Baustelle am Wöhrder See: Nächste Etappenziele in Sicht

19.3.2018, 05:55 Uhr
Betreten verboten: Der Wöhrder See wird derzeit umgestaltet. Das Endergebnis kann dann wohl 2019 begutachtet werden.

© Michael Matejka Betreten verboten: Der Wöhrder See wird derzeit umgestaltet. Das Endergebnis kann dann wohl 2019 begutachtet werden.

Ein Thema allerdings bleibt für viele Bürger ein Ärgernis: die starke Gänse-Population mit ihren Folgen. "Es gibt zwar verschiedene Lösungsansätze, jedoch kein Allheilmittel", stellt Ulrike Goeken-Haidl vom städtischen Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) fest. Liegewiesen am Wasser seien bei Mensch und Tier leider gleichermaßen populär. "Das beste Mittel dagegen ist, dem Bürgern zu verdeutlichen, dass sie bitte keine Gänse füttern. Wenn weniger gefüttert wird, minimiert sich das (Kot-)Problem ganz von allein."

Allerdings gibt es – wie in der zurückliegenden Woche – auch Tage, an denen weit und breit keine Gänse auszumachen sind. Dennoch bastelt Sör im Schulterschluss mit dem Umweltamt offenbar an einem Konzept, um die Tiere wenigstens von den unmittelbaren Strandzonen möglichst fernzuhalten. Ein Ansatz: Viel Betrieb, zum Beispiel durch Spaziergänger, Jogger und Radler. "Auch vor Hunden haben die Gänse großen Respekt", macht Bürgermeister und Sör-Werkleiter Christian Vogel erste Andeutungen.

Aufschub um ein Jahr

Noch ein Jahr in Geduld üben müssen sich allerdings die Spaziergänger und Ausflügler, die auf ein wenigstens bescheidenes gastronomisches Angebot am Nordufer nahe der Bartholomäusschule warten. Weil sich die Pläne für ein Seecafé mit einem schon auserkorenen Wirt im vergangenen Jahr zerschlagen hatten, fasst die Verwaltung nun einen "hochwertigen" Kiosk ins Auge; als Betreiber ist offenbar eine städtische Tochter im Gespräch. Eine Eröffnung noch in diesem Jahr gilt allerdings als unrealistisch.

Ebenfalls bis zum Sommer sollen, nach gegenwärtigem Stand, die wesentlichen Arbeiten an der Norikusbucht abgeschlossen sein, also an der Grünanlage mit dem neuen Bewegungspark und dem Wasserspielplatz. Hier waren verschiedenen Stellen Verarbeitungsmängel aufgetreten, so dass der neue, leuchtend blaue Belag ein zweites Mal verlegt werden musste. Zuvor hatten Sör dort Vandalismus und Diebstahl zu schaffen gemacht. Im Oktober hatten unbekannte Täter Mauern zerstört sowie rund 600 frisch verlegte Granit-Pflastersteine auf dem Gelände verteilt und Abfalleimer mit Farbe besprüht.

Lebensraum schaffen

"Die Anlage wird seither von einem Sicherheitsdienst überwacht. Das unerlaubte Öffnen des Bauzauns am Wochenende oder in den Abendstunden konnte dadurch erheblich reduziert werden", versichert Sör-Sprecherin Ulrike Goeken-Haidl. Einen vergleichbaren Vandalismusfall habe es seitdem nicht mehr gegeben. Nach der für Juni angepeilten Eröffnung fehlt allerdings noch die Umweltstation – deren Errichtung sich allerdings bis 2019 hinzieht.

"Es warten sehr aufwändige Arbeiten auf uns", sagt indes auch Ulrich Fitzthum, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes. So soll der obere Bereich des Sees zu einer neuen Heimat für Tiere und Pflanzen werden. Angedacht sind dort unter anderem Aussichtsplattformen. Wichtig sei vor allem, die Durchgängigkeit an der Satzinger Mühle zu schaffen, so dass Lebewesen auf- und abwandern können. Dies soll nicht, wie ursprünglich geplant, über eine 40 Meter lange Rampe erfolgen, sondern durch einen so genannten Becken-Pass, so der Amtsleiter.

Fließender Übergang

Zudem müsse unter anderem auch das Altwasser der Pegnitz im nördlichen Bereich wieder reaktiviert werden, so dass der Zu- und Abfluss gewährleistet sei. Im Mittelpunkt stehen ansonsten größere Inseln ober- und unterhalb der Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke. Etwa 2020 sollen die Inselränder mit geotextilen Schläuchen geformt und mit Schlamm befüllt werden. Weitere Lebensräumen für Flora und Fauna sollen westlich der Flußstraße durch das Ausbaggern und Umschichten des mittleren Seebereichs entstehen.  

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