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Bürgerbefragung: Nur die Hälfte hält Nürnberg für sicher

Wohnumfeld macht viel aus - Meinungsverschiedenheiten zwischen Generationen - 07.11.2018 05:55 Uhr

Nürnberg wächst, aber nur noch etwa die Hälfte der Befragten hält die Stadt für sicher - das zeigt die jüngste Haushaltserhebung. © NNZ


Seit dem Jahr 1971 holt die Stadt regelmäßig die Einschätzung der Bürger zu verschiedenen Bereichen ein. Damit verfügt sie über eine Datengrundlage, an der sich auch Stimmungsveränderungen ablesen lassen. In der Befragung des Jahres 2017 ging es um elf Themenkomplexe. Die Stadt kommt in vielen Bereichen gut weg, allerdings schlechter als in der Befragung von 2003, die von den Statistikern zum Vergleich herangezogen worden ist.

Am auffälligsten verändert hat sich die Meinung der Nürnberger zum Thema Sicherheit: Nur noch etwa die Hälfte der Befragten hält die Stadt für sicher, nämlich 53 Prozent. Im Jahr 2003 waren es immerhin noch 72 Prozent. "Der Anteil derjenigen, die explizit der Meinung sind, dass Nürnberg keine sichere Stadt ist, stieg von 13 auf 21 Prozent", schreiben die Experten des Statistikamts. "Der Anteil derjenigen, die dies nicht einschätzen konnten oder wollten, stieg von 15 auf 26 Prozent." Damit habe sich die Einschätzung der Sicherheit in Nürnberg erheblich verschlechtert.

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Woran das liegt, sagen die Zahlen nicht dezidiert, aber sie lassen immerhin bestimmte Muster erkennen. Zum Beispiel: Je höher die Bindung an ein bestimmtes Wohnviertel ist, desto positiver bewerten die Nürnberger ihre Stadt. Das eigene Wohnumfeld macht viel aus.

Dazu kommt freilich auch die finanzielle Situation der Menschen. Wer ein hohes Einkommen hat, kann die Angebote in der Stadt viel besser nutzen als jemand, der jeden Cent umdrehen muss. Die eher wohlhabenden Nürnberger beurteilen auch die Sicherheit positiver. "Der Grund hierfür könnte sein, dass Menschen mit hohen Einkommen oft in den sichereren Wohngegenden wohnen und auch eher mit dem eigenen Auto als in öffentlichen Verkehrsmitteln, gerade am Abend oder in der Nacht", unterwegs sind, schlussfolgern die Autoren des Berichts.

Auffällig, allerdings im positiven Sinne, ist auch die Veränderung, was die Einschätzung der Wirtschaftskraft Nürnbergs angeht: 2003 hielten 34 Prozent der Bürger ihre Stadt für wirtschaftskräftig, 2017 waren es 59 Prozent.

Allerdings: Als zukunftsorientiert sehen lediglich 45 Prozent der Befragten ihre Stadt, 2003 waren es nicht viel mehr – nämlich 46 Prozent. Ganz schlecht schneidet Nürnberg bei der Frage nach der Umweltfreundlichkeit ab. Nur 35 Prozent der Bürger finden, dass ihre Stadt umweltfreundlich ist, 38 Prozent sagen explizit, sie sei es nicht, und 27 Prozent machten keine Angaben dazu.

Das Alter verändert den Blick

Die Erhebung insgesamt zeigt, dass manche Einschätzung auch vom Alter abhängig ist. So finden die Bürger jenseits der 65 ihre Stadt weniger interessant, lebenslustig und aktiv als die jüngeren. Vielleicht, vermuten die Statistiker, weil sie selbst nicht mehr so aktiv am Stadtleben teilnehmen.

Ältere Befragte, heißt es im Bericht weiter, seien auch seltener der Meinung, dass Nürnberg eine sichere Stadt sei. "Sie sind aber auch nicht häufiger als andere Altersgruppen explizit der Meinung, dass Nürnberg unsicher ist, sondern haben – wie auch bei anderen Fragen – häufiger keine Einschätzung abgegeben." Von der Wirtschaftskraft der Frankenmetropole sind vor allem die 18- bis 44-Jährigen überzeugt. Und es ist auch diese Altersgruppe, in deren Augen die Umweltfreundlichkeit Nürnbergs besonders zu wünschen übrig lässt.

Die Überschrift dieses Artikels wurde geändert - aufgrund berechtigter Hinweise unserer User. 

gs

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