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Donnerstag, 05.12.2019

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Circus Krone kommt mit Wildtieren: "Verbot rechtlich unmöglich"

Tierrechtler planen zur Premiere Proteste - 25.09.2019 05:55 Uhr

Umstrittene Unterhaltung: Neben Löwen bringt der Circus Krone auch Kamele, Tiger, Lamas, Zebras, Ponys, Pferde und viele Hunde mit nach Nürnberg. © privat


Eine Woche vor der Premiere der Circus-Krone-Show "Mandana" auf dem Nürnberger Volksfestplatz ist auch hier die Diskussion im vollen Gang. Die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern ruft für den 2. Oktober um 18.30 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Premiere, zu einer stillen Demonstration mit Plakaten und Spruchbändern auf.

"Wir sind ganz allgemein gegen Tiere im Zirkus", sagt Simon Fischer. Der Tierschutzaktivist ist der Versammlungsleiter der geplanten Protestaktion in Nürnberg und hält Tiernummern im Zirkus für schlicht nicht mehr zeitgemäß. "Früher mag das seine Faszination gehabt haben, da war es das Spektakel schlechthin, wenn der Zirkus in die Stadt kam", sagt er. "Heute ist das unserer Meinung nach nicht mehr zu rechtfertigen. Wir brauchen keine Lebewesen für unsere Unterhaltung."

Kein Austausch

Dabei will Fischer nicht als Feind der Zirkustradition verstanden werden: "Ich gehe selber gerne in den Zirkus, wenn der mich mit Akrobatik und einer tollen Show fasziniert." Aber wer sich die Biologie von Wildtieren anschaue, dem müsse klar sein, dass diese Lebewesen "nicht dafür gemacht sind, auf dem Volksfestplatz in Nürnberg auf einem Betonboden zu leben". Solange es in möglichen Gesprächen mit dem Zirkus also nur um Detailfragen der Tierhaltung gehe und nicht um deren Abschaffung, lohnten sich diese aus Sicht der Tierschützer nicht.

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Circus Krone begeisterte bei der Premiere in Nürnberg

Nach dem tödlichen Unfall eines Aufbauhelfers haben die Darsteller des Circus Krone vor Beginn der Premiere eine Schweigeminute für den verstorbenen Kollegen eingelegt. Doch dann lautete das Motto "The Show Must Go On". Europas größter Zirkus begeisterte sein Publikum mit einer Reise um die ganze Welt.


Auch auf der anderen Seite sieht man keinen Gesprächsbedarf. Einen Austausch mit den Aktivisten, die "gegen jegliche Tiere in menschlicher Obhut" seien, gebe es nicht, sagt Andreas Kielbassa, Sprecher des Circus Krone. Dass es in Nürnberg, wie auch in vielen anderen Städten, zu Protesten kommen werde, ist ihm bewusst. Doch für ihn ist klar, dass der Circus Krone, der als klassischer Zirkus immer auf die drei Säulen "Artistik, Clownerie und wunderschöne Tiere" gesetzt habe, das auch in Zukunft tun werde.

Solange sich die Gesetzeslage beim Thema Wildtiere in Deutschland nicht grundlegend ändert, wird er das auch in Nürnberg weiterhin tun können. "Es wird immer wieder gefordert, dass die Stadt das verbietet", sagt Robert Pollack, stellvertretender Dienststellenleiter beim Ordnungsamt Nürnberg, aber das sei rechtlich schlicht unmöglich. "Das Halten von Wildtieren im Zirkus ist erlaubt und wir sind an die geltenden Gesetze gebunden", erklärt Pollack.

 

Erst in diesem Jahr hat sich in Ansbach gezeigt, dass das Recht klar auf der Seite der Zirkusbetreiber liegt. Der dortige Stadtrat hatte beschlossen, auf kommunalen Flächen nur noch Zirkusse ohne Wildtiere zuzulassen. Circus Krone setzte sich mit einem Eilantrag juristisch zur Wehr – und bekam vom Verwaltungsgericht Ansbach recht. Wenn der Circus Krone sein Gastspiel in Nürnberg am Montag, 21. Oktober, beendet hat, ist Ansbach der nächste Spielort.

An jedem Standort wird der Zirkus von den zuständigen Behörden kontrolliert und die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben überprüft. Wenn Verstöße festgestellt werden, würden diese im bundesweiten Zirkusregister eingetragen, erklärt Pollack vom Nürnberger Ordnungsamt, dessen Amtsveterinäre für die Kontrollen zuständig sind. Beim letzten Krone-Besuch im Jahr 2014 habe es nichts zu beanstanden gegeben.

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