Ekel-Essen: Heim bestreitet Rauswurf von Rentner Jürgen E.

1.7.2015, 17:10 Uhr

© Collage: obj

"Eine unschöne und unverdiente Geschichte" nennt Pro-Seniore-Pressesprecher Peter Müller die unter dem Stichwort "Jürgen fotografiert sein Essen" laufende Facebook-Kampagne. Der Heimbetreiber hat über 130 Dependancen, zwei davon in Nürnberg.

Nachdem seine Fotos von Ekel-Essen im Internet für einen Shit-Storm gesorgt haben, habe man ihm mündlich gekündigt, behauptet Jürgen E. und fragt sich, wer ihn jetzt noch aufnehmen wolle. Pro-Seniore-Sprecher Müller bestreitet den Rauswurf. E. könne bleiben, auch wenn er manchmal ein sehr schwieriger Bewohner sei.

Einige der von E. fotografierten Teller stammten definitiv nicht aus dem Haus St. Peter. Müller: "Wir haben dort keine geriffelten Teller." Da sei Bösartigkeit im Spiel. Das Essen, das in der hauseigenen Küche gekocht werde, sei nicht zu kritisieren. Dass der pflegebedürftige E., der nur schlecht schlucken könne und deshalb pürierte Nahrung bekomme, nur 45 Kilo wiege, liege an seiner Krankheit und sei schon vor seinem Einzug so gewesen. Nahrhafte "Astronautennahrung" verweigere Jürgen E. leider.

Skeptisch macht manche Beobacher auch die Verbindung von Jürgen E. zur Spaß-Partei "Die Partei". Der 63-Jährige schickt seine Fotos nach Österreich, wo sie eine alte Bekannte für ihn ins Internet stellt. Sie heißt Eva Rußegger (35) und ist Vize-Vorsitzende von "Die Partei" - eine kleine Gruppierung, gegründet 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic, deren österreichischer Ableger programmatische Forderungen aufstellt wie "Tibet raus aus der EU" oder "Regenbogenmaschinen für alle".

Alles nur Spaß? Eva Rußegger meint es offenbar ernst mit ihrer Kritik an der Heim-Situation: "Da drinnen ist Helene-Fischer-Stimmung."

 

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