Bäume und Flutlicht: So einladend wird der Bahnhofsvorplatz

11.6.2016, 06:00 Uhr
Die Simulation zeigt, wie der Bahnhofsvorplatz einmal aussehen soll: ordentlich aufgeräumt und grüner als bisher. Die Fußgänger müssen nicht mehr die Unterwelt durchqueren, um in die Altstadt zu gelangen.

Die Simulation zeigt, wie der Bahnhofsvorplatz einmal aussehen soll: ordentlich aufgeräumt und grüner als bisher. Die Fußgänger müssen nicht mehr die Unterwelt durchqueren, um in die Altstadt zu gelangen. © Simulation: Stadt Nürnberg

1100 Menschen am Tag übersteigen verbotenerweise die Absperrungen am Bahnhofsvorplatz, weil sie keine Lust haben, den unterirdischen Weg in die Altstadt zu nehmen. In Zukunft können sie ganz bequem und vor allem legal die überirdische Abkürzung nehmen. Im Jahr 2017 soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden.

"Wir haben das Mögliche herausgeholt", sagt Baureferent Daniel Ulrich in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses. Seit Jahren ist der Platz Bürgern wie Stadt ein Dorn im Auge, ehrgeizige Verschönerungspläne hat es schon gegeben, unter anderem die Idee, den Verkehr unter den Platz zu verlegen. Doch letztlich scheiterte das Vorhaben an den finanziellen Möglichkeiten.

Jetzt sollen abgespeckte Pläne mit Hilfe von Bundesmitteln realisiert werden. Der Bund fördert die barrierefreie Umgestaltung von Bahnhofsplätzen mit bis zu 90 Prozent Die Gesamtkosten schätzt die Nürnberger Bauverwaltung auf rund 5,3 Millionen Euro. Darin enthalten ist die veränderte Verkehrsführung, die neue Aufteilung des Bahnhofsplatzes und die überirdische Fußgängerquerung, die mit Ampeln versehen wird und vom Hauptportal des Bahnhofs über den Handwerkerhof in die Altstadt führt.

Auf dem Bahnhofsvorplatz fallen die Kurzparkplätze weg, den Raum, der dadurch frei wird, bekommen die Taxifahrer. Wer jemanden nur schnell aussteigen lassen will, kann das dort tun, wo vorher die Taxis standen. Dort wird außerdem eine Mobilitätsstation für Fahrräder, Leihräder und Car-Sharing-Fahrzeuge eingerichtet.

Bäume und eine Eibenhecke

Damit der Platz optisch ansprechender wirkt, sollen Bäume und eine Eibenhecke entlang der Straße vor dem Bahnhofsgebäude gepflanzt werden. Außerdem wird ein neues Pflaster verlegt und ein flexibles Lichtkonzept eingeführt – es strahlt den Bahnhofsvorplatz, die Fassade und die
Straßenübergänge an. Der überdachte Zugangsbereich am Osteingang wird heller als bisher ausgeleuchtet. Außerdem sollen Flutlichter an den Beleuchtungsmasten angebracht werden, die auf Anforderung der Polizei bei bestimmten Einsätzen zugeschaltet werden können. Die technische Ausstattung erfolge in Abstimmung mit der Bundespolizei, die Kosten dafür würden im Zuge der weiteren Planung durch Sör ermittelt, so die Bauverwaltung. SPD und CSU hatten diese Maßnahme gefordert, um für mehr Sicherheit am Bahnhof zu sorgen.

Die Umgestaltung des Platzes war Anfang Dezember auch schon Thema im Verkehrsausschuss. Er hatte dem neuen Straßenplan grünes Licht erteilt. Wie berichtet wird unter anderem das Rechtsabbiegen am Grandhotel nicht mehr möglich sein. Wer zum Königstorgraben unterwegs ist, muss über die Gleißbühl- und Hopfenstraße fahren. Das Hotel kann derweil die neu gewonnene Fläche für Sitzgelegenheiten nutzen.

"Erhebliche Verbesserungen"

Die Räte im Stadtplanungsausschuss sind mit dem Vorschlag der Verwaltung zufrieden und geben ihr einstimmig grünes Licht. "Diese Lösung bedeutet in jedem Fall eine städtebauliche Aufwertung", sagt Gerald Raschke von der SPD. Monika Krannich-Pöhler von den Grünen erinnert daran, dass es längst notwendig war, den Platz umzugestalten.

Sebastian Brehm, CSU-Fraktionschef, betont, dass der Hauptbahnhof eine Visitenkarte der Stadt sei und deshalb einen geordneten und sauberen Eindruck machen müsse. In Puncto Sicherheit sprach er sich für eine Ausweitung der Videoüberwachung aus. Hartmut Beck von den Freien Wählern freut sich, dass die Gäste, die nach Nürnberg kommen, nun "nicht mehr in den Untergrund abgedrängt werden". Es sei eine akzeptable Lösung gefunden, auf die die Bevölkerung schon lange warte.

Auch wenn es nicht der ganz große Coup sei, fügt Joachim Thiel von der CSU hinzu: "Die kleine Lösung bringt trotzdem erhebliche Verbesserungen."

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