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Ausgangssperre und Schulen: Das ändert sich in Nürnberg jetzt

Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt in der Stadt erneut die 100er-Marke - 22.02.2021 15:13 Uhr

In einer kurzfristigen Pressekonferenz informierte Oberbürgermeister Marcus König über die neuen Regelungen, die mit der gestiegenen Inzidenz einhergehen. 

22.02.2021


Erst eine Woche ist es her, dass in Nürnberg die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben wurde. Doch lange währt die Freude nicht: So hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag für die Frankenmetropole eine Sieben-Tage-Inzidenz von 101,5 mitgeteilt - damit wurde der entscheidende Grenzwert erneut überschritten. Was hat das nun zur Folge, diese Frage wollte unter anderen Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König am Montagmittag in einer spontanen Pressekonferenz beantworten.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz habe dazu den ganzen Morgen über ausführlich getagt. "Leider", so König, sei "die Tendenz der Inzidenz in Nürnberg eher steigend als sinkend", daher wird nicht nur die nächtliche Ausgangssperre ab Dienstag erneut eingeführt, die dann zwischen 22 und 5 Uhr gilt, auch für Schulen und Kitas müsse man entsprechende Konsequenzen ziehen.

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Ausgenommen von dem Distanzunterricht seien nach wie vor die Abiturklassen Q12, sowie die 12. und 13. Klasse der Fach- und Berufsoberschulen sowie bestimmte Abschlussklassen beruflicher Schulen, bei denen noch vor Ostern die Abschlussprüfungen anstehen.


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Nur wenn die Inzidenz in einer Region stabil unter 100 liegt, gibt es wieder Präsenzunterricht an den Grundschulen und für die Abschlussjahrgänge etwa von Real-, Mittel- und Wirtschaftsschulen sowie eingeschränkten Normalbetrieb in den Kitas.

Lehrkräfte, Erzieher sowie Schüler der Abschlussklassen haben seit Montag die Möglichkeit, sich im Schnelltestzentrum beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in der Nunnenbeckstraße 47 freiwillig und kostenlos mittels eines Antigen-Tests auf Covid-19 testen zu lassen. Daneben soll es mit Hilfe von Ärzten ein dezentrales Testangebot an niedrigeren Schulen geben. Auch für das Kita-Personal ist eine solche Testmöglichkeit geplant.

Großer Unmut machte sich am Morgen in verschiedenen Internetforen und Chatgruppen sowohl bei Eltern, Schülern als auch bei Lehrern breit. "Auch für uns ist die Situation denkbar unbefriedigend", berichtet ein junger Lehrer einer Grundschule.

"Wendepunkt in den Infektionszahlen"

Dass sich die Zahlen für Nürnberg so entwickeln, war "nicht absehbar", wie Britta Walthelm, Gesundheitsreferentin der Stadt Nürnberg, erklärte. Zunächst hatten in der vergangenen Woche alle Indikatoren einen guten Trend angezeigt, so Walthelm. "Überall immer sinkende Tendenzen, bis einschließlich Donnerstag". Erst über das Wochenende entwickelte sich die Lage in Nürnberg kritischer. Man stehe am Wendepunkt zu einer dritten Welle. Walthelm geht davon aus, dass die Zahlen wohl auch in den nächsten Tagen weiter leicht steigen und über dem kritischen Wert von 100 bleiben. "Die Infektionslage in Nürnberg ist weiterhin sehr diffus", erläutert die Gesundheitsreferentin. Sie begründet diese Entwicklung vor allem auch mit der schnellen Zunahme der deutlich ansteckenderen Virus-Mutationen, die mittlerweile 22 Prozent der neuen Corona-Fälle ausmachen. Hauptsächlich sei die britische Variante nachgewiesen worden.

OB König appelliert an Bevölkerung

Sicherheit gehe an der Stelle vor, damit begründet Oberbürgermeister König die Entscheidungen, die am Montagmorgen getroffen wurden. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, werde es diese Woche beim Distanzunterricht bleiben. Am Donnerstag will sich die Stadtspitze erneut zusammensetzen und diskutieren, ob ab der kommenden Woche wieder Wechselunterricht möglich sei.

Sorge bereite Oberbürgermeister König auch, dass sich viele Menschen bei dem guten Wetter der letzten Tage draußen aufgehalten haben, ohne den nötigen Abstand einzuhalten. Ein "Stück weit Normalität" gelinge nur, "wenn wir jetzt aufpassen", betonte König.

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