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Displays und Knöpfe: Virengefahr in Banken und Läden?

Einrichtungen reagieren unterschiedlich auf die Bedrohung durch Corona - 08.04.2020 05:51 Uhr

Kunden haben Angst, sich beim Geldabheben am Automaten zu infizieren.

07.04.2020 © Foto: imago/Panthermedia


Handschuhe anzuziehen hilft draußen nur bedingt. Denn das Display so mancher Geldautomaten beispielsweise reagiert nur auf nackte Finger. Der Umgang der Unternehmen mit diesem Thema ist sehr unterschiedlich.

Individuelle Schutzmethoden gibt es zum Beispiel in den Edeka-Lebensmittelläden. Edeka ist ein genossenschaftlicher Verbund mit vielen eigenständigen Marktbetreibern – auch in Nürnberg. Jeder dieser selbstständigen Kaufleute in der Region entscheidet alleinverantwortlich über zusätzliche Hygienemaßnahmen, so Stefanie Schmitt von der Edeka-Regionalgesellschaft Bayern-Sachsen-Thüringen. Denn der Freistaat habe zum Thema Handhygiene "keine Anordnungen erlassen".

Für die eigenen Geschäfte, zum Beispiel das E-Center an der Sulzbacher Straße oder die Marktkauf-Häuser, hat Edeka nach eigenen Angaben zusätzliche Corona-Schutzmaßnahmen eingeführt. Die Kartenlesegeräte an den Kassen etwa würden "je nach Beanspruchung regelmäßig" mit Desinfektionsmittel behandelt, berichtet Schmitt. Zuständig dafür sei in der Regel das Kassenpersonal. Die Griffe der Einkaufswagen würden stündlich desinfiziert, vor allem jetzt, da die großen Ostereinkäufe anstehen.

Übertragung über Flächen nicht ausgeschlossen

Anders geht die Sparkasse Nürnberg vor. Seit jeher werden dort alle Selbstbedienungsbereiche regelmäßig gereinigt, sagt Sprecherin Beate Treffkorn. Aber die Displays der Geldautomaten oder die Unterschriftenpads an den Schaltern gleichsam nach jedem Kunden zu desinfizieren, sei schlechterdings nicht möglich. Ohnehin sei eine Übertragung des Coronavirus über trockene Flächen "eher unwahrscheinlich", sondern passiere vor allem im unmittelbaren Kontakt von Mensch zu Mensch.

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Dies entspricht der aktuellen Einschätzung medizinischer Experten. Der Hauptübertragungsweg "ist die Tröpfcheninfektion" im unmittelbaren Mensch-zu-Mensch-Kontakt, schreibt beispielsweise das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Internetseite. Eine Übertragung über Flächen, auf denen das Coronavirus sich niedergelassen hat, sei zwar "prinzipiell nicht ausgeschlossen", bislang aber "noch nicht nachgewiesen worden". Als gesichert gilt, dass Sars-CoV-2 aufgrund seiner Struktur außerhalb von Wirtskörpern nicht sehr stabil ist.

Empfindlich für Eintrocknung

Dies entspricht er Einschätzung des renommierten Robert-Koch-Instituts (RKI). Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen sei "bisher nicht dokumentiert", schreibt das RKI. Eine Infektion mit dem Virus "über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie z.B. importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint daher unwahrscheinlich".

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Der Grund: Das Coronavirus ist "extrem empfindlich für Eintrocknung", wie der Charité-Virologe Christian Drosten unter anderem in einem Podcast des Norddeutschen Rundfunks erläuterte. Deshalb sei es so gut wie ausgeschlossen, dass Viren auf einer trockenen Oberfläche in so ausreichender Zahl zusammenkommen, dass sich ein Mensch durch das Berühren dieser Oberfläche infiziert. Drosten gilt beim Thema Sars-CoV-2 derzeit als der führende Virologe in Deutschland.

Für Zeitungsleser bedeutet das: Die tägliche Lektüre kann man absolut entspannt genießen. Das unterstreicht nicht zuletzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ebenso wie das RKI hält sie eine Ansteckung über "Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines Erkrankten gehören", für unwahrscheinlich. Dazu zählten auch Zeitungen und Postsendungen.

Denn in aller Regel werden Coronaviren über Sekrete aus den Atemwegen weitergegeben, so die BZgA. Gelangen solch infektiöse Sekrete an die Hände, kann eine Übertragung beispielweise dadurch stattfinden, dass man das eigene Gesicht berührt. Der wirkungsvollste Selbstschutz besteht also nach wie vor darin, die allgemeinen Handhygiene-Regeln zu befolgen.

Beratung telefonisch

Dazu gehört häufiges Händewaschen mit Seife für jeweils mindestens 20 Sekunden – denn Seife löst den Schutzmantels des Sars-CoV-2-Virus auf. Kleiner Trick: zwei Mal "Happy birthday to you" singen – im Geiste oder laut –, und die 20 Sekunden sind erreicht. Dazu gehört aber auch, immer in die Armbeuge oder in ein Taschentuch zu husten bzw. zu niesen. Gerade beim Einkauf von Lebensmitteln gehöre das zu den wichtigsten Maßnahmen, um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen, sagt auch Edeka-Sprecherin Schmitt.

Bei der Sparkasse hat man – wie in vielen anderen Unternehmen auch – weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus getroffen. Wo immer möglich, wurden in den internen Bereichen Trennungen und vergrößerte Abstände zwischen Mitarbeitern vorgenommen, sagt Beate Treffkorn. Längere Kundenberatungen fänden in aller Regel nur noch telefonisch statt.

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Und an den Schaltern wurden Plexiglas-Trennwände aufgestellt, um Tröpfchen-Übertragungen zu verhindern. An den großen Geschäftsstellen stehen zudem Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma bereit. Sie sorgen dafür, dass sich in den Schalterräumen und an den Automaten nur eine bestimmte Anzahl von Kunden gleichzeitig aufhält, so dass die Abstände gewahrt bleiben.

In Nürnberg sind das die Geschäftsstellen am Frankenzentrum in Langwasser, am Plärrer, in Röthenbach/Schweinau, in Thon, am Nordost-Bahnhof und am Lorenzer Platz. Im Landkreis gehören die Geschäftsstellen Lauf, Hersbruck und Altdorf dazu. Die Sparkassen-Kunden, so Treffkorn, hätten diese Maßnahme durchwegs positiv aufgenommen.

 


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Tilmann Grewe

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