Montag, 18.11.2019

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Auch in Nürnberg ist das Interesse an der StUB groß

Mobile Bürgerversammlung fährt Trasse der Stadt-Umland-Bahn ab - 14.07.2018 10:00 Uhr

Die mobile Bürgerversammlung führte die Nürnberger nach Erlangen, wo sie sich über die StUB informierten. © Roland Fengler


"Es geht derzeit nur um einen Strich mit dem Edding auf dem Stadtplan", sagte Maly. Der OB meinte damit, dass das derzeit laufende Raumordnungsverfahren zur StUB mit dem die Trassenführung der Straßenbahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach nur grob und nicht im Detail festgelegt werden soll. Die genaue Trasse wird dann im Planfeststellungsverfahren, das 2020 beginnt, festgelegt. Dann gibt es auch Klarheit über die Position der Haltestellen.

Die Vertreter des Zweckverbands für die StUB, Florian Gräf und Daniel Große-Verspohl, haben in diesem Jahr schon sieben Informationsveranstaltungen zum möglichen Trassenverlauf abgehalten. "Wir sind noch für alle Ideen offen", versprach Janik. "Aber viele Ideen, die am Schreibtisch oder auf der Karte gut aussehen, sind es bei der in Augenscheinnahme nicht mehr", fügte der Erlanger OB.

Dass die Schwierigkeiten im Detail liegen, wurde an der mutmaßlichen Haltestelle in der Sebastianstraße in Tennenlohe deutlich. Einige Fragesteller wollten wissen, warum die StUB nicht näher an Großgründlach herangeführt wird, um höhere Fahrgastzahlen zu bekommen. Laut Baureferent Daniel Ulrich soll die Straßenbahn zwischen den drei Städten schnell fahren, um möglichst viele Autofahrer zum Umsteigen auf die Straßenbahn zu bewegen. Die StUB soll vor allem dem Pendlerstrom mit dem Auto Konkurrenz machen. Immerhin arbeiten 18.000 Nürnberger in Erlangen. Weniger Autos bedeuten eine bessere Luftqualität, so Ulrich. "Die Reisezeit ist dabei ganz wichtig." Die Planer würden deshalb in Kauf nehmen, nicht alle Vororte direkt anzubinden, denn Umwege kosten Zeit, so Ulrich. Derzeit benötigt der Bus von Am Wegfeld 20 Minuten in die Erlanger Innenstadt. Die Reisezeit soll mit der Straßenbahn auf 16 Minuten sinken. 

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Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Dass sehr viel Aufwand mit den Informationsveranstaltungen getrieben wird, begründet Gräf damit, dass schon beim Raumordnungsverfahren möglichst viele Anregungen und Ideen von Bürgern berücksichtigt werden, um das Klagerisiko nach dem Planfeststellungsverfahren zu verringern. Derzeit wird überlegt, ob das Planfeststellungsverfahren nicht in Abschnitten aufgeteilt wird . Die Strecke der StUB von Am Wegfeld bis nach Herzogenaurach wird 25 Kilometer lang sein und soll 256 Millionen Euro kosten (Stand 2015). Zweifel an der StUB angesichts der hohen Kosten ließ Maly gar nicht erst aufkommen, denn schon die Verlängerung der Straßenbahn nach Am Wegfeld hat alle Erwartungen übertroffen. Insgesamt 17,5 Hektar Wald und Grünflächen müssen für Straßenbahn- Radwegtrasse geopfert werden.

Bei der mobilen Bürgerversammlung stieß aber nicht nur die StUB auf großes Interesse, sondern auch die geplanten Fahrradautobahnen. Vier Meter breit wird die Fahrradstrecke zwischen Nürnberg und Erlangen sein. Während bislang 18 Ampeln zwischen Erlangen-Röthelheimpark und der Fürther Straße in Nürnberg die schnellen Radler stoppen, soll es dann eine grüne Welle für Fahrradfahrer geben, wenn sie 25 Stundenkilometer fahren, kündigte Ulrich an. "Ganz ohne Stopp wird es aber nicht gehen." Laut Maly gibt es jetzt Geld vom Freistaat für den Bau von Radschnellwegtrassen. Für die zwischen Erlangen und Nürnberg geplante Trasse soll vor allem der aktuelle Fahrradweg ausgebaut werden. Derzeit nutzen rund 1000 Radler am Tag diese Strecke. Da gibt es noch Wachstumspotenzial. 

Umweltreferent Peter Pluschke machte an der Haltestelle Am Wegfeld deutlich, wie wichtig ein noch besseres ÖPNV-Angebot ist, denn auch nach den neuesten Messungen sind die Stickstoffdioxide, die vor allem auf Diesel-PKW zurückgehen, am Ring und in Teilen der Nürnberger Westens zu hoch.

Die Bürgerversammlung nutzten Knoblauchsländer Bauern, um gegen die geplante Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Osten und Süden des Flughafens zu protestieren. Christine Schindler und Wilhelm Schuh befürchteten eine Enteignung von landwirtschaftlichen Grundstücken durch die Stadt. Baureferent Ulrich sicherte zu, dass die Grundstücke gemeinsam entwickelt werden: "Wir sind ganz am Anfang, und wissen gar nicht, ob es geht. Ohne eine Lösung für die Landwirtschaft passiert nichts." 

ANDRE FISCHER

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