Samstag, 16.11.2019

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BabyZeit-Messe lockt junge Familien in die Meistersingerhalle

Am Wochenende holten sich (werdende) Eltern Infos rund ums Kind - 20.10.2019 18:24 Uhr

Welcher Kindersitz soll es sein? Auf der Messe BabyZeit konnten sich die Besucher in aller Ruhe umsehen. © Eduard Weigert


Die Angebote in der Meistersingerhalle reichen von der Vermögensberatung über Tragetuchtechniken und die Auswahl des richtigen Kindersitzes bis hin zu sportlichen Aktivitäten mit dem Nachwuchs.

Angelika Nirschl und Jenny Fleischmann sind Kangatrainerinnen. Unter dem Motto "Du wirst fit, Dein Baby macht mit!" leiten sie ein Workout, bei dem Mütter ihr Kind im Tragetuch ganz nah bei sich haben. Die einstündigen Einheiten, versprechen die beiden, schonen die Gelenke und stärken Muskulatur und Beckenboden. Mit „Prekanga“ können Frauen loslegen, sobald sie wissen, dass sie schwanger sind.

In Nürnberg gibt es Kanga seit fünf Jahren. Entwickelt hat es die Wienerin Nicole Pacher. Die Idee dazu kam ihr, als ihr drittes Kind einfach nicht daneben liegen und ruhig zusehen wollte, wie sie ihr postnatales Training absolvierte.

Wie wichtig Kontinuität während der Schwangerschaft ist, betonen die Doulas Christine Pechmann und Esther Bahl. Die beiden haben keine medizinische Ausbildung absolviert, sondern sind vom Verein Doulas in Deutschland ausgebildet worden. Sie begleiten Frauen vom Beginn der Schwangerschaft an und unterstützen während der Geburt emotional, indem sie die ganze Zeit an ihrer Seite sind.

Jenny Fleischmann (links) und Angelika Nirschl sind Kangatrainerinnen. Bei ihrem Workout tragen die Mütter ihr Kind am Bauch. So können beide zusammen Sport machen. © Eduard Weigert


Bei Schwangeren, die von Doulas begleitet werden, gibt es laut Pechmann weniger Kaiserschnitte, auch die Saugglocke käme seltener zum Einsatz. Die Doulas stehen nicht in Konkurrenz zu Hebammen, sondern ergänzen sie viel mehr, wie Bahl erklärt. Sie treffen sich mehrfach vor, aber auch nach der Geburt und am Wochenbett mit den Müttern, um offene Fragen zu klären. So sollen die Frauen zufrieden mit ihrer Geburt abschließen können.

Willkommen in unserer Mitte

Ist das Kind erst einmal auf der Welt, machen sich viel Eltern Gedanken, ob und wann sie es taufen lassen möchten. Svenja Scheumann bietet neben freien Trauungen auch freie Taufen an. "Es geht darum, das Kind in der Familienmitte willkommen zu heißen", sagt die "Stimme der Herzen". Anders als bei Christen, die sich auch im Erwachsenenalter noch taufen lassen können, richtet sich die freie Taufe vor allem an kleine Kinder bis zu zwei Jahren. "Sonst haben sie die Welt ja fast schon erforscht. Dann macht es keinen Sinn mehr", erklärt Scheumann.

Die Zeremonie ist laut der freien Rednerin sehr persönlich gehalten. Die Rede dreht sich sowohl um die Schwangerschaft als auch die Kennenlernphase. Wenn es gewünscht ist, kann zum Beispiel ein Baum gepflanzt werden.

Was Eltern im Notfall tun können, weiß Svenja Höse. Die Heilpraktikerin und Fachkinderkrankenschwester berät Eltern für einen sicheren Umgang mit ihrem Kind. Viele, weiß Höse, haben zuletzt im Rahmen der Führerscheinprüfung einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Sobald aber ein Kind im Spiel ist, wollen sie ihre Kenntnisse unbedingt auffrischen. Ihre – stets gut besuchten – Erste-Hilfe-am-Kind-Kurse bietet Höse inzwischen auch online an.

Gemütlich soll es sein

Abseits möglicher Notfälle möchten frischgebackene Eltern natürlich wissen, wie sie es ihren Kleinen möglichst gemütlich machen können. Dafür hat sich Marianne Dahms etwas einfallen lassen. Ihr Sleepolino ist ein Einschlagkissen für Babys, das als Schlafsack, im Kinderwagen, auf Reisen und überall dort verwendet werden kann, wo das Baby schläft.

"Die Idee hatte ich, als meine Enkelkinder auf die Welt kamen", sagt die 63-Jährige aus Pressath in der Oberpfalz. Der Sleepolino orientiert sich an Einschlagkissen, die sie aus ihrer Kindheit kannte. Damals war es üblich, Säuglinge eng und kuschelig einzupacken, ähnlich wie beim heute wieder bekannten Pucken.

Bei Dahms Sleepolino-Modellen handelt es sich stets um Unikate, die aus hochwertigen, zum Teil regionalen, Materialien in Handarbeit gefertigt werden. Und sie eignen sich nicht nur für Kleinkinder, wie Dahms anhand mehrerer Handyfotos zeigt. Ihre Enkelkinder haben ihre Lieblingsstücke längst zu Kissen umfunktioniert.

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