Blockupy protestiert mit Abschiebe-Gate am Flughafen

16.5.2014, 09:00 Uhr
Mit einer Protestaktion hat die Regionalgruppe der Blockupy-Bewegung am Nürnberger Flughafen gegen die europäische Einreise- und Abschiebepraxis protestiert. Das Drehrad zeigt Herkunftsländer von Flüchtlingen.

Mit einer Protestaktion hat die Regionalgruppe der Blockupy-Bewegung am Nürnberger Flughafen gegen die europäische Einreise- und Abschiebepraxis protestiert. Das Drehrad zeigt Herkunftsländer von Flüchtlingen. © Isabell Bernhardt

An einem selbst gebastelten „Abschiebe-Gate“ und mit einer fiktiven Reisegesellschaft „Fesselnde Reiseerlebnisse“ machten Mitglieder von Blockupy deutlich, dass sie die Abschiebepraxis von abgelehnten Asylbewerbern in ihre Heimatländer menschenverachtend finden. Sie lehnen auch die Abschottung der Außengrenzen ab und verwiesen auf die vielen Toten, die es aktuell wieder bei Flüchtlingsdramen etwa im Mittelmeer gibt.

„Offiziell heißt es, dass vom Nürnberger Flughafen aus keine Abschiebungen stattfinden“, sagt Markus Schuler von der Nürnberger Flüchtlingsorganisation „Karawane“. Doch eine schriftliche Anfrage der Linken habe ergeben, dass es 2013 sieben Abschiebungen und drei Ausweisungen gegeben habe.

Erst im März hat sich eine regionale Gruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen der Blockupy-Bewegung gegründet (siehe Info-Kasten links). „Wir wollen das Engagement europäisieren und regionalisieren“, erklärt Sprecher Franz Schupfert von der Radikalen Linken. Vor der Europawahl am 25.Mai soll landesweit bei Aktionstagen auf Themen hingewiesen werden, die die Bewegung stören.

Brandmauer am Weißen Turm

So wird es am heutigen Freitag, 14Uhr, am Weißen Turm in der Fußgängerzone und in der Innenstadt verschiedene Aktionen geben. Attac etwa errichtet eine „Brandmauer“, um das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA einzudämmen, sagt Ludwig Wenk. „Wir wollen in Europa einen solidarischen, fairen Umgang miteinander und keine neoliberale Globalisierung.“

Im Fokus der Kritik stehen die Banken. Mitglieder der Blockupy-Bewegung werden hierzu ein Bankhaus aufsuchen und mit Beschäftigten und Kunden über die Spekulationen mit Nahrungsmitteln oder Landraub etwa in Afrika sprechen. Eine andere Gruppe macht mit Aktionen in Bekleidungsgeschäften auf die Situation vieler Näherinnen vor allem in Südostasien aufmerksam. Die Arbeitsgruppe „Recht auf Stadt“ informiert über die Folgen der Fahrpreiserhöhungen für den Nahverkehr. Es soll hierzu unter anderem „Freifahrten“ mit der U-Bahn geben. Auch die Überwachung durch Kameras im öffentlichen Raum wird thematisiert.

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