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Donnerstag, 25.04.2019

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Bürger informieren sich über Großprojekte in Nürnberg

Straßenbahnnetz und Fahrradwege werden immer wichtiger - 28.07.2018 15:13 Uhr

Das Interesse an Fahrradwegen und Grünflächen hat deutlich zugelegt. OB Ulrich Maly hat den Rahmenplan für das Gelände an der Brunecker Straße in der Hand und erklärt, dass ein Drittel des 90 Hektar großen Geländes einem Park vorbehalten bleibt. © Edgar Pfrogner


"Es ist eine Reise in die Fantasie", sagte der OB bei der ersten Station, dem Ex-VW-Krauss-Areal an der Peterskirche. Maly meinte damit, dass von den meisten Großprojekten, die an diesem Nachmittag vorgestellt werden, es bislang nur Pläne gibt, die Grundsatzentscheidungen über ihre Realisierung aber schon getroffen wurden. 28.000 Quadratmeter ist das Areal an der Peterskirche groß. "Grünflächen gibt es derzeit keine", sagt Sebastian Greim vom Immobilienentwickler KIB. Realisiert werden 450 Wohnungen, eine Kindertagesstätte, ein Hotel, ein Supermarkt und 7000 Quadratmeter an Grünflächen.

Es werden keine großen Klötze gebaut, sondern einzelne Bauformen entstehen, damit das neue Stadtviertel sich zur Nachbarbebauung hin öffnet, stellte Baureferent Daniel Ulrich fest. Mit den Bauarbeiten soll es in der ersten Hälfte 2019 in der Scharrerstraße losgehen. Wichtig war für etliche Mitradler, dass es einen breiten Radweg entlang des Geländes, das KIB unter dem Namen "Luitpold-Viertel" vermarktet, geben wird und die Bushaltestelle an der Kreuzung Regensburger Straße/Hainstraße bleibt. Das eine kommt, das andere bleibt, so Ulrich. Wie viele Autostellplätze in der Tiefgarage es geben wird, ist derzeit noch offen, so Greim. "Angesichts der guten Erschließung des Geländes durch den ÖPNV sollten nicht zu viele gebaut werden", stellte Ulrich fest.

Thematische Trendwende

Die Mobile Bürgerversammlung gibt es seit 16 Jahren und es ist langsam eine Trendwende erkennbar: In diesem Jahr wurden bislang an allen Haltepunkten Fragen nach der Fortentwicklung des Radwege- und des Straßenbahnnetzes gestellt. Auch am Standort des geplanten Konzertsaals neben der Meistersingerhalle war es nicht anders. Der Radweg an der Münchener Straße bleibt jedenfalls erhalten und an der Schultheißallee kommt ein neuer. Laut Robert Vogel, einer der Projektbauherren für den Konzertsaal, startet die Detailplanung für den Konzertsaal in diesem Sommer. Der Baubeginn ist für 2021 geplant und die Fertigstellung für 2023. Die Kritik, dass 15 Bäume für den Konzertsaal gefällt werden müssen, entkräftete Ulrich mit einem Hinweis auf den Abwägungsprozess: Der Bau der Konzerthalle im Luitpoldhain hätte diesen teilweise zerstört und eine Tiefgarage würde dem Luitpoldhain Wasser abgraben. "Es wird Ersatzpflanzungen geben und der Luitpoldhain wird aufgewertet", versprach Ulrich.

"Riesenchance für Nürnberg"

Für Wirtschaftsreferent Michael Fraas ist die geplante Technische Universität an der Brunecker Straße "eine Riesenchance für Nürnberg", weil sie von Anfang an fächerübergreifend angelegt ist. Im Herbst wird das Konzept für die Campus-Uni vorgelegt. Die Bauleitplanung läuft bereits. 2025 sollen die ersten Studenten einziehen. Doch an der Brunecker Straße werden auch eine Schule, zwei Kindertagesstätten, Wohnungen und ein Park gebaut. Mit der Umsetzung soll es Ende 2019 losgehen.

Der Stadtteil wird an die Straßenbahnlinie 7 angebunden. Der Verlauf der Trasse und wie weit die Straßenbahnlinie fahren wird, ist aber noch offen. Im Herbst wird das Ergebnis der Kosten-Nutzen-Bewertung vorliegen, so Ulrich. Auch beim Verlauf der Radwege im 90 Hektar großen Gelände besteht noch keine Klarheit, weil die Bahn noch nicht weiß, was sie will. Der Radweg entlang der Münchener Straße wird wohl erst dann komplett erneuert, wenn ein Großteil der Bebauung des Geländes erfolgt ist.

Der Bau der neuen Bertolt-Brecht-Schule an der Karl-Schönleben-Straße hat sich verzögert, weil die Verhandlungen mit einem Generalunternehmer sehr schwierig waren. Die Stadt hofft jetzt, dass in den nächsten Wochen die Verträge unterzeichnet werden, so dass es im nächsten Jahr mit dem Bau der Schule losgeht. Auch hier gilt: Fahrradwege wurden berücksichtigt und vielleicht wird die Schule für 1900 Kinder und Jugendliche auch noch an die Straßenbahn angebunden. 

André Fischer

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