschfahrer ignorieren aber sowohl Umleitungsbeschilderungen als auch Anlieger-Regelungen – und laufen in der Worzeldorfer Hauptstraße schließlich an der Sperrung auf.

Um die Situation vor Ort zu entspannen, soll nun zusätzliches Personal mit mehr Geräten dafür sorgen, dass der Bau schneller vorangeht. Geplant ist, die Straßenbauarbeiten im Umfeld des Knotenpunkts bereits am kommenden Samstag abzuschließen. Die komplette Sperrung der Kreuzung wäre somit vier Tage vor dem geplanten Termin Anfang nächster Woche aufgehoben.

Keine zusätzliche Ampel

Eine weitere Ampelanlage zu installieren, wie es von Anwohnern gefordert wurde, ist nach Auffassung der Verkehrsplaner nicht notwendig. "Kostengründe haben bei dieser Entscheidung keine Rolle gespielt", betont Vogel. "Eine kurzfristige Nachrüstung mit zusätzlichen Ampeln ist aufgrund des notwendigen Planungsvorlaufs in der verbleibenden Zeit nicht realisierbar. Und ob es durch den Einsatz dieser weiteren Ampel zu einer Entspannung der Situation gekommen wäre, ist fraglich."

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Zusätzlich zu der Umstellung am kommenden Wochenende werden noch weitere Schilder entlang der neuralgischen Punkte aufgestellt. Dadurch soll der Falschverkehr, ergänzend zu den bereits getroffenen Nachbesserungen, nochmals deutlich auf die Verkehrsführung hingewiesen werden.

Für das Jahr 2021 ist die Umwandlung des Knotenpunkts Worzeldorfer Hauptstraße/Spitzwegstraße in einen Kreisverkehr vorgesehen. Aus förderrechtlichen wie eigentumsrechtlichen Gründen bei den dafür notwendigen Grundstücken könne diese Maßnahme mit der aktuell laufenden Sanierung nicht durchgeführt werden, bedauert Vogel.

"Es geht um sichere Straßen"

Das Ziel ist deshalb, den Grundstückskauf und die Planungen in diesem Jahr abzuschließen, damit im Frühjahr 2021 der Kreisel gebaut werden kann. Sollte es dabei allerdings zu Verzögerungen kommen, kann der Kreisverkehr erst nach der Fertigstellung der Hafenbrücken im Jahr 2026 gebaut werden. In diesem Fall würde der stark verschlissene Straßenabschnitt, der jetzt wegen des geplanten Kreisverkehrs nicht angepackt wurde, im Frühjahr 2021 saniert werden.

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Für die aktuell laufende Baustelle betont Vogel: "Dass es wegen unvernünftiger Verkehrsteilnehmer zu diesen Unannehmlichkeiten für die Anwohner in Worzeldorf kommt, tut mir leid. Straßensanierungen sind von Zeit zu Zeit einfach notwendig. Es soll niemand durch Baustellen geärgert werden. Es geht um sichere Straßen und damit auch um sichere Schulwege."

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