"Durchwichsen" und "Negerlein": Bearbeitete Kinderbücher

24.1.2013, 17:44 Uhr
Immer wieder kommt es zu Diskussionen über Worte, die für Kinder aus pädagogischer Sicht bedenklich sind. Eines der ersten betroffenen Bücher: Pippi Langstrumpf.
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Lange Zeit war Pippi Langstrumpfs Vater "Der Negerkönig", doch die Verlagsgruppe Oetinger machte daraus den "Südseekönig". Ebenfalls nicht mehr enthalten ist der Ausdruck "Zigeuner". Vom Verlag aus heißt es: "Diese Begriffe sind heute nicht mehr zeitgemäß, entsprechen im deutschen Sprachgebrauch nicht mehr dem heutigen Menschenbild und können missverstanden werden."
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Lange Zeit war Pippi Langstrumpfs Vater "Der Negerkönig", doch die Verlagsgruppe Oetinger machte daraus den "Südseekönig". Ebenfalls nicht mehr enthalten ist der Ausdruck "Zigeuner". Vom Verlag aus heißt es: "Diese Begriffe sind heute nicht mehr zeitgemäß, entsprechen im deutschen Sprachgebrauch nicht mehr dem heutigen Menschenbild und können missverstanden werden." © dpa

Die Vorwürfe gegen das Werk von Astrid Lindgren sind nicht neu. Seit Jahrzehnten diskutieren Pädagogen, ob dem Werk ein "rassistisches" Weltbild zugrundeliegt. So äußert sich Pippi unter anderem über die Menschen im Kongo, die angeblich den ganzen Tag lügen.
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Die Vorwürfe gegen das Werk von Astrid Lindgren sind nicht neu. Seit Jahrzehnten diskutieren Pädagogen, ob dem Werk ein "rassistisches" Weltbild zugrundeliegt. So äußert sich Pippi unter anderem über die Menschen im Kongo, die angeblich den ganzen Tag lügen. © dpa

Auch umstritten: "Tim im Kongo", ein Comic von Herge. Neben der negativen Darstellung der Menschen im Kongo kam aber auch Kritik an der Gewalt im Band auf. So sprengt Tim etwa ein Nashorn mit Dynamit. Diese Szene tauschte der Verlag allerdings für die deutsche Veröffentlichung in den Siebzigern gegen eine harmlosere Episode aus. Im letzten Jahr beschloss ein Gericht in Brüssel, dass der Comic nicht als "rassistisch" einzustufen sei.
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Auch Lurchi, der Salamander, kam nicht ungeschoren davon. In einem Band wurde der Begriff "Negerlein" durch "Schornsteinfegerlein" ersetzt.
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In der ersten Ausgabe von Grimms "Kinder- und Hausmärchen" von 1812 kam eine Geschichte mit dem Titel "Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben" vor. Schon damals löste der Text über das Spiel, in dem ein Kind die Rolle des Schweins beim Schlachten einnimmt, Kritik aus. In der zweiten Auflage ließ Wilhelm Grimm das Märchen dann weg.
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Aktueller Auslöser der Debatte über Rassismus in Kinderbüchern war die vom Thienemann Verlag angekündigte Absicht, ...
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... in Otfried Preußlers "Die kleine Hexe" Änderungen vornehmen zu wollen - auf Vorschlag der Familie Preußler. Neben dem Begriff "Neger" hat der Verlag auch die Textstelle "Ich wichse euch mit dem Besen durch" angepasst. "Wichsen" bedeutete im damaligen Sprachgebrauch "verprügeln".
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Der Struwelpeter dagegen erscheint...
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... weiter auch in der originalen Ausgabe - trotz Kritik. Immerhin dürfte das Werk von Heinrich Hoffmann zu den am meisten parodierten Büchern aller Zeiten zählen.
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