"Dooring-Unfälle":

Aufgerissene Autotüren: Radfahrer machen auf Gefahr aufmerksam

5.5.2021, 18:22 Uhr
Dooring-Unfälle: Wenn Autofahrer unvermittelt ihre Tür aufreißen, kann das schwere Fahrrad-Stürze verursachen.

Dooring-Unfälle: Wenn Autofahrer unvermittelt ihre Tür aufreißen, kann das schwere Fahrrad-Stürze verursachen. © Clara Grau, NNZ

Eine dramatische Szene: Eine Radlerin fährt auf einem Radweg, ein Autofahrer, der sein Fahrzeug neben dem Radverkehrsstreifen geparkt hat, öffnet unbedacht die Fahrertüre. Die Zweiradfahrerin kann gerade noch ausweichen, stürzt aber durch den Schlenker.

So genannte „Dooring-Unfälle“, bei denen Radfahrende in eine plötzlich aufgerissene Autotüre krachen oder beim Ausweichmanöver stürzen, können schwere, ja sogar tödliche Folgen haben, wie Bettina Klose berichtet. Die Nürnbergerin hat in der Bahnhofstraße mit anderen Zweiradbegeisterten eine szenische Darstellung dieser Unfälle organisiert, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen.

Das Risiko sei besonders groß, wenn Parkstreifen unmittelbar an Radwege angrenzen, so Klose. Sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter fordern deshalb, dass die Stadt bei der Verkehrsplanung einen Sicherheitsabstand mitberücksichtigt.


Mobilitätsbeschluss statt Radentscheid


Ein Ort, an dem die Radaktivistinnen und –aktivisten Handlungsbedarf sehen, ist die Bahnhofstraße im Bereich Marientunnel. Hier sollen beidseitig Radfahrstreifen abmarkiert werden. Jeweils rechts davon sind Längs-Parkplätze eingeplant.

Zum einen müssten die Autofahrer beim Ein- und Ausparken den Radweg queren, kritisiert Bettina Klose. Zum anderen gibt es Risiken hinsichtlich der am Radfahrstreifen vorbeifahrenden Fahrzeuge. Hier gilt die Straßenverkehrsordnung, die explizit regelt, dass mindestens 1,5 Meter Abstand beim Überholen eingehalten werden müssen, einen extra Sicherheitstrennstreifen gibt es nicht. Dieser muss nur, als passiver Schutz, zu den benachbarten Parkplätzen angelegt werden. Wenn Radfahrende wegen einer plötzlich geöffneten Türe ausweichen müssen oder es gar zur Kollision kommt, seien sie extrem gefährdet, so die Mitorganisatorin der Aktion.


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Die Radaktivistinnen und –aktivisten bemängeln, dass viele bestehende und geplante Radfahrstreifen nicht den Standards entsprechen, die im vom Stadtrat im Januar gefassten Mobilitätsbeschluss definiert wurden. Freilich sei das oft dem Gesamtquerschnitt der Straßen geschuldet, der - will man alle Verkehrsteilnehmer zu ihrem Recht kommen lassen – eine Regelbreiten von 2,30 Metern zulässt.

Dennoch mahnen sie, dass die neu gebauten Radwege voraussichtlich viele Jahrzehnte erhalten bleiben. Daher sei eine sichere und zeitgemäße Umsetzung notwendig.

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