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Diesel ade: N-Ergie rüstet Flotte auf Elektroautos um

Ziel sind über 100 Elektrofahrzeuge bis zum Jahresende - 17.08.2017 05:47 Uhr

Einweihung einer neuen Ladesäule: Geht es nach der N-Ergie, soll es solche Bilder bis Jahresende noch oft geben. © Archivfoto: Stephan Sohr


Aktuell verfügt die N-Ergie über 38 Elektrofahrzeuge, bis Jahresende sollen weitere 67 angeschafft werden. "Wir haben insgesamt so 200 bis 220 Pkw", erläuterte Kleedörfer in einem Pressegespräch zur E-Mobilität. Mit dann über 100 elektrisch betriebenen Autos knacke man also durch die Anschaffungen ungefähr die 50-Prozent-Marke im Fuhrpark der N-Ergie.

Die N-Ergie arbeitet in den Städtischen Werken Nürnberg mit der Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) zusammen, insofern war bei dem Pressetermin auch der öffentliche Nahverkehr ein Thema. 2018, so Kleedörfer, soll der erste elektrisch betriebene Linienbus unterwegs sein. "Bisher laufen unsere Busse zu 50 Prozent über Diesel, zu 50 Prozent über Erdgas." E-Mobilität, glaubt Kleedörfer, sei jedoch "ein Gewinnerthema".

Verbesserte Infrastruktur

Mit dieser These spricht er Kurt Sigl, dem Präsidenten des Bundesverbands E-Mobilität, aus dem Herzen. Sigl hält es für falsch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, aufgegeben hat. Zumindest wenn man die Hybrid-Fahrzeuge hinzuzähle, sei dieses Ziel noch immer erreichbar. Er ärgert sich zudem über die Reichweitendiskussion. "Es gibt in Deutschland elf Millionen Zweit- und Drittfahrzeuge." Diese seien in der Regel ohnehin nur auf kürzeren Strecken unterwegs und könnten ohne Probleme Elektroantrieb haben.

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, klicken Sie hier)

Die Infrastruktur hinsichtlich der Ladestationen werde aber ohnehin immer besser, argumentierte Markus Rützel, der als Geschäftsführer der Firma Solid den Ladeverbund Franken plus koordiniert, dem 44 Stadt- und Gemeindewerke in der Region angehören. Die Zahl der Ladesäulen soll laut Rützel von derzeit 160 bis Jahresende auf 230 ausgebaut werden. "Wir sind dabei, ein flächendeckendes Netz zu spinnen", sagte er mit Bezug auf die Metropolregion Nürnberg, wobei dieses Netz zum Teil auch darüber hinausreiche, wie Kleedörfer ergänzte. Im Stadtgebiet gibt es nach Angaben der N-Ergie zwölf Ladesäulen, bis Ende 2017 sollen es 19 sein.

Bayern hinkt hinterher

Verbandschef Sigl lobte die N-Ergie, die seit 2008 die Elektromobilität forciert, als "Leuchtturm" in Bayern. Ansonsten sei der Freistaat in dieser Technologie jedoch Träger der "roten Laterne in Deutschland", was Sigl weniger der aktuellen bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) anlasten wollte als deren Vorgänger Martin Zeil (FDP). "Er hat Bayern fünf Jahre lang rückwärts gefahren und nicht vorwärts."

Während Bayern in Deutschland laut Sigl hinterherhinkt, hat Deutschland wiederum ein Defizit im internationalen Vergleich. Dabei mache es Spaß, E-Autos zu fahren. Allerdings, gibt Sigl zu bedenken, seien die langen Lieferzeiten ein Problem, die bei sechs bis acht Monaten lägen. N-Ergie-Unternehmensentwickler Kleedörfer wiederum mahnt an, dass die E-Autos perspektivisch mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden müssten. Denn verwende man hierzu Strom aus Kohlekraftwerken, münde das in "ein Glaubwürdigkeitsproblem". 

Marco Puschner

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