Berühmte Idole und unbekannte Helden

3.8.2013, 00:00 Uhr

Johnny Cash als junger Mann vor einem Haus, auf dem man die Aufschrift „Bar“ erkennen kann. Anton Atzenhofer hat den „Man in Black“ verewigt. Ein echtes Idol in würdevoller Pose. Ein Cartoon von Gerd Bauer macht dagegen die Lokalpatrioten glücklich. Gerade will eine als Agnes Dürer verkleidete Frau das Dürer-Haus aufsperren, da wird sie von einer amerikanischen Touristin gefragt: „So, what is your husband actually painting, Mrs. Dürer?“

„Persönlichkeiten“ beinhaltet viele Facetten. Bei Gisa Gudden dominieren Porträts. Frida Kahlo oder Nelson Mandela. Che Guevara gibt es gleich zweimal. Che, bärtig, mit in die Zukunft gewandtem Blick und einer Havanna in der Hand. Auf dem Kopf die typische Baskenmütze mit fünfzackigem Stern.

Eine Kinderbuch-Heldin hat Stefan Atzenhofer auf die Leinwand gebracht: Pippi Langstrumpf mit Augenklappe, die von Affe Herr Nilsson und Pferd Kleiner Onkel flankiert wird. Die älteste teilnehmende Künstlerin heißt Ingeborg Leuthold. Eine Berlinerin, die im kommenden Jahr 90 Jahre alt wird. Doch altbacken sind ihre Motive keineswegs. Leuthold malt freizügige Bilder von am ganzen Körper tätowierten Menschen und fröhlich ausstaffierten Transvestiten, die sie am Christopher Street Day kennenlernte. Der bekannteste Name ist Johannes Grützke. Der steuert Darstellungen von „Wagner bei seinen Müttern Musik- und Schauspielkunst“, Stalin und Kaiser Wilhelm bei.

Es gibt auch Akte sowie absurde und leicht melancholische Selbstporträts. Die von ihm dargestellten Personen sind, wie bei Grützke typisch, ironisch überzeichnet. Der Hamburger Martin Graf ging in der Zeit einen gewaltigen Schritt zurück und zeigt die ersten Menschen im Paradies. Daneben hängen der stärkste Mann und die stärkste Frau der Welt. Susanne Schattmann hat ein Faible für mondäne Frauen. Sie porträtierte Audrey Hepburn und Miss Piggy aus der „Muppet-Show“. Außerdem präsentiert die Malerin ungewöhnliche Bild-Paarungen. Nämlich Personen des öffentlichen Lebens, die neben Schattmann selbst oder einem ihrer Familienmitglieder hängen. Onkel Dieter zum Beispiel harmoniert perfekt mit der jungen Brigitte Bardot.

Besonders niedlich: Der Schauspieler und Kabarettist Josef Hader als bebrilltes Kind mit verkniffenem Grinsen, der ohne Probleme als Bruder von Schattmann durchgehen könnte.

Die Ausstellung „Persönlichkeiten“ läuft noch bis zum 8. September. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Galerie Atzenhofer, Maxplatz 46a. www.galerieatzenhofer.de

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