Gastronomie in der Region

Diese Nürnberger Restaurants verschwinden für immer - und diese haben neu eröffnet

Lisa Krüger

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Markus Maisel

Online-Redaktion

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25.11.2022, 09:39 Uhr
Viele Lokale mussten in diesem Jahr aufgrund von steigenden Kosten schließen. 

© Daniel Karmann, NN Viele Lokale mussten in diesem Jahr aufgrund von steigenden Kosten schließen. 

Die Lebensmittel werden teuer, die Strompreise steigen, und auch für warme Räume muss mittlerweile tief in die Tasche gegriffen werden. Das hat auch Folgen für die Nürnberger Gastronomie. Mehrere traditionsreiche Gaststätten und Cafés schließen für immer ihre Türen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Auf der anderen Seite fanden auch einige neue Lokale ihren Weg ins Nürnberger Stadtbild. Ein Überblick.

Café Deuerlein schließt an Weihnachten

Das Café Deuerlein ist mehr als nur ein Café. In den letzten 20 Jahren konnten Kundinnen und Kunden hier verschiedene Antiquitäten und Weine kaufen. Dennoch hat sich der Inhaber Tom Deuerlein dazu entschlossen, sein Café in der Lorenzer Straße 33 in Nürnberg aufzugeben. Der Schlussverkauf hat bereits begonnen: Bis zum 24. Dezember können Sie hier noch Café trinken oder Bücher mit 50 Prozent Rabatt kaufen.

Nur noch wenige Wochen kann die gemütliche Atmosphäre des Café Deuerleins genossen werden. 

Nur noch wenige Wochen kann die gemütliche Atmosphäre des Café Deuerleins genossen werden.  © Günter Distler/VNP, NNZ

Nachfolger für Gasthaus Pegnitztal?

Nach 16 Jahren schließen die Inhaber Thomas Hoffmann und Cenk Aksu ihr Lokal Gasthaus Pegnitztal in der Deutschherrenstraße. Aufgrund der gestiegenen Preise müssten sie in ihrem Restaurant mehr als 20 Euro für ein Schäufele verlangen. Das können und wollen sich die Betreiber nicht leisten, weshalb die Küche nach dem 26. Dezember kalt bleibt. Sie hoffen allerdings, dass vielleicht jemand anderes das Gasthaus übernimmt.

Thomas Hoffmann (links) und Cenk Aksu betrieben das Gasthaus Pegnitztal gemeinsam seit 2006. 

Thomas Hoffmann (links) und Cenk Aksu betrieben das Gasthaus Pegnitztal gemeinsam seit 2006.  © Franziska Wagenknecht, NNZ

Zeitungscafé Hermann Kesten macht vorerst zu

Regionale, überregionale und internationale Zeitungen gibt es im Zeitungscafé zu genüge. Wer ein letztes mal schmökern will, hat dazu noch bis zum 31. Dezember Zeit. Die Pächterin, die das Café seit 1998 geführt hat, hat den Pachtvertrag gekündigt und schließt damit das Zeitungscafé. Allerdings: Nach einer Umbauphase soll das Café mit einem neuen Pächter vielleicht wieder geöffnet werden.

Auch das Zeitungscafe Hermann Kesten schließt. 

Auch das Zeitungscafe Hermann Kesten schließt.  © Stefan Hippel

Fränkisches Wirtshäusla mit neuen Gesichtern

30 Jahre lang galt das Fränkische Wirtshäusla als Schäufele-Institution. Wegen der doppelte Kruste war die Wirtschaft über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Nun gehen die Inhaber Heinz und Sonja Binder in die wohlverdiente Gastro-Pension. Die Nachfolger stehen allerdings schon in den Startlöchern und übernehmen im Dezember fast nahtlos. Sie wollen die guten Traditionen im Wirtshäusla weiterleben lassen.


Nach über 30 Jahren ist für Heinz und Sonja Binder im Fränkischen Wirtshäusla Schluss. 


 

Nach über 30 Jahren ist für Heinz und Sonja Binder im Fränkischen Wirtshäusla Schluss.    © Tobias Lang, NNZ

Zentrallhalle nahm Abschied

Es war ein Stich ins Herz aller eingesessener Gostenhofer. Anfang Oktober verbreitete sich die Nachricht, dass die traditionsreiche Zentralhalle nach 32 Jahren für immer ihre Pforten schließt. Mit einer Abschiedsfeier am 29. Oktober fand der beliebte Treffpunkt zumindest ein würdiges Ende.

Blick zu später Stunde: Friedlich feierten die Gäste und Fans der Zentralhalle die Abschiedsparty am 29. Oktober 2022 in der Reitackerstraße in Gostenhof.

Blick zu später Stunde: Friedlich feierten die Gäste und Fans der Zentralhalle die Abschiedsparty am 29. Oktober 2022 in der Reitackerstraße in Gostenhof. © Roland Seibold / Zentralhalle

Kathis Küche schließt für immer

Eine gebürtige Schwäbin in Mittelfranken: Auch ohne Kochausbildung und fränkischer Herkunft hat sich die mittlerweile 71-jährige Katharina Fischer in die Herzen der Nürnberger gekocht. In ihrem Traditions- und Stadtteillokal Kathis Küche standen zahllose Klassiker vom Toast Hawaii bis Käsespätzle auf der Karte. Besonders das Cordon Bleu hatte es den Stammgästen angetan. Am 17. Juli öffnete das Lokal in der Stabiusstraße im Stadtteil Gärten bei Wöhrd zum letzten Mal seine Türen.

Das Wirte-Ehepaar Katharina und Hans Fischer.

Das Wirte-Ehepaar Katharina und Hans Fischer. © Sebastian Müller, NNZ

Kaffeestube am Hesperidengarten ist Geschichte

Es war eine grüne Wohlfühloase im Stadtteil St. Johannis und ein wunderbarer Platz zum Verweilen: Die Kaffeestube am Hesperidengarten. 30 Jahre bewirtschaftete Inhaberin Barbara Kinderlin gemeinsam mit ihrem kleinen Team das Café mit herrlichem Blick auf die barock gestaltete Gartenanlage im Nürnberger Norden. Nun gibt sie das Geschäft schweren Herzens auf.

Bald Geschichte: Die Kaffeestube am Hesperidengarten 

Bald Geschichte: Die Kaffeestube am Hesperidengarten  © Jürgen Habenstein/oh

Deli Desires gibt auf

Gerade mal ein halbes Jahr lang war das Deli Desires geöffnet. Ab Mai kamen Fans der veganen Ernährung im Restaurant in der Maxfelder Goethestraße auf ihre Kosten. Im Oktober gaben die Besitzerin Dipika Davé und ihr Kollege Thomas Grill bekannt, das Lokal ab Ende November 2022 aus gesundheitlichen Gründen schließen zu müssen.

Dipika Davé und Thomas Grill bereiteten im Deli Desires vor allem Veganes zu. Der Fokus lag auf Alternativen zu klassischen Fleischspeisen.

Dipika Davé und Thomas Grill bereiteten im Deli Desires vor allem Veganes zu. Der Fokus lag auf Alternativen zu klassischen Fleischspeisen. © Florian Driessen

Zeitlos war nicht wirtschaftlich

Unter dem Motto "Essen, Trinken, Leben" betrieb Inhaberin Carola Kofler seit 2006 das Zeitlos im Haus der evangelischen Kirche in der Burgstraße 1-3. Das Restaurant war als inklusives Projekt konzipiert: Immer wieder waren Menschen mit Handicap im "Zeitlos" beschäftigt und servierten Speisen aus frischer und regionaler Küche. Im Mai musste das Lokal jedoch schließen: "Es war wirtschaftlich einfach nicht mehr tragbar", so Kofler.

Im Mai 2014 wagte sie nach einer Renovierung noch einen Neuanfang - im Frühling musste sie das Restaurant jedoch endgültig schließen. "Zeitlos"-Chefin Carola Kofler.

Im Mai 2014 wagte sie nach einer Renovierung noch einen Neuanfang - im Frühling musste sie das Restaurant jedoch endgültig schließen. "Zeitlos"-Chefin Carola Kofler. © Roland Fengler

Neben den vielen Schließungen gibt es aber auch hoffnungsvolle Neuigkeiten aus der Nürnberger Gastro-Szene. Mehrere Restaurants machten neu auf, darunter auch ein altbekannter Betrieb.

Tucherbräu am Opernhaus

Endlich! Nach zehnjährigem Leerstand kehrt wieder Leben in das Tucherbräu am Opernhaus ein. Im November 2012 wurde der Gastronomiebetrieb im Gasthaus eingestellt. Grund: Das denkmalgeschützte Gebäude musste dringend saniert werden. Eine Dekade später wurden die Räumlichkeiten ordentlich aufgehübscht. Seit dem 22. November werden die Gäste wieder mit Schäuferla, Schnitzel oder fränkischen Veggie-Gerichten versorgt.

Glänzt im neuen Ambiente. Das "Tucherbräu am Opernhaus".

Glänzt im neuen Ambiente. Das "Tucherbräu am Opernhaus". © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Café Ladida

Seit Anfang November werden im Café Ladida in der Nürnberger Südstadt Pizza und Pinsa serviert. Wer durch die Tür geht, taucht in eine beeindruckende Welt ein. Warum? Das gesamte Café ist in Schwarz-Weiß gehalten. Zunächst wurden die Wände weiß gestrichen, dann verwandelten zwei regionale Künstler den Raum in eine Comic-Szenerie.

So sieht's aus! Die skurile Einrichtung im Café Ladida.

So sieht's aus! Die skurile Einrichtung im Café Ladida. © Screenshot Instagram: @cafe.ladida

Pure Food – Vegan Café and Bar

Begonnen hat alles mit dem Foodtruck "Kleiner Veganer". Während Corona konnten sich die Schwestern Myrna und Nora Befner mit einem eigens entwickelten Fertigprodukt über Wasser halten. Am 7. Oktober eröffneten die Geschwister nun in der Reichsstraße 10 der Nürnberger Nordstadt ihren eigenen Laden.

Pure Food - The Vegan Café & Bar eröffnete im Oktober seine Pforten.

Pure Food - The Vegan Café & Bar eröffnete im Oktober seine Pforten. © Eduard Weigert

Brasserie Simone

Seit Anfang des Jahres können sich Gäste in der Brasserie Simone am Europaplatz hinter der Tafelhalle kulinarisch verwöhnen lassen. Geöffnet wurde das Restaurant mit dem Gedanken, vor allem regionale Lebensmittel von fränkischen Anbieterinnen und Anbietern zu verarbeiten.

In der Brasserie Simone werden nur regionale Lebensmittel verarbeitet. 

In der Brasserie Simone werden nur regionale Lebensmittel verarbeitet.  © Michael Matejka

Mano

Ein kulinarischer Abstecher auf die iberische Halbinsel ist neuerdings auch im Nürnberger Stadtteil Rennweg möglich. Seit dem 16. November werden im Mano in der Stabiusstraße authentische spanische und portugiesische Speisen serviert - von Calamares über Piri-Piri-Chicken bis hin zu Manchegokäse.

Ein Stück iberische Halbinsel in der Nürnberger Nordoststadt: Das neu eröffnete Restaurant Mano.

Ein Stück iberische Halbinsel in der Nürnberger Nordoststadt: Das neu eröffnete Restaurant Mano. © Kaan Evrensel/Mano

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