Donnerstag, 19.09.2019

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Die Fischtreppe — eine echte Aufstiegshilfe?

Überprüfung läuft, wie effektiv die Technik am Wasserkraftwerk in Hammer ist — Fischereiverband ist an Untersuchung beteiligt - 24.08.2014 08:00 Uhr

2013 wurde die Fischtreppe am Wasserkraftwerk in Hammer eingebaut (Foto).Jetzt läuft eine Untersuchung, wie die Fische mit der neuen Technik klarkommen. © Manuela Prill


Eine 77 Meter lange Rinne mit übereinanderliegenden Becken bietet den Fischen eine Aufstiegshilfe gegen den Strom. Vor vier Wochen startete das Monitoring, eine Untersuchung, bei der die Funktionalität der Fischtreppe in Laufamholz vom Fischereiverband beobachtet wird.

Die Fische schwimmen dabei in eine Reuse, eine Fangeinrichtung, an der obersten Stufe der Treppe. Jeden zweiten Tag kommen Mitglieder des Fischereiverbandes, um diese zu leeren und den eingefangenen Fischbestand in Art und Anzahl zu überprüfen. Regelmäßig werden die Ergebnisse vom Büro für Gewässerökologie und Fischbiologie analysiert.

Untersuchung abwarten

Peter Neuner, Vorsitzender des Fischereiverbandes, will derzeit keine Auskunft über die Funktionalität der Treppe geben. „Die Überprüfung dauert insgesamt rund ein Dreivierteljahr“, sagt er. So früh lasse sich keine Aussage treffen. Warum der Bau der Fischtreppe aber schon mehrere Monate zurückliegt und das Monitoring erst jetzt startete, wisse er nicht.

Die N-Ergie begründet den verspäteten Beginn der Untersuchung mit der Witterung. Wegen des trockenen Frühlings und den daraus resultierenden geringen Abflüssen der Pegnitz habe man erst jetzt beginnen können. Je nach Witterung werde die Überprüfung bis Oktober oder November laufen.

Auch die N-Ergie kann noch keine endgültige Aussage über die Funktionalität der Treppe machen. „Da unterschiedliche Fischarten zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind, sind noch keine repräsentativen Aussagen möglich“, sagt Heidi Willer, Pressesprecherin der N-Ergie. Wirklich aktiv seien Fische nur zur Laichzeit, sagt Peter Neuner. Er schätzt, dass eine Auswertung der Ergebnisse erst im zweiten Quartal 2015 möglich sein wird.

Nach den bisherigen Beobachtungen der N-Ergie erfüllt die Treppe ihre ökologische Funktion. Auch schwimmschwache Fische wie Rotauge und Bachschmerle passierten sie. Bereits im Vorfeld wurde die Fischtreppe vom Büro für Gewässerökologie und Fischbiologie geprüft. Hinsichtlich Wassertiefe, Strömungsgeschwindigkeit, Gefällesprüngen und Sedimentverteilung entspräche sie den Planungsvorhersagen und Richtlinien, heißt es vom Unternehmen.

Wolfgang Dötsch vom Bund Naturschutz, der den Bau der Fischtreppe scharf kritisierte, begrüßt es, dass die „Profis vor Ort auch die Erfolgskontrolle vor Ort durchführen“. Dass der Fischereiverband an dem Monitoring beteiligt ist, findet Dötsch positiv. In der Vergangenheit habe man oft erlebt, dass mit diesen Treppen Schindluder getrieben wurde. An sich seien sie eine gute Sache, aber man müsse sie auch pflegen. Er habe schon Treppen gesehen, die oben mit Blättern und Ästen verstopft waren und somit mehr Gefahr als Hilfe für die Fische darstellten. Die Genehmigung zum Bau der Treppe wurde 2013 mit der Auflage erteilt, dass ab Inbetriebnahme ein Monitoring läuft. Verbände hatten die Treppe vorab als „ökologisch unbrauchbare Variante“ bezeichnet. 

Stefanie Taube

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