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Coronavirus in Nürnberg: Gesundheitsamt sucht Kontaktpersonen

Stadt geht nicht davon aus, dass sich Mann in Nürnberg infiziert hat - 01.03.2020 23:13 Uhr

Die Isolierstation des Nürnberger Nordklinikums ist für Corona-Fälle nach eigenen Angaben gut gewappnet.

01.03.2020 © Stefan Hippel


Bei immer mehr Menschen in Deutschland wird das Coronavirus nachgewiesen. Mittlerweile, so das Robert-Koch-Institut (RKI), habe man 117 bestätigte Fälle in der Republik - darunter, das ist den Behörden seit Samstagabend klar, ist auch eine Frau aus Nürnberg. Sie steckte sich wohl bei ihrem Ehemann an, bei dem der Erreger Sars-CoV-2 während einer Geschäftsreise in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde. 

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In Zeiten von Corona: Ein Blick in die Isolierstation im Klinikum Nord

Zutritt nur mit Schutzkleidung: Normalerweise liegen auf der Isolierstation 16 II in Nürnberger Klinikum Nord Patienten mit Tuberkulose oder schwerer Influenza. In den vergangenen Wochen kamen Verdachtsfälle auf Corona-Virus dazu. Alle Mitarbeiter der Isolierstation — ein Oberarzt, drei Assistenzärzte und 25 Schwestern und Pfleger — müssen sich penibel an die hygienischen Vorschriften halten. Ein Einblick.


Jetzt läuft auch in Nürnberg die Aufarbeitung. Die Behörden setzen dabei auf eine sogenannte "Stamp Out"-Strategie, Experten vergleichen das mit einer Zigarette, die ausgestampft wird, um einen Waldbrand zu verhindern. Konkret heißt das: Im ersten Schritt werden Personen ermittelt und isoliert, die mit dem Erkrankten in engerem Kontakt standen. Wer etwa mindestens 15 Minuten mit einem Infizierten gesprochen habe oder in Berührung mit Speichel kam, der gilt als gefährdet.

Im Nürnberger Fall seien bereits sieben Menschen genauer untersucht worden, teilt die Stadt mit - die Tests verliefen negativ. Auch die zwei Kinder des Ehepaars sowie deren Oma seien wohl nicht angesteckt worden, sie befinden sich aber vorläufig in häuslicher Quarantäne. 

Gesundheitsreferent: "Unendlich viel Kleinarbeit" 

Bislang gehe die Stadt nicht davon aus, dass sich der mit dem Coronavirus infizierte Mann in Nürnberg angesteckt habe, sagt Gesundheitsreferent Peter Pluschke. Es handele sich um einen Pastor der Freikirche Ecclesia Church, der beruflich viel unterwegs sei.

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Das Coronavirus hält Deutschland und die Welt weiterhin in Atem. Zahlreiche Corona-Maßnahmen sind im vergangenen Jahr bereits umgesetzt worden - dabei ist es auch weiterhin wichtig Hygienemaßnahmen einzuhalten. Wir haben Hygiene- und Verhaltens-Tipps nach Empfehlungen des Infektionsschutz zur Vorbeugung des Coronaviruses zusammengefasst.


Derzeit läuft die Suche nach weiteren Kontaktpersonen. "Wir sind zurück gegangen bis zu einem Gottesdienst vor zwei Wochen, den der Pfarrer noch gehalten hat", sagt Pluschke. Die betroffene Gemeinde sei zwar informiert, die Identifizierung derer, die die Andacht besuchten, aber schwierig. Es gebe keine Teilnehmerlisten und nur Anhaltspunkte für mögliche Betroffene. Der Gesundheitsreferent spricht von "unendlich viel Kleinarbeit". 

Infizierter Frau geht es "nicht schlecht"

Der Zustand der Ehefrau, die auf einer Nürnberger Isolierstation liegt, ist stabil. Ihr gehe es "nicht schlecht", sagt Pluschke. Bei der Frau sei der Kreis derer, die als Kontaktpersonen infrage kommen, deutlich kleiner. Sie hatte sich bereits vor Bekanntwerden der Sars-CoV-2-Infektion ihres Mannes viel zuhause aufgehalten. "Wir haben im Augenblick durchaus die Chance, das noch einzugrenzen", sagt der Gesundhetisreferent. 


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Das Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg hat eine Bürgerhotline zum Coronavirus geschaltet. Unter der Telefonnummer 09 11 / 2 31-1 06 66 sind montags bis donnerstags zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr und freitags zwischen 8.30 und 12 Uhr Fachkräfte erreichbar.


Tobi Lang, Silke Roennefahrt

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