Eine Seefahrt, die ist lustig . . .

31.7.2011, 19:34 Uhr
Prominente Gallionsfigur: Umweltminister Markus Söder sitzt vorn auf dem Flaggschiff einer regelrechten „Armada“, die über den Wöhrder See zog.

© Rudi Ott Prominente Gallionsfigur: Umweltminister Markus Söder sitzt vorn auf dem Flaggschiff einer regelrechten „Armada“, die über den Wöhrder See zog.

Denn mit Umweltminister Markus Söder und dem Chef des Wasserwirtschaftsamts, Ulrich Fitzthum, waren die beiden Hauptbetreiber des nicht unumstrittenen Großprojekts gekommen, um ihr Konzept vor Ort zu präsentieren: Wie mehrfach berichtet, will Söder das gesamte Areal in den nächsten drei Jahren für mehr als zehn Millionen Euro umgestalten und dabei aus der „Bakterienfalle einen Bio- und Badesee“ machen.

Künstliche Inseln

Während künstliche Inseln und Riffe die Fließgeschwindigkeit der Pegnitz deutlich erhöhen und damit das alljährliche Algenproblem in dem flachen Staugewässer endlich beseitigen sollen, könnte l ein Teil der Investitionen seinen Freizeitwert erhöhen. Vorgesehen sind eine Umweltstation und eine Kanustrecke im Bereich des oberen Wöhrder Sees, der als Ökozone der „Wasserwelt“ fungieren soll. Der untere Bereich wird dagegen zur Freizeitzone mit einer Badebucht beim Norikus, einem Sandstrand auf dem gegenüberliegenden Ufer und dem „Boulevard-Steg“, der auf Höhe der „Wastl“-Caféteria entstehen soll.

Auf die Kritik und Verbesserungsvorschläge, die unter anderem die Bürgervereine für diesen Teil der „Wasserwelt“ vorgebracht hatten, haben die Planer reagiert, wie Wasserwirtschaftsamts-Chef Fitzthum betonte, als er gemeinsam mit dem Umweltminister das Ergebnis präsentierte. Der Steg verläuft entgegen ersten Planungen nicht mehr am Ufer, sondern parallel dazu in mehreren Metern Entfernung mit einer großen mittigen Verbindung zum „Wastl“.

Söder betonte, dass das Thema Bürgerbeteiligung auch in der weiteren Planung großgeschrieben werde und kündigte hierzu eine Bürgerversammlung am 26. September an. Wer nicht so lange warten wollte, konnte seine Meinung aber auch bereits am „Wöhrder See Tag“ kundtun — entweder direkt an den Minister und seine Mitarbeiter oder in die Box für Wünsche und Kritik, die sie mitgebracht hatten. Eine Möglichkeit, von der die Bürger, die trotz des miesen Wetters zahlreich gekommen waren, ausgiebig Gebrauch machten.

Schon genug Attraktionen

Während die Maßnahmen zur Verbesserung meist begrüßt wurden, stießen sich vor allem an der geplanten Badebucht viele Menschen. Tenor: „Es gibt doch schon ein Bad in der Nähe.“ Dieser Meinung war beispielsweise Rainer Schuster, der befürchtet, dass der Andrang von Badegästen zur Verknappung von Parkplätzen führen wird. Eher vorstellen könne er sich schon den Strand, meinte Schuster, der dafür plädierte, bei der Projektplanung „nicht zu übertreiben“.

Steffi Zander mag dagegen nicht einmal den Strand haben. Mit dem Café beim „Wastl“, den jetzigen Strandbars, der Wöhrder Wiese mitsamt Erfahrungsfeld und Biergarten sowie der Stadtstrand auf der Insel Schütt sind genug Attraktionen geboten, findet sie. „Wieso muss alle paar Meter ein neuer ,Höhepunkt‘ angeboten werden?“, fragt sie und erklärt, dass Freizeitangebote ihrer Meinung nach nicht in eine Erholungszone passen. „In den Wald geht doch auch keiner, um dort Feste zu feiern.“

Ihren Wunsch, „großes Halligalli“ am Wöhrder See zu verhindern, kann ihr Markus Söder — zumindest an diesem Tag — nicht erfüllen: Als er mit Vertretern der Bürgervereine und Stadtratsfraktionen in See sticht, um ihnen dort seine Pläne zu erläutern, ist er nämlich nicht allein. Zusammen mit der neuen Mähkuh „Molly“, die Söder zuvor getauft hat, tummeln sich auf dem Wasser zwei Rettungsboote, zwei Kähne für Fotografen und Kamerateams, sowie ein weiteres Besucher-Boot und bilden eine ansehnliche kleine Armada, deren Flaggschiff das Boot des Umweltministers bildet.