Ausgebremst: Stadt Nürnberg verbietet Tuning-Treffen

30.3.2016, 19:59 Uhr
Viele Tausend Menschen trafen sich früher bei den regelmäßig stattfindenden Tuning-Treffen auf dem XXXLutz-Parkplatz.

Viele Tausend Menschen trafen sich früher bei den regelmäßig stattfindenden Tuning-Treffen auf dem XXXLutz-Parkplatz. © Eduard Weigert

Seit Jahrzehnten finden in Nürnberg Tuner-Treffen statt. Die Autoschrauber-Szene wählte dafür des Öfteren Parkplätze oder öffentliche Straßen - ohne die erforderliche Erlaubnis und Einwilligung der Grundstückseigentümer. Entsprechend unbeliebt sind die Veranstaltungen bei der Stadt und vielen Anwohnern.

Nicht gerade verbessert hat die Stimmung eines der letzten Treffen, das im Oktober 2015 am Nürnberger Tiergarten stattfand - und das gleich mit 1500 Fahrzeugen. Im Anschluss fanden mehrere Rennen statt und die Anzahl der Teilnehmer stieg und stieg: Am Schluss zählte die Polizei sogar 2500 Autos. Augenzeugen berichteten damals von chaotischen Zuständen, unter anderem sollen die Tuner ihre Fahrzeuge "ohne Rücksicht auf Verluste auch durch 30er-Zonen gejagt" haben.

Im Internet und auf Facebook kündigten unbekannte Organisatoren jetzt erneut eine Veranstaltung an, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg: Am 1. und 2. April sollte der Saison-Auftakt in Nürnberg gefeiert werden - den genauen Ort des Treffens gaben die Veranstalter bisher nicht preis.

Eine erforderliche Anzeige oder ein Antrag auf Erlaubnis lag der Stadt bislang nicht vor - und so hagelt es jetzt für die unbekannten Organisatoren eine klare Absage: "Das städtische Ordnungsamt hat illegale Tuningtreffen am 1. und 2. April 2016 in ganz Nürnberg verboten", heißt es per Pressemitteilung.

Dieses Video wird präsentiert von Franken Fernsehen:

Die Stadt befürchtet, dass sowohl Anwohner gestört werden könnten, als auch der Verkehr darunter leide: "Da solche illegalen Treffen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden und zu erheblichen Störungen der Anwohner und des Verkehrs führen, hat das Ordnungsamt (...) Tuningtreffen in ganz Nürnberg verboten, für die nicht die erforderliche Anzeige oder Erlaubnis vorliegt."

Dass es in der Tuningszene auch legale - und unproblematische - Treffen geben kann, zeigen Veranstaltungen, die nicht nur rechtzeitig angemeldet sind, sondern auch ohne weitere Störungen ablaufen. "Die Szene entwickelt sich weiter", sagt der 41-jährige Steve Homer Weber, der seit vielen Jahren Treffen veranstaltet und besucht - mittlerweile mit Messe-Charakter unter seinem eigenen Label "Streetculture". "Angefangen hat alles ganz klein an der Esso in Fürth", erzählt er.

Aktuell steckt er in den Planungen für seine eigene Saisonauftakt-Veranstaltung. Am 16. April ist es soweit, dann werden sich einige Tausend Fahrer am Grundig Stadion versammeln: "Alles organisiert, legal und angemeldet", erklärt er. Die Verhandlungen mit der Stadt seien unproblematisch. Warum die Tuning-Veranstaltung am Wochenende solche Probleme macht, versteht er nicht: "Das wären wahrscheinlich eh nicht mehr als 30 bis 40 Autos gewesen." 

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