Rundkapelle Altenfurt

Die Retter des historischen Baus haben noch weitere Pläne

Rurik Schnackig
Rurik Schnackig

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12.3.2022, 10:00 Uhr

© Eduard Weigert, NN

Um die Tragweite zu verstehen, muss man die Bedeutung der Rundkapelle kennen. Der romanische Bau gehört zu Altenfurt wie die Burg zur Altstadt. Seit dem 12. Jahrhundert, so vermutet man. Heute bietet sie vieles von dem, was Menschen brauchen. Ein Ort der Ruhe und der Einkehr einerseits. Aber sie steht auch andererseits für einen Platz, an dem man sich trifft, austauscht. Auch mal feiert. Ein Ankerpunkt, an dem man zusammenkommt. Und für viele Pilger ein Ziel.

© Eduard Weigert, NN

Umso größer war der Schreck als vor gut einem Jahr bekannt wurde, dass die katholische Kirchenstiftung St. Sebald den Nürnberger Sakralbau mitsamt den benachbartem Herrschaftsgebäude und dem großen Vorplatz verkaufen wird. Die Gründe wurden damals wie folgt angegeben: "Sanierung und der Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes gehören nicht zu den pastoral begründeten Aufgaben der Kirchenstiftung."

Aus der Hand gegeben

Die Nutzung sei ja weiterhin möglich, hieß es. Doch juristisch war das nicht so eindeutig. Am Ende macht der Besitzer einen Zaun drumherum und das war's dann für die Öffentlichkeit - so lauteten die Bedenken.

© Eduard Weigert

Beim Entsetzen allein bleib es nicht. Mit Protestaktionen machten die Altenfurter auf den drohenden Verkauf aufmerksam. Der Verein "Freunde der Rundkapelle Altenfurt" hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Erhalt der Rundkapelle auf Dauer zu sichern. Medien berichteten über diesen besonderen Fall. Politiker sicherten ihre Unterstützung zu und unter der Moderation des einstigen Ministerpräsidenten Günther Beckstein kam es zwei mal zu Gesprächen am Runden Tisch.

Viel Schulterklopfen

Ergebnis: Eines der ältesten Gotteshäuser Nürnbergs bleibt nun doch im Besitz der katholischen Kirchenstiftung St. Sebald. "Rundkapelle gerettet" - das waren willkommene Schlagzeilen für die Freunde der Rundkapelle. Claus Schmid und Hans Grander aus dem Vorstand des Vereins haben viele Schulterklopfer bekommen: "Jetzt ist es ja geschafft", erinnern sie sich. Aber um an dieser Stelle für ein Happy End abzublenden ist es noch zu früh.

Denn es geht nicht nur um die Rundkapelle, sondern um den gesamten Kapellenplatz mit Grünfläche, Schlösschen und Weiher. Denn diesen Unterhalt wolle die Kirchenstiftung mit Blick auf zu erwartende Sanierungskosten künftig nicht mehr tragen. Der neue Plan von inzwischen zwei Vereinen - Kapellenplatz Altenfurt und Freunde der Rundkapelle - sieht vor, dass die Stadt das Areal aus der Hand der Kirchenverwaltung kauft. Der Verein "Kapellenplatz Altenfurt" würde dann den Platz als Pächter tragen, unterstützt von dem seit mehreren Jahren existierenden Förderverein "Rundkapelle Altenfurt."

Rückhalt und Solidarität erlebt

Ein ehrgeiziges Vorhaben - zumal die bevorstehenden Kosten für Sanierungsmaßnahmen nicht gering ausfallen dürften. Doch innerhalb der beiden noch jungen Vereine ist die Hoffnung größer denn je. Das vergangene Jahr habe gezeigt, was möglich ist und wie groß der Rückhalt und die Solidarität unter den Altenfurtern insgesamt sei. Claus Schmid etwas aus dem Vorstand berichtet, dass er vorher nicht an ein Vereinsleben gebunden sei - und mittlerweile unzählige Kontakte habe. Hans Grander erzählt, dass er bei jedem Spaziergang - und er betont "jeden" - mindestens einmal auf die Rundkapelle angesprochen werde.

Über das Geleistete und das Geplante wollen die Vereine nochmals grundlegend informieren - und zwar genau ein Jahr nach der ersten Demonstration. Aus diesem Anlass wird am Sonntag, 13. März, um 14 Uhr am Leonhard-Übler-Platz (Rundkapellenplatz) in Altenfurt eine Informationsveranstaltung stattfinden, an der die beiden Vereine Freunde der Rundkapelle und Kapellenplatz Altenfurt vor Ort informieren und für Gespräche jederzeit bereit sind.

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