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Brunswick-Grundstück: Vor 2021 wird keiner einziehen

Planungen für das Wohnen auf dem heutigen Brunswick-Grundstück laufen noch - 06.05.2018 06:00 Uhr

So soll es einmal aussehen, das neue Wohngebäude an der Bayreuther Straße. Die Planungen des zuständigen Architektenbüros sind derzeit aber noch nicht ganz abgeschlossen. © Foto: Steffen Eisenack,Grafik: Grassinger EmrichArchitekten


Ziemlich wirr schauen die schwarzen Balken aus, die Architekt Wolfgang Emrich zu Beginn seiner Ausführungen an die Wand wirft. Es ist der sogenannte Schwarzplan, der die existierenden Gebäude im Umfeld eines Grundstücks ohne Schnickschnack darstellt. "Man kann die Stadtstruktur so besser herauslesen", sagt er. So sei sein Büro – Grassinger Emrich human architecture aus München – an das Projekt herangegangen.

Auf dem Schwarzplan fehlt bereits das Brunswick-Bowling-Center, das seit den 1960er Jahren an der Ecke Bayreuther- und Ludwig-Feuerbach-Straße steht. Es wird Wohnungen weichen, Emrich hat den dafür ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewonnen. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauträgers, der Project Immobilien Wohnen AG, stellt er sich den Fragen der wenigen Interessierten. Eingeladen hatten die Vorstadtvereine Wöhrd und Nord in die Awo-Begegnungsstätte neben dem Bowling-Center.

Momentan befindet sich auf dem Grundstück das Brunswick-Bowling-Center. © Foto: Steffen Eisenack,Grafik: Grassinger EmrichArchitekten


Die Frage, bis wann selbiges noch geöffnet habe, konnten sie nicht beantworten. "Wir sind nicht die Betreiber des Bowling-Centers", stellte Marco Bläsche von Project Immobilien klar. Er geht davon aus, dass der Bauantrag bis Mitte diesen Jahres eingereicht werden kann, denn noch sind die Planungen nicht endgültig. Weitere sechs bis neun Monate könne es dauern, bis die Stadt den Bau genehmigt. Eine Voraussetzung für den Baubeginn sei schließlich, dass mindestens ein Viertel der Wohnungen verkauft ist. Ende 2019 könnte dann das Center abgerissen werden, so Bläsche: "Fertig sind wir nicht vor Ende 2021."

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Unklar ist etwa, wie die Tiefgarage gestaltet wird. Entweder wird sie zu zwei Dritteln mit Duplexeinheiten ausgestattet oder zweistöckig gebaut. Vor Schwierigkeiten steht man auch wegen der diagonal unter dem Grundstück verlaufenden U-Bahn: Zwischen den Röhren sollen Stützpfeiler in den Boden gebaut werden, auf denen das Fundament lasten soll.

Auch die Aufteilung der Wohnungen ist noch nicht abgeschlossen. Fest steht, dass die kleineren – ein bis zwei Zimmer groß – entlang der Bayreuther Straße entstehen und die größeren (bis zu vier Zimmer) im südöstlichen, ruhiger gelegenen Teil des Gebäudes. Jede Wohnung wird einen Balkon haben und mit Stellplatz verkauft. Die sechs Geschosse werden insgesamt etwa 18 Meter hoch.

Emrich erläutert auch, wie sein Büro die Idee für die Gebäudeform hatte: Es sollte sich in der Form an zwei südlich an der Bayreuther Straße gelegene, längliche Häuser anschließen. Zwischen diesen Häusern gibt es bereits einen Innenhof, der mit dem Hof des Neubaus verwachsen soll.

Gewerbe im Erdgeschoss

Jochen Loy, stellvertretender Vorsitzender des Vorstadtvereins Nord, hebt die gute Erschließung des Grundstücks hervor – unter anderem befindet sich die U-Bahnstation Rennweg direkt davor. Bezugnehmend auf im Erdgeschoss geplante Gewerbeeinheiten verweist er auf den hiesigen Gewerbeverein, der bei der Vermietung behilflich sein könnte. "Es wäre in unserem Sinne, dass da vernünftige Nahversorger reingehen", sagt Loy, "und keine überregionalen Ketten oder Spielhallen."

Diese Sorge nimmt Bläsche umgehend und macht deutlich, dass man einen Anspruch an die gewerblichen Mieter habe. Keinesfalls wolle man Schnellimbisse oder Betriebe, deren Kunden nach 22 Uhr kommen. Weiterhin seien die Flächen sehr klein, geplant sind drei bis vier Einheiten auf insgesamt 200 bis 300 Quadratmetern.

"Es ist schade, dass die Bowlingbahn verloren geht", sagt Knut Engelbrecht, Vorsitzender des Vorstadtvereins Wöhrd, sieht aber die Notwendigkeit zusätzlichen Wohnraums. Der Sorge einer Besucherin, dass es an Kundschaft mangle und somit weitere Gewerbeflächen überflüssig seien, widerspricht er mit Hinweis auf die künftigen Bewohner der etwa 100 geplanten Wohnungen: "Das bringt Belebung ins Viertel."

Martin Schülbe

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