Dienstag, 12.11.2019

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Blitzer-Woche: Nürnberger sorgt in Oberpfalz für Kopfschütteln

Bilanz der einwöchigen Geschwindigkeitskontrollen in Bayern - 26.09.2014 17:57 Uhr

Insgesamt führte die Polizei während der Aktion rund 900.000 Kontrollen durch. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa


Ein Gros der Autofahrer sei während des Blitzmarathons tatsächlich langsamer unterwegs gewesen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in München. "Sonst gehen der Polizei rund doppelt so viele Raser ins Netz."

Absoluter Spitzenreiter war ein Motorradfahrer, der auf der B533 bei Hengersberg in Niederbayern mit 197 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs war. Ihm drohen nun eine Geldbuße von 1200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

Nach dem 24-stündigen bundesweiten Blitzmarathon hatten rund 1500 Polizisten eine Woche lang an mehr als 2000 Stellen im Freistaat mit Radargeräten und Lasern die Geschwindigkeit von Autofahrern gemessen.

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Fuß vom Gas: Der Blitzmarathon in der Region

Es blitzte wieder in der Region: Am Donnerstag und Freitag fand ein groß angelegter Blitzmarathon statt. Passend zum Schulstart in Bayern lag der Schwerpunkt der Messungen auf viel genutzten Schulwegen. Beim letzten großen Blitzmarathon 2013 waren 15.000 Polizisten im Einsatz. Die Bilanz: 83.000 Autofahrer waren zu schnell unterwegs.


Neben Geschwindigkeitsverstößen stellte die Polizei weitere Delikte fest: In 78 Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Zudem ertappte die Polizei 726 Autofahrer, die nicht angeschnallt waren.

Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag auf Landstraßen sowie vor Schulen und Kindergärten. Ziel der Aktion war es, Autofahrer für die Gefahren durch zu schnelles Fahren zu sensibilisieren. Im vergangenen Jahr sind laut Innenministerium 200 Menschen bei Unfällen durch zu schnelles Fahren ums Leben gekommen, etwa 10.500 wurden verletzt.

999 Raser in Oberfranken

Die oberfränkische Polizei zieht auch nach der „Schwerpunktwoche Geschwindigkeit auf Landstraßen“ insgesamt eine positive Bilanz. Wie bereits während des "24-Stunden-Blitzmarathons", setzte sich das großteils vernünftige Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer auch während der „Schwerpunktwoche Geschwindigkeit auf Landstraßen“ fort.

Raser gab es in Oberfranken aber trotzdem: Während sich beim "Blitzmarathon" 588 Fahrzeugführer nicht an die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten hielten, waren es im Laufe der "Schwerpunktwoche" insgesamt 999 Verkehrsteilnehmer.

· Geschwindigkeitsverstöße: 999
· Verwarnungsgeld: 758
· Bußgeldbescheid: 241
· Unrühmlicher Spitzenreiter:  Fahrer eines Kraftrades, der anstelle der zulässigen 100 km/h mit 159 Sachen auf der Bundesstraße B173 bei Zegasttal in Richtung Kronach fuhr.

Einen anderen Motorradfahrer ertappten die Beamten auf einer Kreisstraße bei Rödental gleich zwei Mal innerhalb von 15 Minuten. Zunächst fuhr der Fahrer der schweren Maschine mit 143 km/h durch die Messstelle, kurze Zeit später in Gegenrichtung mit 137 km/h. In beiden Richtungen ist lediglich eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. Beide Kraftfahrer erwartet nun ein Bußgeldbescheid und ein Fahrverbot.

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Achtung Polizei: Der Blitzmarathon 2014 in Nürnberg

Im ganzen Bundesgebiet führt die Polizei am Donnerstag und Freitagmorgen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durch. In Nürnberg lud Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu einer Pressekonferenz ein und inspizierte danach einen Blitzer der Polizei.


In den oberfränkischen Regionen Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof stellt sich die Bilanz der „Schwerpunktwoche Geschwindigkeit auf Landstraßen“ (ohne die des „24-Stunden-Blitzmarathons“) wie folgt dar:

Bereich Bamberg (Stadt und Lkr. Bamberg, Lkr. Forchheim)

· 132 der gemessenen Verkehrsteilnehmer waren zu schnell
· 112 Personen kamen mit einem Verwarnungsgeld davon
· 20 Personen müssen mit einem Bußgeld rechnen

Bereich Bayreuth (Stadt und Lkr. Bayreuth, Lkr. Kulmbach)

· 242 der gemessenen Verkehrsteilnehmer waren zu schnell
· 177 Personen kamen mit einem Verwarnungsgeld davon
· 65 Personen müssen mit einem Bußgeld rechnen

Bereich Coburg (Stadt und Lkr. Coburg, Lkr. Kronach und Lichtenfels)

· 501 der gemessenen Verkehrsteilnehmer waren zu schnell
· 380 Personen kamen mit einem Verwarnungsgeld davon
· 121 Personen müssen mit einem Bußgeld rechnen

Bereich Hof (Stadt und Lkr. Hof, Lks. Wunsiedel)

· 124 der gemessenen Verkehrsteilnehmer waren zu schnell
· 89 Personen kamen mit einem Verwarnungsgeld davon
· 35 Personen müssen mit einem Bußgeld rechnen

Die oberfränkische Polizei zieht zum 2. Bayerischen Blitzmarathon und der Schwerpunktwoche Geschwindigkeit auf Landstraßen eine positive Bilanz. Die sinkende Beanstandungsquote gegenüber der Aktionswoche im letzten Jahr zeigt, dass die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer verantwortungsbewusst im Straßenverkehr unterwegs ist.

Bilanz in Unterfranken

Auch das Polizeipräsidium Unterfranken ist mit dem diesjährigen Verlauf des Blitzmarathons und der anschließenden bayernweiten Schwerpunktwoche zufrieden. Der Anteil der aufgefallenen Fahrzeugführer war jedoch etwas höher als im Vorjahr.

Insgesamt wurden beim 24-stündigen Blitzmarathon bei stationären Messungen 22.581 Fahrzeuge kontrolliert. In der anschließenden Schwerpunktwoche Geschwindigkeit überprüfte die unterfränkische Polizei weitere 88.167 Verkehrsteilnehmer. Hinzu kamen jeweils noch ungezählte Verkehrsteilnehmer, deren Geschwindigkeit mit Lasermessgeräten überprüft wurden.

· Geschwindigkeitsverstöße: 3447
· GebührenpflichtigerVerwarnungen: 2364
· Ordnungswidrigkeitenanzeigen: 1083
· Unrühmliche Spitzenreiter: Im Bereich Aschaffenburg stach ein aus dem Landkreis Miltenberg stammender Autofahrer auf der Bundesstraße B469 statt mit erlaubten 70 km/h mit 122 km/h heraus.

Auf der B 19 bei Würzburg war ein Autofahrer bei zulässigen 80 km/h mit 134 km/h unterwegs. Das Fehlverhalten wird die beiden Fahrer neben 160 Euro Geldbuße auch noch zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot kosten.Völlig losgelöst von Gefahrenbewusstsein schien ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Schweinfurt zu sein, der in Schweinfurt in der Niederwerrner Straße mit 123 km/h statt mit 50 km/h an den erstaunten Beamten der Messstelle vorbeiraste. Die Folgen werden neben einer Geldbuße von mindestens 480 Euro auch ein dreimonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg sein.

Über 51.500 Kontrollen in der Oberpfalz

Im Bereich des Polizeipräsidiums (PP) Oberpfalz, wurden 51.500 Kraftfahrzeuge mit Hilfe von Radarfallen kontrolliert, außerdem wurden Lasergeräte eingesetzt, um die Geschwindigkeit vieler weiterer Fahrer zu messen.

· Verwarnungsgelder: 1167
· Anzeigen (ab 60 Euro): 542
· Unrühmliche Spitzenreiter waren ein Motorradfahrer und ein Autolenker die mit 174 km/h bei erlaubten 100 km/h gemessen wurden. Der Biker durchfuhr am 23. September in den späten Nachmittagsstunden eine Kontrollstelle auf der B 85 bei Poppenricht. Beamte der VPI Regensburg ertappten den Autofahrer tags zuvor auf der B 85 bei Cham. Für Beide sieht der Bußgeldkatalog 440 Euro, zwei Punkte und ein zweimonatiges Fahrverbot vor.

· Unrühmlicher Spitzenreiter bei den Lasermessungen: Schnellster, in den Laserstrahl geratener Autofahrer war ein 20-jähriger Mann aus Nürnberg. Beamte der PI Waldsassen erfassten ihn am 23. September gegen 10 Uhr, auf der Bundesstraße 299 bei Pleußen, wo er bei erlaubten 100 km/h mit 167 Stundenkilometern unterwegs war.

Aber nicht nur wegen zu hoher Geschwindigkeit gerieten die Autofahrer ins Visier der Polizisten. So wegen abgefahrener Reifen, nicht angelegter Sicherheitsgurte oder Telefonieren mit dem Handy. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr gab es heuer auch drei Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Die Ergebnisse der Blitzer-Woche in Mittelfranken finden Sie hier.

Messstelle mit dem Einseitensensor an der B 85 bei Roding. © Polizei Oberpfalz


mst/dpa

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