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Deutsche Altenheime kämpfen mit massiver Personalnot

600 Aussteller: In Nürnberg läuft derzeit die Altenpflegemesse - 25.04.2017 20:15 Uhr

Viele Altenheime arbeiten an der Kapazitätsgrenze - das hat auch Folgen für die Bewohner.

10.08.2010 © colourbox.com


Eine Schau in angespannten Zeiten: In Nürnberg trifft sich die Pflegebranche derzeit zur Altenpflegemesse. Mehr als 600 Aussteller präsentieren viele technische Neuerungen wie Armbanduhren oder Notrufknöpfe an Halsketten, deren Sensoren bei Stürzen Alarm schlagen.

Sie sollen das Leben in den eigenen vier Wänden (und außerhalb) erleichtern und sicherer machen. Kein Wunder, möglichst lange in der vertrauten Wohnung zu bleiben, das wünschen sich die meisten Senioren. Und wenn man die düsteren Prognosen sieht, die Veranstalter präsentieren, dann hat so manch einer womöglich künftig nicht einmal mehr die Wahl bei der Entscheidung für die geeignete Wohnform im Alter.

Belegungsstopp in manchen Heimen

Schon jetzt verhängten Heime einen Belegungsstopp, betont  Holger Göpel vom Branchendienst Care Invest. Verantwortlich sei der Fachkräftemangel, bei einer gleichzeitig steigenden Zahl an Pflegebedürftigen - 2,9 Millionen Betroffene sind es derzeit, die Hälfte von ihnen wird laut Göpel ausschließlich von Angehörigen gepflegt. Bis 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,4 Millionen steigen, während die Zahl der Pflegekräften den Prognosen zufolge aus demografischen Gründen von derzeit 890.000 auf 784.000 zurück geht.

Derzeit läuft in Nürnberg die Altenpflegemesse.

25.04.2017 © Eduard Weigert


Von der Personalnot profitieren Firmen wie die Zeitarbeitsvermittlung "Jobs in time medical". Sie wirbt mit maßgeschneiderten Dienstplänen und flexiblen Arbeitszeiten und beschäftigt bundesweit nach eigenen Angaben bereits gut 1000 externe Mitarbeiter. "Und wir haben wesentlich mehr Anfragen als Arbeitskräfte", betont Personalberaterin Manuela Hoth.

Immerhin könnten in den Heimen künftig technische Neuerungen wie die intelligenten Fußleisten der Firma nevisQ das Personal entlasten, indem sie Stürze registrieren und im Notfall Alarm schlagen. Das System lernt von den Gewohnheiten der Bewohner und registriert, wenn diese besonders unruhig und damit vielleicht sturzgefährdet sein - die Testphase läuft, wie es auf der Messe hieß.

Doch manch eine Verbesserung kommt auch ohne große Technik aus: Im Becher Sippa sorgt eine elastische Silikonmembran dafür, dass das Gefäß quasi immer voll ist. Wer daraus trinkt, muss den Kopf nicht mehr nach hinten neigen und kann sich nicht so leicht verschlucken. Das reduziert bei älteren Patienten die Gefahr einer Lungenentzündung.

Silke Roennefahrt

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