Sonntag, 15.12.2019

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Bayernweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Kundgebung auch in Nürnberg - Verdi fordert Anhebung der Gehälter - 26.03.2014 11:15 Uhr

Streikende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bei der zentralen Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt. © lio


Zahlreiche Kitas blieben geschlossen, Mülltonnen wurden nicht geleert, in Krankenhäusern wurden Notdienste organisiert. Nicht betroffen war dagegen der öffentliche Nahverkehr.

Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement. Schwerpunkt waren die Großräume München und Nürnberg. Auch in den umliegenden Landkreisen standen Eltern zumeist vor geschlossenen Kitas. Allein in und um München schätzte Verdi-Bezirkschef Heinrich Birner die Zahl der Streikenden auf mindestens 4000. Ebenso viele sollen es in der Region Nürnberg sein. Genaue Zahlen wollte die Gewerkschaft im Laufe des Tages bekanntgeben.

„Wir streiken, weil wir es uns wert sind“

In Unterfranken lagen die Schwerpunkte in Würzburg und Aschaffenburg mit 800 Beschäftigten, sagte Verdi-Regionalgeschäftsführer Reinhold Schömig. „Wir streiken, weil wir es uns wert sind“, sagte eine Kita-Betreuerin in München. Es gehe ihr dabei weniger um die Geldforderung der Gewerkschaft von 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Einkommen, sondern um Anerkennung und Wertschätzung. Ein streikender Müllwerker sagte, es sei immer schwieriger, in einer teuren Stadt wie München über die Runden zu kommen. Aufrufe, „den Gürtel enger zu schnallen“, machten ihn angesichts der jüngsten Diätenerhöhung im Bundestag wütend.

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Streik-Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt

Die Gewerkschaft verdi hat ihre Warnstreiks in Bayern ausgeweitet. Am Mittwoch wurde im Freistaat im öffentlichen Dienst die Arbeit niedergelegt. Etwa 9000 Beschäftigte aus ganz Franken kamen am Vormittag zur zentralen Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt.


Am Mittag versammelten sich die Streikenden zu Kundgebungen in München und Nürnberg. Verdi hatte im Münchner Gewerkschaftshaus nahe dem Hauptbahnhof Streiklokale eingerichtet, in denen sich die Beschäftigten zum Streik registrieren lassen. Sprecher der Gewerkschaft erwarteten für jede der beiden Demonstrationen mindestens 6000 Teilnehmer.

Öffentliche Arbeitgeber halten Warnstreiks für "überzogen"

Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement. Eine Sprecherin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) nannte sie „vollkommen überzogen“. VKA-Präsident Thomas Böhle erklärte, die bisherigen Verhandlungstage seien „sehr konstruktiv und ergebnisorientiert“ verlaufen. Er halte es weiter für möglich, bei der nächsten Verhandlungsrunde kommenden Montag und Dienstag zu einem Ergebnis zu kommen. Verdi plant gleichwohl, die Warnstreiks morgen noch einmal zu verschärfen. Für Donnerstag hat sie die Mitarbeiter an Flughäfen - darunter auch in München – dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Die Gewerkschaften fordern monatlich 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent mehr Lohn für die 2,1 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen. Die dritte Tarifrunde soll am Montag beginnen, bereits vergangene Woche hatten tausende Beschäftigte in Bayern die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag soll außerdem der Münchner Flughafen bestreikt werden.

Auch die Mitarbeiter der Telekom verstärken ihre Warnstreiks. Wie die Gewerkschaft Verdi bestätigte, streiken am Mittwoch mehr als 800 Telekom-Angestellte in Bayern.

Betroffen sind sowohl der Kundenservice als auch die Technikbereiche. Verdi fordert unter anderem die Anhebung der Gehälter um 5,5 Prozent, für Auszubildende und Studenten soll es 65 Euro mehr Lohn geben.

Hier kommt es in Nürnberg voraussichtlich an vielen Stellen zu Behinderungen. Autofahrer müssen sich ebenfalls auf Verkehrsstörungen einstellen.

dpa

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