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Bayerische Ehrenamtskarte: Bonus für engagierte Bürger

Nürnberg führt die Bayerische Ehrenamtskarte ein - 30.07.2016 06:00 Uhr

Kai Eschenbacher, Uli Glaser, Reiner Prölß und Thomas Henrich (v.l.) präsentierten auf dem Hauptmarkt ein überdimensionales Exemplar der Ehrenamtskarte. © Foto: Stefan Hippel


Wie Sozialreferent Reiner Prölß bei der Vorstellung des Projekts berichtete, existiert diese Karte bereits in vielen Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns.

Nürnberg habe sich bislang nicht beteiligt, da vom Freistaat nur eine einmalige Summe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt werde, die den erforderlichen Aufwand für Organisation und Betreuung nicht decken kann. Umso glücklicher sei man bei der Stadt, dass sich mit Tucher ein Partner gefunden hat, der sich bereit erklärt, die Aktion längerfristig zu unterstützen. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir erneut unser Herz für das Ehrenamt zeigen können", meinte dazu Tucher-Marketingdirektor Kai Eschenbacher. Bislang engagiert sich das Unternehmen schon für den Preis "Nürnberger Herz", der vorbildliche Initiativen der Anerkennungskultur würdigt.

Laut Projektmanager Thomas Henrich überlegt die Stadt schon länger, sich an der Ehrenamtskarte zu beteiligen. Ein Grund dafür ist auch, dass hiesige Kartenbesitzer dann in ganz Bayern in den Genuss von Vergünstigungen kommen können. Bislang existieren rund 4000 Akzeptanzstellen in vielen anderen Gemeinden und Kreisen, nun soll auch ein möglichst dichtes Netz in Nürnberg aufgebaut werden.

Verleihung mit Festakt

Ein weiterer wichtiger Anreiz für die Karteninhaber sei aber auch die Verleihung selbst, die im Rahmen eines Festakts vom Stadtoberhaupt durchgeführt werde. Henrich hat ein solches Fest bereits in der Stadt Fürth besucht, die sich seit 2015 beteiligt. In der ersten Phase sind in Nürnberg nun die Vereine und Organisationen aufgefordert, die Karte für berechtige ehrenamtlich aktive Bürger zu beantragen. Falls sie die Voraussetzungen erfüllen, können auch nicht organisierte Bürger einen Antrag stellen. Diese bestehen in einem freiwilligen, unentgeltlichen Engagement von durschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten von mindestens 250 Stunden jährlich.

Das Mindestalter für Karteninhaber beträgt 16 Jahre, das Engagement muss bereits seit mindestens zwei Jahren erfolgen. Die "normale" Ehrenamtskarte ist blau gefärbt und drei Jahre lang gültig. Für besonders verdiente und engagierte Ehrenamtler wurde auch eine goldene Karte geschaffen, die nicht verfällt. In diesen Genuss kommen etwa Menschen, die sich bereits seit über 25 Jahren engagieren.

100.000 engagieren sich

Rund 100.000 Nürnbergerinnen und Nürnberger engagieren sich ehrenamtlich. Das Karten-Projektteam rechnet damit, dass in den ersten Jahren mehrere tausend Anträge eingehen werden. Gleichzeitig appelliert es an die Unternehmen und Institutionen in der Region, sich als Akzeptanzstelle zu beteiligen. In Nürnberg befinden sich schon mehrere Museen und Theater sowie die Consumenta und die Freizeit-Messe im Boot.

Das Netz soll nun möglichst schnell weiter ausgebaut werden. Als nächster Schritt ist auch geplant, exklusive Verlosungen für Karteninhaber zu organisieren. Auf der bayerischen Ebene besteht etwa schon die Möglichkeit, als glücklicher Gewinner zum Sommerempfang der Landtagspräsidentin Barbara Stamm oder zum Neujahrs-Skispringen eingeladen zu werden.

„Wir sind zuversichtlich, das wir die Liste bis zum Ende des Jahres super aufgefüllt haben“, meinte Thomas Henrich, der seine Arbeit als Projektleiter selbstredend ehrenamtlich leistet. Mit der Beteiligung als Partner der Ehrenamtskarte bestehe nun für Nürnberger Unternehmen die Gelegenheit, ihre Verbundenheit und Solidarität mit dieser Form des Engagements zu zeigen.

Infos unter www.ehrenamtskarte.nuernberg.de 

C. Helldörfer

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