Blick über den eigenen Tellerrand

1.8.2009, 00:00 Uhr
Geraldino sorgte beim Abschluss des interkulturellen Projekts «Weltreise» im Festsaal des Südpunkt bei den Schülern für gute Laune.

Geraldino sorgte beim Abschluss des interkulturellen Projekts «Weltreise» im Festsaal des Südpunkt bei den Schülern für gute Laune. © Fengler

Die Reise begann schon im November 2008. Nürnberger Grund- und Hauptschüler nahmen über die Webseite www.halloworld.info Kontakt mit Gleichaltrigen auf. Sie informierten sich über deren Lebenssituation und lernten die Kultur des Partnerlandes kennen.

An dem schulübergreifenden Projekt waren je zwei Klassen aus der Hauptschule St. Leonhard und der Scharrerschule beteiligt. Von der Sperber-, Thusnelda-, Bismarck-, Montessori-, Ludwig-Uhland- und Peter-Vischer-Schule ging jeweils eine Klasse auf «große Fahrt».

«Die Weltreise spricht Mädchen und Jungen gleichermaßen an, fördert das Lernen in der Gruppe und verbindet Schule und Freizeit», sagt Claus Haupt, Leiter der Abteilung für kulturelle und politische Bildung des Amtes für Kultur und Freizeit (KUF). Das Projekt solle im nächsten Schuljahr weitergeführt werden.

«Die Kinder sollen lernen, über den eigenen Tellerrand zu schauen», so KuF-Mitarbeiterin Kiki Schmidt, von der die Idee für die «Weltreise» stammt. Die Partnerschulen wurden von Künstlern, Kulturvereinen bzw. dem Amt für internationale Beziehungen vermittelt. Kommuniziert wurde in Englisch bzw. Spanisch. «Damit hatten wir die größten Probleme», gesteht Schmidt.

Die Kommunikation via Internet war jedoch nur ein Teilaspekt. Ebenso wichtig waren die Projekttage, an denen die fremde Kultur auf spielerische, musikalische oder kulinarische Weise vorgestellt wurde.

In der Montessorischule erzählte ein Zeitzeuge vom Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima. Die Misuzugoaka Junior High School schickte 1000 Papierkraniche, die in Japan als Friedenssymbol gelten.

In der Thusneldaschule berichtete Samuel Wandira aus Uganda über das Leben von Kindersoldaten. Der Fotokünstler Christian Oberlander half den Schülern von St. Leonhard bei der Produktion eines Zeichentrickfilms, der nach Ploiesti verschickt wurde. Im Gegenzug schickten die rumänischen Schüler Bilder mit Motiven aus ihrer Heimat.

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