Delfinarium in den Medien: "Drastische Rufschädigung"

20.9.2014, 12:27 Uhr
Dag Encke hat kein Verständnis für die Berichterstattung des

Dag Encke hat kein Verständnis für die Berichterstattung des "Spiegels" und der "Süddeutschen" über das Delfinarium. © dpa

Völlig danebengegriffen hat nach Einschätzung von Tiergartendirektor Dag Encke in dieser Woche der "Spiegel". In dem Kommentar "Töten fürs Delfinarium" über die Zukunft des Walfangs fordert Autor Philip Bethge, dass man sich den Besuch von Delfinarien in Zukunft sparen sollte. Denn die Delfinschlächter an der Bucht von Taiji in Japan würden auch in diesem Jahr wieder ein Massaker anrichten, weil sie einige wenige der Tiere "für viel Geld an Zoos verkaufen können". Außerdem: "Jedes Delfinarium, auch das in Duisburg oder Nürnberg, befördert eine Kultur, die Meeressäuger zu Clowns macht."

Wer einen solchen Bezug zwischen Delfinmassaker und dem Nürnberger Delfinarium herstelle, füge dem Tiergarten eine "drastische Rufschädigung" zu und müsse sich außerdem nach seiner Qualifikation als Wissenschaftsjournalist fragen lassen, reagierte Encke am Freitag auf den Kommentar. Bis auf einen "deutlichen Zweizeiler" per Mail werde der Tiergarten aber hier nicht weiter aktiv werden.

Verwundert zeigte sich die Tiergarten-Leitung auch über die Einschätzung der Süddeutschen Zeitung, dass im Falle eines Fehlschlags beim aktuellen Delfin-Zuchtversuch damit auch das Ende der Delfinhaltung in Nürnberg möglich sei. "Sein Überleben entscheidet über die Zukunft der Anlage", heißt es zumindest im Einleitungstext des Artikels über das Delfinkalb von Sunny.

Dag Encke betonte am Freitag dagegen, dass der Fortbestand des Delfinariums nicht davon abhängig sei, ob die Geburt und die Aufzucht des erwarteten Kalbes problemlos verläuft. Auch, wenn man sich jetzt umfassend auf das zu erwartende Ereignis vorbereitet habe, sei ein Todesfall bei der Geburt oder in den ersten Wochen danach naturgemäß nicht völlig auszuschließen.

Der Tiergarten müsse sich allerdings in dem Fall den Konsequenzen stellen, wenn die Ursache in klaren fachlichen Fehlern gelegen habe.

 

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