Brandkatastrophe in Nürnberg: Fünf Menschen sterben

2.3.2019, 12:28 Uhr
Das Einfamilienhaus in der Industriestraße brannte komplett aus.

© ToMa-Fotografie Das Einfamilienhaus in der Industriestraße brannte komplett aus.

Gegen 3 Uhr morgens rückte die Feuerwehr in ein Einfamilienhaus in der Industriestraße im Nürnberger Stadtteil Sandreuth aus. Aus bislang ungeklärter Ursache brach dort ein Brand aus.


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Als die Löschzüge von insgesamt vier Nürnberger Feuerwachen vor Ort eintrafen, loderten aus dem Gebäude bereits die Flammen. Laut  einem Sprecher der Feuerwehr brannte das halbe Erdgeschoss lichterloh, aus den oberen Stockwerken trat dicker, schwarzer Rauch aus. In dem Haus wohnte nach Angaben der Polizei eine Großfamilie, bestehend aus neun Personen. "Nach ersten Erkenntnissen haben sich Ersthelfer am Brandort befunden, die versucht haben, die Personen aus dem Haus zu retten und das Feuer zu löschen", beschreibt Alexandra Federl, Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, die Situation beim Eintreffen der Einsatzkräfte.

Einige der Bewohner konnten sich selbst ins Freie retten. Im Obergeschoss fanden die Retter jedoch fünf leblose Menschen auf. Darunter eine 34-jährige Frau und ein siebenjähriges Mädchen, ein fünfjähriger Junge, ein vierjähriger Junge und ein Säugling. Diese wurden sofort nach draußen gebracht und umgehend reanimiert. Die Einsatzkräfte konnten ihr Leben allerdings nicht mehr retten. Die Frau und drei der Kinder starben noch vor Ort. Ein weiteres Kind wenig später im Krankenhaus.


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"Wir haben einen der zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr relativ schnell ausgewechselt, hierbei handelt es sich um 16 Einsatzkräfte, die komplett eingebunden waren in die Reanimation der leblosen Personen", erklärt Thomas Schertel, Pressesprecher der Feuerwehr Nürnberg. Die weiteren vier Bewohner kamen laut Polizei in eine Klinik, sie schweben aber nicht in Lebensgefahr.

Decke stürzte ein

Um kurz nach 5.30 Uhr konnte die Feuerwehr den Einsatz beenden. Sie musste zwischenzeitlich allerdings die Zwischendecke des Hauses einreißen, um mögliche Glutnester offenzulegen. Der Brandort ist auch gegen Mittag noch weiträumig abgesperrt. Vor Ort betreuen drei Notfallseelsorger die Angehörigen. Auch die Einsatzkräfte werden seelsorgerisch begleitet. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort. Davon etwa 60 von der Feuerwehr und 60 vom Rettungsdienst.

Die Feuerwehr hält derzeit noch Brandwache und löscht aufflammende Glutnester weiterhin ab. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache bereits aufgenommen. Hinweise auf Brandstiftung gibt es derzeit nicht. Die Höhe des Sachschadens ist noch unklar.


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