Breite Gasse: Noch ein Hotel für Nürnbergs Innenstadt

20.4.2018, 14:49 Uhr
Die Breite Gasse gilt als einer von Nürnbergs zentralen Verbindungsstraßen. Da wundert es einen kaum, dass dort nun ein weiteres Hotel entstehen wird. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag durchgehen.

Die Breite Gasse gilt als einer von Nürnbergs zentralen Verbindungsstraßen. Da wundert es einen kaum, dass dort nun ein weiteres Hotel entstehen wird. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag durchgehen. © Horst Linke

"Wir wollen so schnell wie möglich bauen", sagte ein Newport-Geschäftsführer Christoph Schöppner, nachdem er die Pläne für ein Hotel und einen Einzelhandelsstandort im Baukunstbeirat vorgestellt hatte. Noch in diesem Jahr soll ein Bauantrag gestellt werden. Danach wird das zweistöckige Gebäude aus den 1960er Jahren abgerissen und durch ein fünfstöckiges ersetzt. Insgesamt entsteht eine Nutzfläche von 4500 Quadratmetern. Im Erdgeschoss sowie in der ersten und zweiten Etage soll Gewerbe einziehen, in der vierten und fünften Etage ein Hotel.

Laut Schöppner sind die Verhandlungen mit den Mietern schon sehr weit gediehen und auch ein Hotelbetreiber ist offenbar schon gefunden. Newport ist ein privates Immobilienunternehmen. Die Holding entwickelt in Deutschland, Amerika und der Schweiz Immobilien, vor allem im Bereich Gewerbe und Handel. Ursprünglich sollte das Gebäude nur drei Etagen haben.

Nur noch Hotels mit Qualität

Der Baukunstbeirat empfahl aber vor wenigen Monaten bei der ersten Behandlung der Pläne, dass an dieser Stelle in der Altstadt auch höher gebaut werden darf, denn es wäre der Abschluss einer größeren Blockbebauung. Der Weg war frei für die Hotelnutzung. Siegfried Dengler, Leiter des Stadtplanungsamts, merkte an, dass nach einer Empfehlung des Hotel- und Gaststättenverbands keine Massenhotels, sondern nur noch neue Hotels mit Qualität in Nürnberg sinnvoll seien.

Über die Pläne, die von dem Basler Architekturbüro Jessenvollenweider stammen, wurde gestern bei der zweiten Behandlung kaum gestritten. Erdgeschoss und erster Stock bilden eine stilistische Einheit. Während Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde, für Gauben am Dach kämpfte, lehnte Baukunstbeiratsmitglied und Architekt Johannes Brunner diese ab: "Gauben gelingen nie." Noch keine Klarheit gab es über die Dachneigung, das Material der Fassade und die Farbe. Die Pläne müssen dem Baukunstbeirat aber nicht mehr vorgelegt werden. "Man spürt den gestalterischen Willen", so Dengler.

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