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Dagmar Wöhrl: Mehr Verdienst durch Nebentätigkeiten?

Wie lukrativ sind Aufsitzsratsjobs für die Abgeordnete? - 15.05.2013 16:08 Uhr

Am Mittwoch veröffentlichte die "Süddeutsche Zeitung" neue Vorwürfe gegen Dagmar Wöhrl.

27.02.2012 © Hans-Joachim Winckler


Konkret geht es dieses Mal um die Nebentätigkeiten der Abgeordneten und die damit verbundenen Einkünfte. Nach Recherchen der Zeitung erhält Wöhrl für ihre Tätigkeit im Verwaltungsrat der Schweizer Sarasin-Bank mehr Geld als für ihre Abgeordneten-Tätigkeit, nämlich umgerechnet 34.200 Euro im Quartal. Rechnungen, die der Zeitung vorliegen, belegen das angeblich. Für ihre Tätigkeit im Parlament erhalte sie im gleichen Zeitraum 24.756 Euro.

Wöhrl war in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass sie einer Bundestagssitzung fernblieb und stattdessen nach Asien in den Urlaub flog. Konfrontiert mit weiteren Anfragen der SZ in Bezug auf die Nebentätigkeiten, hat sie sich dazu entschlossen, in die Offensive zu gehen: Auf ihrer Homepage veröffentlichte sie in den vergangenen Tagen chronologisch die Korrespondenz mit der SZ. Der Zeitung wirft sie eine "Negativkampagne" vor, das Blatt versuche, einen Skandal zu finden, der nicht existiere.

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Ihren Verdienst bei der Schweizer Bank beziffert sie selbst auf ihrer Seite auf 26.973 Franken - umgerechnet sind das 21.543 Euro und damit weniger, als die SZ behauptet. Hinzu kommen allerdings laut Süddeutscher Zeitung noch weitere Nebentätigkeiten, dieses Mal in verschiedenen Gremien der Nürnberger Versicherung. Zusammen ist das für die SZ der Anlass, die Frage zu stellen, welche der Tätigkeiten von Wöhrl Haupt- und welche Nebentätigkeiten sind - und ob das Geld im Verhältnis zum Aufwand der Tätigkeiten angemessen ist.

Wöhrl reagierte am Mittwoch mit einer Spitze gegen die SZ in Sachen Meinungsfreiheit. Sie wirft der Zeitung vor, einen Facebook-Eintrag von Wöhrl auf der SZ-Facebook-Seite unterbunden zu haben. NZ-Redakteur Peter Viebig greift das Geschehen auch in seinem Blog auf.

Was dabei bisher untergegangen ist, ist die Tatsache, dass Frau Wöhrls Facebook-Seite eine reine Fan-Seite ist. Ein Filter in Facebook lässt keine Kommentare von Nicht-Personen bzw. Fan-Seiten zu. Daher sind ausschließlich Kommentare von Personen auf der SZ-Facebook-Seite zu finden und Wöhrls Vorwurf damit hinfällig.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

 

 

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