Bembers' "Conchita Wurst" erobert die Netzwelt

13.5.2014, 18:29 Uhr
Fast 35.000 "Gefällt mir" für Bembers' Conchita-Wurst allein auf der Seite von "Star Trek"-Schauspieler George Takei (Stand: 13. Mai, 18:53 Uhr).

© Screenshot Fast 35.000 "Gefällt mir" für Bembers' Conchita-Wurst allein auf der Seite von "Star Trek"-Schauspieler George Takei (Stand: 13. Mai, 18:53 Uhr).

Im ursprünglichen Bild war rechts unten noch das Wasserzeichen von Bembers zu sehen. Das wurde dann jedoch einfach weggeschnitten.

Im ursprünglichen Bild war rechts unten noch das Wasserzeichen von Bembers zu sehen. Das wurde dann jedoch einfach weggeschnitten. © Screenshot

"For my Eurovision fans: Well, this didn't take long." Bembers Idee einer Conchita-Wurst drang am Dienstag sogar bis zu George Takei vor, bekannt aus der Serie "Star Trek" und Social-Media-Superstar. Immerhin hat er auf Facebook über sechs Millionen Follower.

Doch wer ist der Urheber des beliebten Bilds? Niemand anders als der Nürnberger Komiker Bembers. Allerdings schade für ihn: Keiner hat ihn als Urheber verlinkt. Zwar hatte er auf dem Rand des Fotos den Schriftzug "bembers.de" vermerkt, das Foto kursiert jedoch in einer Version mit  abgeschnittenem Rand. "Das ärgert mich, weil sich die Conchita-Wurst jetzt jeder selbst auf die Fahne schreibt", sagt Bembers gegenüber der Onlineredaktion. Mit "jeder" meint Bembers Komiker-Kollegen wie Oliver Pocher, Atze Schröder oder Der kleine Nils. Auch Moderatorin Sandra Maischberger und die Süddeutsche Zeitung sowie der österreichische Musiksender Ö3 teilten das ungebrandete Bild auf Facebook.

Doch Bembers ging in die Offensive und verteilte die richtige Version des Bildes bei den Kollegen und Medien. Mit "Ehre, wem Ehre gebührt" entschuldigte sich der Comedian Der kleine Nils beispielsweise öffentlich über Facebook und postete das Original-Conchita-Wurst-Bild. Sandra Maischberger tat es ihm gleich - mit dem Zusatz: "Hier noch mal unser Foto von gestern - diesmal auch mit Copyright. Die Wurst gibt es (noch) nicht im Supermarkt, aber beim Künstler Bembers.Vielen Dank dafür!"

Zum Beweis seiner Urheberschaft stellte Bembers am Dienstag ein "Making Of" des Fotos auf seine Facebookseite:

Den Namen Conchita Wurst hörte Bembers übrigens am Sonntag, einen Tag nach dem Finale des Eurovision Song Contest, zum ersten Mal. Seine Mutter schwärmte ihm gegenüber vom Auftritt der Dragqueen. "Was ist das für ein geiler Name?", dachte sich Bembers - und musste sofort an die Lachwurst denken, die er als Kind immer gegessen hatte. Auf das lachende Wurstgesicht packte "Computermetzger" Bembers mit Photoshop das Konterfei von Conchita Wurst und stellte seine Kreation auf seine Facebookseite. Seitdem haben nicht nur Tausende Facebook-Nutzer das Bild im Netz verbreitet. Seine Geschichte wird am Mittwoch auch in großen deutschen und österreichischen Zeitungen zu lesen sein.

Der Comedian, der selbst gerne mit seinen Witzen auch mal unter die Gürtellinie geht, ist einiges gewohnt. Aber so mancher Kommentar, den er seit Montag zu lesen bekam, ging ihm dann doch zu weit. "Wenn jemand öffentlich auf Facebook schreibt, dass man solche Leute früher vergast hätte, dann bin ich erschüttert, in was für einer Gesellschaft wir leben." So etwas habe er bisher noch nicht erlebt.

Conchita Wurst hat sich bei ihm persönlich übrigens noch nicht gemeldet. Ablehnen würde er einen gemeinsamen Auftritt nicht, sollte sie ihm das Angebot machen. "Sie hat Bart und Brust. ich habe Bart und Brust. Das passt doch wunderbar."

In sein Bühnenprogramm möchte er die Conchita-Wurst-Geschichte jedoch keinesfalls aufnehmen. "Die heutige Zeit ist so schnelllebig. Schon bald ist Conchita Wurst vermutlich Wurst von gestern."

 

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