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Die Jagd auf die Flaggen

Nürnberg Rams eröffneten die Saison - 26.02.2008

Zweikämpfe um das Ei – wie hier im Spiel der jungen Nürnberg Flags (orangene Trikots) – gibt es auch beim Flag-Football, doch einen Helm braucht dabei niemand. © Zink


Susanne Martinez spielt seit 2001 Flag-Football bei den Nürnberg Rams und ist dabei hauptsächlich für die Defensive zuständig. Im Unterschied zum körperbetonten American Football ist es der verteidigenden Mannschaft beim Flag-Football nicht erlaubt, den Gegner durch ein Tackling zu stoppen. Stattdessen kann man den Angriff unterbinden, indem man dem ballführenden Spieler einen Stoffstreifen, die sogenannte Flag, aus dem Gürtel zieht. Jeder Spieler trägt zwei Flags, die mit einem Gummipfropfen links und rechts der Taille befestigt werden.

Das Rempeln, Schubsen und Umreißen ist beim Flag-Football stark eingeschränkt, bei der weit verbreiteten Variante mit fünf Spielern pro Team ist sogar jegliches Blocken verboten. Die Sportler können sich deshalb ohne teure Schutzausrüstung ins Getümmel werfen und müssen keine Verletzungen fürchten - zumindest nicht mehr als in anderen Ballsportarten. Frauen und Männer, Kinder und Erwachsene können ohne Weiteres mit- und gegeneinander spielen, weil es weniger auf Kraft ankommt als auf Schnelligkeit, Wendigkeit und die Fähigkeit, die Spielzüge des Gegners frühzeitig zu lesen.

Mit zwei Turnieren haben die Nürnberg Rams am vergangenen Wochenende in der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Realschule die Saison 2008 eröffnet. Am Samstag sicherte sich der Nachwuchs der Rams beim Juniorenturnier den ersten Platz und besiegte dabei sogar den Bayerischen Meister aus Rothenburg. Das Seniorenturnier am Sonntag konnte nach einer kurzfristigen Änderung der Turnierordnung durch den American Football Verband Bayern (AFVBy) nicht als offizielles Verbandsturnier durchgeführt werden. Um sich die hohen Schiedsrichterkosten zu sparen und um unter 18-Jährigen das Mitspielen zu ermöglichen, entschloss man sich kurzerhand, zu einem privaten Freizeitturnier einzuladen. Die zehn Mannschaften aus ganz Deutschland störte es aber nur wenig, dass sie nicht unter ihren üblichen Vereinsnamen antreten durften.

Für die Gastgeber aus der Noris waren zwei Teams mit von der Partie: Die «Flags», eine aus Kindern, Frauen und Männern bunt zusammen gewürfelte Truppe, landeten auf Rang sieben. Die «Veteranen», die mehrere ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler in ihren Reihen hatten, ließen viele gute Chancen aus und waren am Ende etwas enttäuscht über das verpasste Halbfinale und den fünften Platz. Im Finale wurde das Team aus Kelkheim seiner Favoritenrolle gerecht und fegte Walldorf klar mit 34:0 vom Platz.

Für die Nürnberg Rams bleiben noch ein paar Wochen Zeit, bis sie im April in die Tackle-Football-Saison in der Aufbauliga starten. Dann gibt es für den Vorsitzenden Peter Schuh (67) nur ein Ziel: «Das ist klar», sagt er entschlossen und zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger nach oben. «Aufsteigen ist natürlich schwer, aber wir haben gute Leute und sind motiviert.» Über den einen oder anderen Neuzugang würde sich Schuh indes sehr freuen: «Wir fangen in der untersten Liga an, da können auch Anfänger den Einstieg schaffen. Ein großer Kader bietet einfach mehr Möglichkeiten und wir finden für jeden die richtige Position.»

Die schweren Jungs stehen zum Blocken in vorderster Front, im Angriff sind sowohl kleine, flinke als auch hoch gewachsene Spieler gut aufgehoben. «Eine typische Football-Statur gibt es nicht. Da ist für jeden etwas dabei», findet auch Susanne Martinez, die Flag-Football als Familienerlebnis sieht. Ihr Mann David stammt aus Amerika, war in Nürnberg stationiert und hat nicht nur seine Ehefrau mit seiner Football-Begeisterung angesteckt. Auch ihr 13-jähriger Sohn Timothy steht schon seit fünf Jahren auf dem Feld und weiß sich auch gegen die meist größeren und stärkeren Gegner zu behaupten: «Man wird oft unterschätzt und kann sich durchmogeln. Außerdem fällt es den Großen schwer, den Kleinen die Flags abzureißen», sagt er.

www.noris-rams.de

Alexander Schweiger: 3 13 02 55 oder 0172 / 8 61 54 18.
 

von David Bernreuther

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