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Die Ruhe vor dem Sturm: Erneut Amtsenthebungsverfahren gegen Trump

Ex-US-Präsident steht weiter im internationalen Rampenlicht - 11.02.2021 21:41 Uhr

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18.07.2019 © Zach Gibson/Getty Images/AFP


Die Demokraten wollen es schriftlich, wer von den Republikanern im Kongress sich noch immer vor den umstrittenen 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika stellt. Es ist davon auszugehen, dass bereits jetzt nachgeforscht wird, welche Schandtaten Donald Trump und seine Helfershelfer in seinen vier Jahren Präsidentschaft unternommen haben. Was hinter diesem oder jenem “Deal” steckt, den Trump so gepriesen hat. Man kann sich sicher sein, dass die Trump Jahre aufgearbeitet werden, viel herausgekommen wird, was fragwürdig, illegal und schlichtweg kriminell gewesen ist. Es scheint also mehr als nur ein Verfahren für die Katz’ zu sein. Denn danach kann man auf die deuten, die das alles mitgetragen und ihn bis zuletzt verteidigt haben.

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Der US-Wahl-Krimi hat ein Ende: Joe Biden wird am 20. Januar ins Amt des Präsidenten eingeführt. Auch wenn Republikaner Donald Trump die Niederlage nicht hinnehmen und rechtlich dagegen vorgehen will, scheint sein Vorgehen aussichtslos. Wir haben uns umgehört, was die Nürnberger vom Demokraten Biden und dem Ausgang der Wahl halten.


Was ich allerdings beunruhigender finde ist diese Ruhe vor dem Sturm in den USA. In den republikanischen Reihen wird zwar offen ein Krieg um die zukünftige Linie der Partei ausgefochten. Die Kritik an Joe Biden und seinen ersten Umwälzungen, Neuausrichtungen und Ansätzen bleibt jedoch weitgehend gemäßigt, selbst auf den einstigen Trump-Frontsendern FoxNews, OAN, Newsmax. Natürlich sind da einige, die jetzt und alles hinterfragen. Doch man denke an die Obama Jahre zurück, wo schon früh der Hass auf den Amtsinhaber die Reaktionen der Republikaner bestimmte. Das fehlt derzeit. Und auch der neue Ton im Weißen Haus ist richtiggehend erholsam. Die Nachrichtensendungen drehen sich wieder um Politik und die Lage im Land und nicht über spinnerte Tweets, Beleidigungen und fragwürdige Entscheidungen.

Doch außerhalb des eigentlichen Polit Zirkus’ braut sich etwas zusammen. In den sozialen Medien wird heftigst diskutiert, viel hinter vorgehaltener Hand, aber die Zeichen deuten auf Gewalt. Die Trumpianer, die am 6. Januar zum Sturm auf das Kaptiol riefen, sind nicht verschwunden, sie feiern vielmehr ihren Sieg und planen mehr. Sie haben es geschafft, dass die USA nach dem 6. Januar nicht mehr das gleiche Land sind. Es wurde allen vor Augen geführt, dass ein großer Teil der Bevölkerung radikalisiert und zur Gewalt bereit ist, wenn ein Führer die Flammen entfacht.


Biden: Amerika wird die Welt wieder anführen


Es ist also keine Frage, ob mehr passieren wird, sondern eher, wann es passieren wird. 2020 wurden in den USA so viele Waffen verkauft, wie noch nie zuvor. Auch der Januar 2021 sprengte alle Rekorde. Die 350 Millionen geschätzten Waffen im Besitz der Amerikaner sind nicht gleichmäßig verteilt. Es heißt, etwa 80 Prozent dieses Waffenarsenals ist in den Händen von rund 10 Prozent der Bevölkerung. Wie schon vor dem 6. Januar, sind die Zeichen ganz deutlich zu erkennen. Man muss nur hinsehen und hinhören.

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Arndt Peltner

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